Kiloweise Baumhafte Wucherungen entfernt: „Baummann“ nach 16 Operationen kurz vor Klinikentlassung

Alfred Domke
16 Operationen wegen seltener Hautkrankheit: „Baummann“ darf bald nach Hause
Abul Bajandar leidet an einer extrem seltenen Hautkrankheit. Im Frühjahr vergangenen Jahres war darüber berichtet worden, dass es dem Patienten mit der sogenannten „Baum-Mann-Krankheit“ ein wenig besser geht. Nun steht der 27-Jährige aus Bangladesch kurz vor seiner Entlassung aus dem Krankenhaus – nach 16 Operationen.

Extrem seltene genetisch bedingte Hautkrankheit
Der 27-jährige Abul Bajandar aus Bangladesch leidet an der extrem seltenen, genetisch bedingten Hautkrankheit Epidermodysplasia verruciformis, die mit einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber humanen Papillomviren (HPV) einhergeht. Infolge von HPV-Infektionen kann es zu schuppigen Hautflecken und Knötchen, besonders an den Händen und Füßen, kommen, die teils gigantische Ausmaße annehmen können. Nachdem im Frühjahr letzten Jahres berichtet wurde, dass die Behandlung des Patienten erste Erfolge zeigte, steht er nun kurz vor der Entlassung aus der Klinik.

Bei der extrem seltenen „Baum-Mann-Krankheit“ kommt es zu Wucherungen an Füßen und Händen, die teilweise gigantische Ausmaße annehmen. Bei einem Betroffenen in Bangladesch wurden in 16 Operationen rund fünf Kilo Gewebe entfernt. Bald kann er die Klinik verlassen.

Patient darf bald nach Hause
Der wegen rindenartiger Wucherungen an Händen und Füßen weltweit als „Baummann“ bekannt gewordene Abul Bajandar wird laut einer Meldung der Nachrichtenagentur AFP bald aus dem Krankenhaus entlassen – nach 16 Operationen.

Der Chirurg Samanta Lal Sen teilte demnach mit, dass der Patient in den nächsten vier Wochen nach Hause könne. Wie es heißt, gehe es Bajandars Händen und Füßen „fast wieder gut“. Den Angaben zufolge seien nur noch kleinere Eingriffe nötig, um die „Form seiner Hände zu perfektionieren“.

Fünf Kilogramm überflüssiges Gewebe entfernt
Die Ärzte in der Universitätsklinik von Dhaka haben die Hände und Füße des früheren Rikscha-Fahrers in der aufwändigen, für ihn kostenlosen Behandlung von fünf Kilogramm überflüssigem Gewebe befreit.

Der Mediziner Sen sprach im Zusammenhang mit der erfolgreichen Behandlung von einem „Meilenstein in der Geschichte der Medizin“. Sollten die Wucherungen nicht wieder auftreten, wäre Bajandar der erste Mensch, der von der Krankheit geheilt werde.

Erst im letzten Jahr war ein Mann in Indonesien an der genetisch bedingten Hautkrankheit gestorben.

Hoffentlich kehrt der „Fluch“ nicht wieder
Bajandar lebt seit fast einem Jahr mit seiner Frau und seiner dreijährigen Tochter in der Klinik und freut sich auf die Rückkehr in sein Heimatdorf im Bezirk Khulna.

„Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal mein Kind mit meinen Händen nehmen kann“, sagte der 27-Jährige, der noch eine verbundene Hand hat, laut einem Bericht des britischen „Guardian“. „Jetzt geht es mir viel besser, ich kann meine Tochter auf den Schoß nehmen und mit ihr spielen. Ich kann es nicht erwarten, wieder nach Hause zu gehen.“

„Er ist wahrscheinlich der beliebteste und der am längsten hier liegende Patient“, sagte der Mediziner Nurun Nahar.

Bajandar, der durch seine Erkrankung zu einer kleinen Berühmtheit geworden ist, will nun mit Spenden, die er von Wohltätern aus der ganzen Welt erhielt, ein eigenes Geschäft gründen. Vorher habe er sich „so große Sorgen“ um die Zukunft seiner Tochter gemacht, aber jetzt hoffe er, dass der „Fluch“ nicht zurückkehre. (ad)