Keine Rezeptfreien Erkältungsmittel für Kinder

Astrid Goldmayer

Rezeptfreie Erkältungsmittel nicht immer für Kinder geeignet

09.01.2012

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) warnt vor dem Einsatz von rezeptfreien Erkältungsmitteln bei Kindern. Auch rein pflanzliche Mittel können starke Nebenwirkungen haben. Eltern sollten auf bewährte Hausmittel, wie viel trinken und Honig zurückgreifen. Auf die Gabe von Ätherischen Ölen bei erkrankten Säuglingen und Kleinkindern sollten Eltern allerdings verzichten.

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Echinacea, Vitamin C oder Zink sind nicht empfehlenswert für Kinder
Ulrich Fegeler, Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) berichtet: „Freiverkäufliche so genannte Erkältungsmittel, die auch für Erwachsene angeboten werden, enthalten gewöhnlich eine Kombination von verschiedenen Wirkstoffen. Da der kindliche Stoffwechsel nicht mit dem eines Erwachsenen vergleichbar ist, kann es bei solchen rezeptfreien Mitteln leicht zu Überdosierung kommen. Auch gehören bestimmte Substanzen, wie z.B. Koffein, gar nicht in Arzneien für Kinder.“ Echinacea, Vitamin C oder Zink seien für Kinder nicht empfehlenswert. Außerdem sei ihr Nutzen in Fachkreisen umstritten. Besonders gefährlich ist es mehrere Präparate mit einander zu kombinieren, erläutert Fegeler weiter. Kanadische Kinder- und Jugendärzte hatten verschiedene rezeptfreie Erkältungsmittel auf ihre Eignung für Kinder untersucht. Der Wirksamkeitsnachweis konnte jedoch nur für wenige Mittel erbracht werden. Viele der rezeptfreien Erkältungsmittel seien möglicherweise sogar gefährlich für Kinder, weil sie Nebenwirkungen produzieren.

Eltern können auf bewährte Hausmittel zurückgreifen
Der BVKJ rät Eltern zu altbewährten Hausmittel gegen Schnupfen. So könnten sie beispielsweise die Feuchtigkeit der Raumluft durch feuchtete Tücher oder einen Luftbefeuchter erhöhen. Dies ist sinnvoll, da sehr trockene Raumluft, die häufig durch Heizen entsteht, Erkrankungen der Atemwege begünstigen kann und zu einem allgemeinem Unwohlgefühl führt. Ätherische Öle sollten laut Fegeler dabei nicht verwendet werden: „Säuglinge und Kleinkinder sollten ebenso keine Präparate mit ätherischen Ölen zum Einreiben oder Inhalieren bekommen, denn diese können sogar zu einer Verschlechterung der Atembeschwerden und zu Erstickungsanfällen führen."

Kinder sollten bei Husten und Schnupfen viel trinken, um die Schleimhäute feucht zu halten und den Schleim in den Atemwegen zu lösen. Honig gilt als weiteres Hausmittel bei Erkältungen. Etwa ein halber Teelöffel Honig in einem heißen Getränk vor dem Schlafengehen könne Hustenanfälle verringern und den Schlaf verbessern. Fegeler berichtet: „Kinder unter einem Jahr dürfen allerdings keinen Honig bekommen, da gelegentlich darin Bakterien enthalten sein können, die für Kinder dieser Altersgruppe lebensbedrohlich sein können.“ Grundsätzlich sei es am besten, die Behandlung des Kindes mit einem Arzt abzusprechen. (ag)