Kinder benötigen keine spezielle Kindersonnencreme

Fabian Peters

Sonnencreme ohne Duftstoffe und mit hohem Lichtschutzfaktor ausreichend

27.05.2013

Für Kinder ist eine spezielle Kindersonnencreme beim Aufenthalt in der Sonne nicht erforderlich. Normale Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor und ohne enthaltene Duftstoffe reicht laut Aussage des Hautarztes Herbert Kirchesch vom Landesverband der Deutschen Dermatologen Nordrhein gegenüber der Nachrichtenagentur „dpa“ auch bei Kindern völlig aus. Zudem sei vor allem auf eine angemessene Kleidung zu achten.

Zeigen sich nach mehreren aufeinanderfolgenden regnerischen Tagen wieder die ersten Sonnenstrahlen, zieht es Kinder, die bereit selbstständig laufen können, automatisch ins Freie. Sie wollen draußen herumtollen und toben. Da ihre Haut noch nicht über einen voll ausgeprägten Sonnenschutz verfügt, sind die Kleinen jedoch in besonderer Weise auf angemessenen Schutz durch Sonnencreme und Kleidung angewiesen. Eine besondere Kindersonnencreme ist dem Dermatologen Kirchesch zufolge allerdings nicht erforderlich. Diese sei mehr als Marketingstrategie zu verstehen. Normale Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 35 und ohne enthaltene Duftstoffe erfülle hier voll ihren Zweck.

Angemessene Kleidung als Basis des richtigen Sonnenschutzes
Ab einem Alter von rund anderthalb Jahren können die meisten Kinder selbstständig laufen und haben von sich aus den Bedarf, zumindest ein wenig Zeit am Tag draußen zu herumzutollen. Der Aufenthalt im Freien tut den Kindern dabei auf vielfache Weise gut, wobei insbesondere für die Bildung von Vitamin D die Sonneneinstrahlung unerlässlich ist. Doch muss auf der anderen Seite die Haut der Kinder besonders vor den Sonnenstrahlen geschützt werden, um einen Sonnenbrand und damit ein erhöhtes Hautkrebsrisiko zu vermeiden. Zunächst ist hier vor allem auf angemessene Kleidung zu achten. Leichte langärmlige Oberteile und lange Hosen sowie ein breiter Sonnenhut bilden eine gute Basis, wobei allerdings zu berücksichtigen ist, dass der Lichtschutzfaktor von der Beschaffenheit der Kleidung abhängt und nur selten ein vollständiger Lichtschutz erreicht wird. Laut Herbert Kirchesch variiert der Lichtschutzfaktor der Kleidung abhängig von dem Material und der Gewebedichte zwischen 20 und 80. Im nassen Zustand werde die Kleidung generell lichtdurchlässiger als im trockenen.

Lichtschutzfaktor von mindestens 35 bei Kindern
Die unbedeckten Körperstellen wie Hände und Gesicht bedürfen dem Dermatologen zufolge eines Sonnenschutzes mittels Sonnencremen, wobei die Eltern, „anstatt eine spezielle Sonnencreme für Kinder zu kaufen, eher auf einen hohen Lichtschutzfaktor von mindestens 35 und auf den Verzicht von Duftstoffen achten“ sollten. Der hohe Lichtschutzfaktor ist erforderlich, da die Haut der Kinder besonders empfindliche auf die UV-Strahlung des Sonnenlichtes reagiert und Duftstoffe sollten nicht enthalten sein, da diese „oft zu Unverträglichkeiten führen“, erläuterte der Experte. Ob der chemische Lichtschutz allgemein für Kinder schädlich sein könnte, bleibt laut Aussage des Dermatologen bis heute indes umstritten. Vermutet wird hier, dass die enthaltenen aromatischen Kohlenstoffringe aufgrund ihrer Ähnlichkeit zu hormonartigen Stoffen, schädlich wirken. Eltern, die Bedenken bei den Sonnenschutzcremes haben, könnten alternativ jedoch einen unbedenklichen mineralischen Lichtschutz auf Basis von Titandioxidpartikeln nutzen, erläuterte Kirchesch. Allerdings sei dieser in der Handhabung etwas umständlicher, da er sich schwieriger auf der Haut verteilen lasse. Unabhängig von dem gewählten Sonnenschutz sollte laut Aussage des Dermatologen das Spielen in der Sonne zwischen 11.00 bis 15.00 Uhr für die Kinder generell tabu sein. (fp)

Advertising

Bild: twinlili / pixelio.de