Eine Kellnerin spendet Stammgast nach schwerer Krankheit die eigene Niere

Sebastian
Schwere Krankheit eines Stammgastes: Kellnerin spendet Niere
Dass Menschen ihren Verwandten im Notfall ein Organ spenden, ist schon bewundernswert. Aus den USA wird nun über ein ganz selbstloses Angebot berichtet. Eine Kellnerin hatte sich dort entschlossen, einem ihrer Stammgäste, der an einer schweren Krankheit leidet, eine ihrer Nieren zu spenden.

Von zwei gesunden Nieren kann eine abgegeben werden
Immer wieder wird über Fälle berichtet, bei denen bekannte Persönlichkeiten ihrem geliebten Ehepartner oder Verwandten Organe spenden. So haben etwa der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier und der DGB-Chef Michael Sommer jeweils ihren Ehefrauen eine Niere gespendet. Der Sänger Herbert Grönemeyer spendete seinem Bruder Knochenmark, der Schauspieler Jürgen Vogel tat dies für seine Schwester und der Ex-Formel-1- Fahrer Niki Lauda erhielt sowohl von seinem Bruder als auch seiner Lebensgefährtin eine Niere. Gesunde Menschen mit zwei intakten Nieren, können in der Regel ohne gesundheitliche Einschränkungen eine abgeben und so Leben retten beziehungsweise die Lebensqualität des Empfängers steigern. Allerdings ist kein Eingriff vollkommen risikolos und daher gehört auch eine Prise Mut dazu, diesen Schritt zu wagen. Und noch viel mehr, wenn es sich um eine Organspende außerhalb der Familie handelt.

Kellnerin spendiert Stammgast Niere. (Bild: Kadmy/fotolia)
Kellnerin spendiert Stammgast Niere. (Bild: Kadmy/fotolia)

Kellnerin macht selbstloses Angebot
Über einen solchen außergewöhnlichen Fall berichtet der „Stern“ online in einem aktuellen Artikel. Demnach hat eine Kellnerin der Fastfood-Kette „Hooters“ in der Stadt Roswell im US-Bundesstaat Georgia einem langjährigen Stammgast eine Niere gespendet. Die beiden kannten sich allerdings gar nicht gut. Die Angestellte Mariana Villarreal arbeitete erst drei Monate in dem Restaurant, die zwei kannten sich nur flüchtig, als sie ihm das selbstlose Angebot machte. Da ihren Kollegen bekannt war, dass Don Thomas, der regelmäßig dort beim Essen war, keine funktionstüchtigen Nieren hatte und drei Mal in der Woche zur Dialyse musste, erfuhr die Kellnerin schließlich von dem Leiden. Villarreal hat Mitleid mit dem zweifachen Vater, der vor Jahren seine Frau verloren hat, die an Brustkrebs starb.

Oma der Spenderin war an Nierenleiden gestorben
Nachdem sie vom Schicksal des Mannes erfahren hatte, entschloss sich die Kellnerin, eine Niere zu spenden. Dem „Stern“ zufolge kam noch hinzu, dass Villarreals Großmutter kurz zuvor an einem ähnlichen Nierenleiden gestorben war. Sie weiß demnach, wie sehr Menschen leiden, die keine gesunden Nieren mehr haben: „Für meine Großmutter konnte ich nichts tun. Aber wenn Don noch ein paar glückliche Jahre leben kann, wäre das wunderbar“, schrieb sie später in einem Posting beim Bilderdienst Instagram. Schließlich ging sie zu Thomas und fragte: „Hören Sie, ich habe zwei gesunde Nieren, möchten sie eine davon haben?“ Dieser antwortete spontan: „Ich nehme an.“ Für Villareal spielt der Glaube an Gott in ihrem Leben eine große Rolle. Auf Instagram begründete sie ihre Entscheidung auch mit religiösen Motiven. Zudem erklärte sie dort: „Viele Leute glauben, ich sei verrückt wegen des Altersunterschieds. Aber das Alter ist nur eine Zahl. Es kommt darauf an, wie jung dein Herz ist und wie stark dein Verlangen nach dem Leben.“ Zudem hob sie hervor, kein Geld von Thomas für die Spende bekommen zu haben.

In Deutschland werden mehr Organspenden benötigt
Die beiden haben sich den Angaben zufolge vor wenigen Tagen aus dem Krankenhaus in Atlanta gemeldet. Sowohl Thomas als auch Villareal haben die Transplantation gut überstanden. „Viele Menschen wissen einfach nicht, dass es relativ leicht ist, einem anderen ein neues Leben zu schenken“, erklärte Chris Bond von der Georgia Transplant Foundation. Und Thomas meinte nach der Operation: „Mariana und ich sind einfach zwei normale Leute. Einer braucht Hilfe, ich, und ein anderer, Mariana, hilft.“ Auch in Deutschland würde mehr solche Hilfe benötigt. Zwar ist hierzulande die Bereitschaft zur Organspende leicht gestiegen, wie kürzlich berichtet wurde, doch noch immer müssen Tausende schwer Kranke vergeblich auf eine Transplantation warten. Rund 10.600 Patienten benötigen derzeit ein Spenderorgan. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) starteten im vergangenen Jahr ihre gemeinsame Organspendekampagne unter dem Motto: „Ich entscheide. Informiert und aus Verantwortung.“ Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hatte damals erklärt: „Jede Organspende kann Leben retten. Aber nur der Organspendeausweis schafft Klarheit.“ (ad)