Keine Gefahr durch Ebola in Deutschland

Heilpraxisnet

Hysterie wegen Ebola in Europa unbegründet

24.10.2014

Wie Experten auf einem Symposium des Gesundheitsamtes Frankfurt am Main mitteilten, bestehe keine Gefahr eines größeren Ausbruchs der Epidemie in Deutschland. Wie der Amtsleiter und Leiter des hessischen Kompetenzzentrums Rene Gottschalk betonte, sei Deutschland demnach „weltweit führend in der Vorbereitung“ auf hochansteckende Krankheiten. Zwar könnten Einzelfälle nicht ausgeschlossen werden, die Behandlung der Betroffenen stelle jedoch keinerlei Gefahr für die Bevölkerung dar.

Die Versorgungsstrukturen seien derartig gut, dass sich das Virus nicht ausbreiten könne. So sei das Kompetenzzentrum für hochansteckende, lebensbedrohliche Erkrankungen am Gesundheitsamt Frankfurt am Main, gemeinsam mit der Universitätsklinik Frankfurt, dem Hochsicherheitslabor in Marburg und der Frankfurter Berufsfeuerwehr, laut einer Mitteilung des Gesundheitsamts Frankfurt seit vielen Jahren auf die Identifizierung und Versorgung von Patienten mit hochpathogenen Erregern vorbereitet.

Wie Gottschalk bereits in einer Pressekonferenz der Stadt Frankfurt sagte, sei "Ebola deshalb keine Herausforderung für den Seuchenschutz hierzulande". Das Virus ließe sich demnach „relativ leicht bekämpfen“. So seien Patienten erst ansteckend, wenn die Symptome sichtbar würden, das Virus übertrage sich nicht über die Luft und ließe sich mit Desinfektionsmitteln leicht abtöten, wie die Frankfurter Allgemeine weiter berichtet.
Die bekannten Ebolaansteckungen in den USA und Europa seien bei Pflegern aufgetreten, die direkten Kontakt zu den Schwerstkranken gehabt hätten. Weder Kollegen noch Verwandte wurden angesteckt. Zudem würde das speziell geschulte Personal unter sehr hohen Sicherheitsvorkehrungen arbeiten.

Mitarbeiter würden Ganzkörperschutzanzüge tragen, sodass sie selber vor einer Ansteckung geschützt sind und unter den Bedingungen einer Isolierstation eine weitere Verbreitung des Virus ausgeschlossen werden könne, so das Gesundheitsamt weiter. Der Pflegeaufwand sei jedoch enorm, wie Ärzte aus den Isolierstationen berichteten. "Die Patienten müssen 24 Stunden am Tag betreut werden, wobei das Personal in den Schutzanzügen nur 3 Stunden am Stück arbeiten könnte." Alleine das Anlegen der Anzüge dauere eine Stunde.

Derweil haben die USA deutsche Standards bei den Schutzmaßnahmen zum Ablegen der Schutzkleidung übernommen. Dennoch warnt August Stich von der Missionsärztlichen Klinik in Würzburg, in der zurzeit Helfer für den Einsatz in den Epidemiegebieten geschult werden: „Ebola verzeiht keine Fehler.“

Behandlung kann verbessert werden
Gegen das Virus gibt es derzeit kein Gegenmittel. Auch eine Impfung gibt es noch nicht. Allerdings soll sich die Vergabe von Antibiotika gegen die Begleiterscheinungen der Krankheit als sehr hilfreich erwiesen haben, so Matthias Grade von Ärzte ohne Grenzen laut der Frankfurter Allgemeinen.In Europa stünden die Chancen auf eine Heilung demnach nicht schlecht, während in Afrika immer noch bis zu 80 Prozent der Infizierten sterben.

Amtsleiter Gottschalk warnt indes vor einer Stigmatisierung von Afrikanern oder Afrikareisenden. Die Seuche würde aktuell nur in drei afrikanischen Ländern grassieren, Liberia, Sierra Leone und Guinea. Nur bei Menschen aus diesen Ländern und nur, wenn sie direkten Kontakt zu Erkrankten gehabt hätten, bestünde überhaupt die Möglichkeit, dass sie mit Ebola infiziert wären. In diesen Fällen bringt eine Blutprobe innerhalb von sechs Stunden Gewissheit über den Gesundheitszustand des Betroffenen.

Einigkeit herrschte unter den Experten allerdings darüber, dass viel zu spät auf den Ausbruch der Seuche reagiert worden sei. Auch sei viel zu wenig Geld in die Bekämpfung der Seuche vor Ort investiert worden. Gottschalk sprach in diesem Zusammenhang von einer „Schande für die internationale Gemeinschaft“. Trotz rückläufiger Krankheitszahlen geht Gottschalk nicht von einem baldigen Ende der Epidemie in den betroffenen Regionen aus. Vielmehr rechne er damit, dass die Krankheit bis zu 100 000 Todesopfer fordern könne, wie die Frankfurter Allgemeine berichtet. (jp)

Bild: Maurus Völkl / pixelio.de