Kinderverpflegung: DGE-Qualitätsstandards sollten für alle Kitas gelten

Die DGE fordert die Einhaltung ihrer Qualitätstandards in allen Kitas. (Bild: Petro Feketa/fotolia.com)
Fabian Peters
DGE-Qualitätsstandard zur Verbesserung der Verpflegung von Kindern
Eine ausgewogene Ernährung ist für Kinder besonders wichtig, doch das Angebot in den Kindertageseinrichtungen wird den Ansprüchen oftmals nicht gerecht. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat daher Qualitätsstandards entwickelt, an denen sich die Kitas orientieren können. Welche positiven Effekte die Umsetzung der Standards hat, zeigt laut Mitteilung der DGE die Studie „Verpflegung in Kindertageseinrichtungen“ (VeKiTa).

„In Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren die Betreuung und Verpflegung von Kindern zwischen 0 bis 7 Jahren drastisch verändert: Heute werden knapp drei Millionen Kinder in Kitas betreut, über 2 Millionen erhalten dort eine Mittagsverpflegung“, so die Mitteilung der DGE. Im Jahr 2000 habe die Zahl noch bei rund einer Million Kindern gelegen. Auch die Altersgruppe der unter 3-Jährigen spiele derzeit eine immer größere Rolle. Insgesamt komme der Verpflegung bei der Kinderbetreuung eine Schlüsselfunktion zu.

Die DGE fordert die Einhaltung ihrer Qualitätstandards in allen Kitas. (Bild: Petro Feketa/fotolia.com)
Die DGE fordert die Einhaltung ihrer Qualitätstandards in allen Kitas. (Bild: Petro Feketa/fotolia.com)

Verbesserte Qualität und höhere Zufriedenheit
Den Angaben der DGE zufolge ist die Akzeptanz der Kinder für gesunde Lebensmittel wie Gemüse, Obst oder auch Fisch umso höher, je öfter diese auf den Tisch kommen. In den „DGE-Qualitätsstandards für die Verpflegung in Tageseinrichtungen für Kinder“ werde ausdrücklich auf eine breite Verwendung dieser gesundheitsfördernde Lebensmittel hingewiesen. Kitas, die den DGE-Standard bei der Ernährung umsetzen, zeigen eine verbesserte Qualität des Mittagessens und die Zufriedenheit mit der Verpflegung steigt, so die Mitteilung der DGE auf Basis der Ergebnisse aus der Studie „Verpflegung in Kindertageseinrichtungen“. Für die Studie hatten Forscher der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg bundesweit die Qualität der Verpflegung von Kitas untersucht.

Verbindliche Umsetzung der DGE-Qualitätsstandards gefordert
Mit Einführung das DGE-Qualitätsstandards als Basis für die Verpflegung sei der Speiseplan in den Kitas abwechslungsreicher geworden und „mehr frische Lebensmittel, mehr Biolebensmittel und mehr regionale Produkte (kamen) zum Einsatz“, berichtet die DGE. Gemüse, Salate, Obst, fettarme Milchprodukte und Fisch würden häufiger angeboten, Fleischwaren und süße Speisen hingegen seltener. Dies habe positive Auswirkungen auf die Nährstoffversorgung der Kinder. Die DGE fordert daher „die verbindliche Umsetzung des DGE-Qualitätsstandards in allen Kitas.“

Oft kein Verpflegungskonzept vorhanden
In der DGE-Studie haben sich auch die Schwächen bei der aktuellen Verpflegung in den Kitas offenbart. So fehlte bei 40 Prozent der Kitas ein Verpflegungskonzept, bei zehn Prozent war dies in der Erstellung und lediglich 35 Prozent konnten ein entsprechend ausgearbeitetes Konzept vorlegen. Rund 30 Prozent der Kitas nutzen als Basis der Verpflegung die DGE-Qualitätsstandards, welche Hinweise zur Gestaltung der Speisepläne, Lebensmittelauswahl oder Speiseherstellung umfassen. Auch werden hier praktische Hilfestellungen zur Essatmosphäre, zur Ernährungsbildung sowie zu rechtlichen Bestimmungen gegeben, berichtet die DGE. Die aktuelle Studie belege, „dass durch den Einsatz dieses Instruments ein gesundheitsförderndes Verpflegungsangebot in der Kita gesichert wird und die Ernährung einen höheren Stellenwert erlangt.“

Defizite bei den Räumichkeiten
Weitere Defizite bei vielen Kitas bilden laut Mitteilung der DGE die Räumlichkeiten und die Ausstattung der Küchen. So würden lediglich 16 Prozent über eine voll ausgestattete Küche mit Großküchengeräten verfügen und mehr als die Hälfte der Kita-Küchen sei nur mit haushaltsüblichen Geräten ausgestattet. In lediglich knapp 40 Prozent der Kitas sei eine Fachkraft vorhanden, die die Anforderungen an die Qualität der Mahlzeiten für die unterschiedlichen Altersgruppen – insbesondere der unter 3-Jährigen – und die Hygiene sicherstellen kann. Hier sei zumindest eine zentrale Fachstelle für Ernährung und Verpflegung beim Träger angeraten, falls eine Kita sich eine Fachkraft alleine nicht leisten kann, so der Hinweis der DGE. (fp)

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