Keine falsche Hilfe für Igel zum Überwintern

Sebastian

Igel im Garten das Überwintern erleichtern

17.10.2012

Der Bund Naturschutz (BA) warnt eindringlich davor, gesunde Igel mit nach Hause zu nehmen, um sie vor den kalten Temperaturen im Winter zu schützen. Wer eine effektive Hilfe leisten will, stellt den Tieren am Besten ein adäquates Quartier im heimischen Garten zum Überwintern zur Verfügung. Kranken oder umherirrenden Tieren nach dem Wintereinbruch kann aber geholfen werden.

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„Gesunde Igel sollte man nicht nach Hause mitnehmen“, so die Mahnung der Tierschützer vom Bund Naturschutz. Stattdessen kann den Tieren zum Überwintern geholfen werden, indem ein großer Laubhaufen in einer ruhigen und windstillen Ecke bereitet wird. „Das ist ein wunderbares Winterquartier für Igel“, schreiben die Aktivisten in einer aktuellen Mitteilung. Gesunde Igel mit nach Hause zu nehmen, schade hingegen den Tieren. „Der Igel ist ein Wildtier und bestens an das Überwintern im Freien angepasst“, erklärte Tierschützer Martin Hänsel.

Hilfe für verletzte oder umherirrende Igel
Sind die Igel allerdings verletzt, finden Gartenbesitzer verwaiste Säuglinge oder irren die Tiere auch nach dem Wintereinbruch umher, so bräuchten sie aktive menschliche Hilfe. Die Tierschützer raten dazu, erst danach zu schauen, ob die Tiere verletzt sind. Unterkühlte Igel weisen eine kalte Bauchunterseite, die kälter ist, als die eigene Handinnenfläche. Um das Tier zu wärmen, eignet sich ein frottiertes Handtuch, dass mit einer Wärmflasche umwickelt wird. Der Igel wird dann darauf in einen Karton gesetzt. In jedem Fall sollte Helfer auf dem schnellsten Wege eine Igelstation oder wenn nicht örtlich vorhanden, einen Tierarzt aufsuchen.

Sind die Tiere abgemagert könne auch Nahrung gereicht werden. Obst oder Milch sollte man allerdings nicht geben. „Milch verursacht Durchfall, während Obst für die Insektenfresser zu wenig Kalorien enthält.“ Igel freuen sich mehr über eine Mischung aus Hunde oder Katzenfutter mit Huhn, Haferflocken, Sonnenblumenkernen, Bananen, gebratenem Hackfleisch, hartgekochten Eiern und Futterkalk aus dem Zoofachhandel. (sb)

Bild: Thomas Messerli / pixelio.de