Kinder leiden an Rückenschmerzen durch Schulranzen

Sebastian

Rückenschmerzen durch richtig gepackten Schulranzen vorbeugen

17.04.2013

Häufig denken Schulkinder nicht darüber nach, ihren Schulranzen richtig zu packen. Wenn der Unterricht vorbei ist, werden die Bücher und Hefte dann unbedacht in den Tornister geworfen. Doch ein falsch gepackter Schulranzen kann zu Rückenschmerzen und sogar Haltungsschäden führen.

Rückenschmerzen vorbeugen durch Schulranzen mit breiten, gepolsterten Gurten
Nackenverspannungen und Rückenschmerzen gehören für viele Schulkinder zum Alltag. Schuld ist häufig ein falsch gepackter oder zu schwerer Schulranzen. „Schwere Bücher sollten sich im Tornister nah am Rücken befinden. Der Ranzen sollte mit den Schultern abschließen“, berichtet Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Köln. „Denn bei einem zu tief liegenden Ranzen muss das Kind mit den Bauchmuskeln gegen arbeiten und bei einem zu hoch sitzenden Ranzen mit den Rückenmuskeln, um das Gleichgewicht zu behalten. Sind die Tragegurte zu kurz eingestellt, fördert dies einen Rundrücken, sind sie zu lang gewählt, tendiert die Haltung zu einem Hohlkreuz.“ Der Experte rät deshalb zu breiten, gepolsterten und stufenlos verstellbaren Gurten am Schulranzen. Dadurch verteile sich das Gewicht besser.

Insgesamt sollte das Gewicht des Schulranzens nicht mehr als zehn bis zwölf Prozent des Körpergewichts des Kindes betragen. „Doch kann die Belastbarkeit individuell sehr unterschiedlich sein. Die Muskelkraft des Kindes, seine Koordination und sein Gleichgewichtssinn spielen hierbei eine große Rolle“, sagt Fegeler. Sportliche, aktive Kinder könnten teilweise auch ein Gewicht von 17 Prozent des Körpergewichts ohne Probleme tragen. Für andere untrainierte Kinder führten manchmal schon zehn Prozent des Körpergewichts zu einer Überlastung.

Rückenschmerzen vermeiden durch gute Lastenverteilung im Schulranzen
Auch Dr. Frank John vom orthonet-NRW, einem Zusammenschluss niedergelassener Orthopäden in Nordrhein-Westfalen, rät zu möglichst leichten Schulranzen. Verantwortungsvolle Eltern würden den Schulranzen abends gemeinsam mit ihren Kindern packen und dabei darauf achten, dass nur die Bücher und Hefte eingepackt würden, die auch wirklich am nächsten Tag benötigt würden. Spielzeug oder überflüssiger Ballast solle Zuhause bleiben. Auch bei Trinkflaschen und Brotdosen könne auf ein geringes Gewicht geachtet werden. Dabei solle aber vor allem auch auf die Verteilung der Lasten geachtet werden, so der Experte. Alles Schwere gehöre demnach an die Rückenseite, leichtere Gegenstände könnten im vorderen Taschenbereich verstaut werden.

Wie der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte informiert, gehört eine unnatürliche Körperhaltung beim Tragen des Schulranzens zu den ersten Anzeichen für eine Überlastung. Wenn sich das Kind also stark nach vorne oder hinten beugt oder Probleme beim Aufsetzen des Schulranzens hat, sollten Eltern überprüfen, ob zu viel Gewicht, eine schlechte Verteilung der Last oder der Schulranzen selbst Ursache der Probleme ist. Klagt ein Kind über Rückenschmerzen, kann die Position des Schulranzens verändert werden. Eventuell ist es auch sinnvoll auf ein anderes Modell auszuweichen. Kribbeln und Taubheitsgefühle in den Fingern gehören zu den deutlichen Warnzeichen für eine Überlastung, so der Berufsverband. (sb)

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