Kinder: Viele Herzmuskelentzündungen werden häufig nicht rechtzeitig erkannt

Oft sind Kinder von einer Herzmuskelentzündung betroffen. Bild: Henrie - fotolia
Heilpraxisnet
Eine Herzmuskelentzündung kann lebensgefährlich sein. Gerade Kinder sind gefährdet. Sie spielen und überlasten sich trotz einer Erkältung. Die Erreger können durch die Schwächung des Körpers bis zum Herz wandern. Die Folgen können tödlich sein.

Oft sind Kinder von einer Herzmuskelentzündung betroffen. Bild: Henrie - fotolia
Oft sind Kinder von einer Herzmuskelentzündung betroffen. Bild: Henrie – fotolia

Bis zum 15. Lebensjahr hat etwa jedes zehnte Kind eine Herzmuskelentzündung durchgemacht. Diese verläuft in 80 bis 90 Prozent der Fälle mild und wird unter Umständen gar nicht bemerkt. Etwa 3500 Kinder und Jugendliche erkranken pro Jahr in Deutschland allerdings so schwer, dass sie stationär behandelt werden müssen. Eltern sollten daher über Anzeichen einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) Bescheid wissen, mahnt die Deutsche Herzstiftung in einer Pressemitteilung. Sie informiert in einem neuen Ratgeber über die Myokarditis, der telefonisch oder per E-Mail kostenlos bestellt werden kann.

Herzstolpern Herzschmerzen und Herzrasen
Eine Myokarditis wird auch bei Erwachsenen ofterst deutlich verspätet diagnostiziert. In rund 20 Prozent der Fälle steht die Diagnose erst nach Autopsie der Verstorbenen fest. Die Diagnose einer Herzmuskelentzündung ist nicht zuletzt aufgrund der unspezifischen Symptome relativ schwierig. Eindeutige Leitsymptome sind nicht bekannt. Allgemeines Unwohlsein, Müdigkeit, Fieber und Atemnot werden im Zuge des Erkrankung häufiger beobachtet, gehen jedoch auch mit zahlreichen anderen Krankheiten einher. Ein geringer Anteil der Patienten verzeichnet ein Stechen in der Brust, Herzschmerzen, Herzstolpern oder Herzrasen, was zumindest einigermaßen zuverlässige Hinweise auf Beschwerden des Herzens liefert.

Eine Herzmuskelentzündung entsteht, wenn bei einem Virusinfekt der Atemwege oder des Verdauungstrakts die Erreger auch den Herzmuskel befallen. Das ist bei etwa 5 bis 10 Prozent aller Virusinfektionen der Fall. Meist verläuft eine Myokarditis subklinisch und heilt ohne Behandlung komplett aus. Es kann aber auch zu schweren Verläufen kommen mit Herzschwäche, Atemnot und Herzrhythmusstörungen bis hin zum plötzlichen Herztod.

Eine Myokarditis wird etwa in jedem dritten Fall chronisch. Dann bildet sich Narbengewebe im Herzmuskel und es kann in der Folge zu Herzrhythmusstörungen und einer eingeschränkten Pumpleistung kommen. Um das zu vermeiden, müssen Patienten mit einer akuten Infektion sich körperlich schonen. Auch nach einer überstandenen Myokarditis ist für sie Sport mindestens sechs Wochen lang tabu. (am)

Der Ratgeber «Herzmuskelentzündung – eine oft unterschätzte Erkrankung des Herzens» kann bei der Deutschen Herzstiftung telefonisch (069 – 955 128 400) oder per E-Mail (bestellung@herzstiftung.de) angefordert werden. (pm)

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