Kinder von älteren Müttern sind fitter, größer und gescheiter

Kinder von älteren Müttern sind einer neuen Studie zufolge gesünder, größer und intelligenter als der Nachwuchs jüngerer Frauen. (Bild: Andy Dean/fotolia.com)
Alfred Domke
Neue Studie: Kinder älterer Mütter sind fitter, größer und gebildeter
Zwar haben wissenschaftliche Untersuchungen in der Vergangenheit gezeigt, dass die Gesundheitsrisiken von Kindern mit dem Alter ihrer Mütter steigen, doch offenbar profitiert der Nachwuchs auch davon. Neuesten Erkenntnissen zufolge sind Kinder älterer Mütter fitter, größer und intelligenter.

Trotz Risiken profitieren Kinder älterer Mütter
Das Durchschnittsalter bei Müttern steigt immer weiter an. Und das, obwohl zahlreiche Studien gezeigt haben, dass die Gesundheitsrisiken von Kindern mit dem Alter ihrer Mütter steigen: Je später Frauen schwanger werden, desto größer ist zum Beispiel die Gefahr, dass die Kinder öfter mit Down-Syndrom geboren werden. Zudem kann der Nachwuchs später im Leben eher an Alzheimer, Bluthochdruck oder Diabetes erkranken. Trotz dieser Risiken profitieren Kinder davon, wenn ihre Mütter sie erst spät bekommen, berichtet das Max-Planck-Institut für demografische Forschung (MPIDR) in Rostock in einer Pressemitteilung. Dies belegt eine Studie, die der Direktor des MPIDR, Mikko Myrskylä, und Kieron Barclay von der „London School of Economics“ im Fachblatt „Population and Development Review“ veröffentlicht haben.

Kinder von älteren Müttern sind einer neuen Studie zufolge gesünder, größer und intelligenter als der Nachwuchs jüngerer Frauen. (Bild: Andy Dean/fotolia.com)
Kinder von älteren Müttern sind einer neuen Studie zufolge gesünder, größer und intelligenter als der Nachwuchs jüngerer Frauen. (Bild: Andy Dean/fotolia.com)

Ähnliche Ergebnisse in früheren Untersuchungen
Schon vor Jahren hatten Forscher um Mikko Myrskylä bei einer Untersuchung der medizinischen Daten von 18.000 US-Bürgern herausgefunden, dass Kinder alter Frauen gesünder sind als andere. Ende vergangenen Jahres berichteten britische Forscher der „London School of Economics“ über Studienergebnisse denen zufolge Mütter in den Dreißigern meist intelligentere Kinder bekommen. In der aktuellen Studie wurden nun Daten aus Schweden ausgewertet.

Vorteile medizinischer Fortschritte
Auch wenn ein höheres Alter der Mutter mit Gesundheitsrisiken für das Kind einhergehen, ist der Nachwuchs von älteren Müttern laut den Forschern gesünder, größer und gebildeter als die Kinder von jüngeren Frauen. Wie es heißt, überwiegen die Vorteile medizinischer Fortschritte und eines mit der Zeit besseren sozialen Status der Mutter die Risiken. Frühere Studien, die den Einfluss des Alters der Mutter auf die Gesundheit ihrer Kinder untersuchten, hatten laut den Wissenschaftlern derartige Entwicklungen außer Acht gelassen.

Nachwuchs mit besseren Schulleistungen
In ihrer Studie analysierten die Forscher die Daten von mehr als 1,5 Millionen Frauen und Männern aus Schweden, die zwischen 1960 und 1991 geboren wurden. Sie untersuchten die Größe dieser Menschen, ihre körperliche Fitness, ihre Schulabschlüsse und ihren Bildungsstand. Die Faktoren Größe und körperliche Fitness untersuchten sie, da diese gute Indikatoren für den allgemeinen Gesundheitszustand sind, während der Bildungsgrad entscheidend für den beruflichen Erfolg und den sozioökonomischen Status ist. Die Wissenschaftler stellten fest, dass die Kinder älterer Mütter größer waren, bessere Schulleistungen erzielten und mit einer höheren Wahrscheinlichkeit eine Universität besuchten als die Kinder jüngerer Mütter. Das galt selbst dann, wenn die Mütter bei der Geburt des Kindes bereits über 40 Jahre alt waren.

Andere Sichtweise auf das fortgeschrittene Alter von Müttern
Und auch als die Forscher Geschwister mit einem großen Altersabstand verglichen, stellte sich heraus, dass Kinder, deren Mutter bei der Geburt Anfang 40 gewesen war, im Schnitt etwa ein Jahr länger eine Schule oder Universität besuchten als Geschwister, bei deren Geburt die Mutter erst Anfang 20 gewesen war. „Die Vorteile, die sich aus einem späteren Geburtsjahr ergeben, überwiegen die individuellen Risikofaktoren eines höheren Alters der Mutter bei der Geburt“, fasste Mikko Myrskylä die Ergebnisse zusammen. Laut dem Wissenschaftler müsse man eine andere Sichtweise auf das fortgeschrittene Alter von Müttern entwickeln: „Werdenden Eltern ist fast immer bewusst, welche Risiken mit einer späten Schwangerschaft einhergehen – die positiven Effekte kennen sie hingegen kaum.“ (ad)

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