Kinder: Häufige Infekte deuten auf Allergien

Sebastian
Im ersten Lebensjahr Ernährung mit wenig tierischem Eiweiß sinnvoll
Häufige Erkältungen oder Infekte der oberen Atemwege bei Kindern können für eine Allergie sprechen. Darauf weist das HNOnet-NRW, ein Zusammenschluss niedergelassener HNO-Ärzte, hin. Bei einigen Kindern mit ewigen Rotznasen führen nämlich schon leichte allergische Reize zu einer Überreaktion der Nasenschleimhaut. Diese Reaktion wird ausgelöst, wenn der Körper auf normalerweise harmlose Umweltstoffe mit überschießenden Abwehrreaktionen des Immunsystems reagiert. Allergene müssen aber nicht zwangsläufig saisonal umherfliegende Pollen, sondern können auch ganzjährig präsente Stoffe wie Hausstaubmilben, Tierhaare oder unentdeckter Schimmel sein.

Bei einer Allergie entstehen massive Schwellungen. Da Lebensgefahr besteht, muss sofort ein Notarzt gerufen werden. Bild: vectorass - fotolia
Bei einer Allergie entstehen massive Schwellungen. Da Lebensgefahr besteht, muss sofort ein Notarzt gerufen werden. Bild: vectorass – fotolia

Eltern, deren Kinder regelmäßig mit triefenden Nasen herumlaufen, sollten daher durch einen Allergietest beim HNO- Arzt abklären lassen, ob eine solche Überrekaktion Symptome auslöst und auf welche Allergene der Patient reagiert. „Das Risiko einer allergischen Erkrankung besteht insbesondere, wenn ein oder beide Elternteile allergisch sind“, erklärt Dr. Uso Walter, Duisburger HNO-Arzt und Vorsitzender des Netzwerks. „Ein sogenannter Prick-Test ist ab dem 4. Lebensjahre möglich, vorher können wir über Blutuntersuchungen eine Allergie feststellen.“ Ein solcher Test ist vor allem im Hinblick auf weitere Erkrankungen frühzeitig sinnvoll, da sich Allergien jederzeit verschärfen können. Neben einer Kreuzallergie, also wenn beispielsweise neben der eigentlichen Allergie gegen Milben, Pollen oder Tierhaare das Kind plötzlich auch keine Nüsse, Äpfel oder Sellerie mehr verträgt, kann sich aus einer Allergie auch Asthma entwickeln.

Deswegen sollten Allergien so früh wie möglich behandelt werden. „Dadurch verhindern wir einen Etagenwechsel von den oberen in die unteren Atemwege, also hin zum Asthma“, ergänzt Dr. Walter. Manchmal helfen schon einfache Maßnahmen wie spezielle Allergiker-Bettwäsche mit Schutzbezügen gegen Milben. Zudem wirken auch Medikamente sogenannte Antihistaminika. „Die einzig erfolgreiche Therapie, die bei den Ursachen ansetzt, ist jedoch eine Immuntherapie, vielen bekannt unter dem Begriff Hyposensibilisierung.“ Dabei wird dem kleinen Patienten das auslösende Allergen in ansteigender Dosierung verabreicht. Über eine Dauer von bis zu drei Jahren gewöhnt der Körper sich daran und reagiert nicht mehr überempfindlich. Patienten bleiben danach in der Regel rund zehn Jahre allergiefrei. Bei Kindern gibt es die Immuntherapien auch in Tabletten und Tropfenform. HNO-Ärzte behandeln Allergien ergänzend aber auch mit naturheilkundlichen Methoden, wie Akupunktur, Eigenblut-Therapien oder Bioresonanz-Verfahren.

Um Allergien bei Kindern mit erblicher Vorbelastung durch die Eltern zu verhindern, sollte möglichst lange gestillt werden und im ersten Lebensjahr nur wenig tierisches Eiweiß wie Eier und Milchprodukte zum Ernährungsplan gehören. (pm)

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