Kinderwagenabdeckungen schützen kleine Kinder vor Luftverschmutzung

Alexander Stindt
Die negativen Auswirkungen der Luftverschmutzung sind für kleine Kinder besonders schädlich
Die weltweit auftretende Luftverschmutzung gefährdet die Gesundheit der Menschen. Gerade kleine Kinder und Säuglinge sind von den negativen Auswirkungen besonders stark betroffen. Forscher rieten jetzt dazu, dass Eltern Abdeckungen auf ihren Kinderwagen nutzen sollten, um ihren Nachwuchs vor der Luftverschmutzung zu schützen.

Die Wissenschaftler der University of Surrey stellten bei einer Untersuchung fest, dass die Nutzung von Abdeckungen auf Kinderwagen dazu führen kann, dass unsere Kleinkinder besser vor den gesundheitsschädlichen Auswirkungen der Luftverschmutzung geschützt werden. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „Environmental Pollution“.

Wie schützen wir unsere Kinder am besten vor den schädlichen Auswirkungen der Luftverschmutzung und in welchem Alter sind Kinder besonders stark betroffen? Forscher versuchten jetzt auf genau diese Fragen Antworten zu finden. (Bild: Stanislav Komogorov/fotolia.com)

Kleinkinder in Kinderwagen sind besonders stark gefährdet
Für ihre aktuelle Studie untersuchten die Experten die Grade der Verschmutzung innerhalb von Kinderwagen. So wollten sie versuchen zu beurteilen, wie stark gerade kleine Kinder von der auftretenden Luftverschmutzung betroffen sind. Die Ergebnisse zeigten, dass Säuglinge oder kleine Kinder im Kinderwagen morgens auf dem Schulweg stärker der Luftverschmutzung ausgesetzt waren, als ihre zu Fuß gehenden Geschwister, erklären die Experten.

Gründe für die erhöhte Gefährdung durch Luftverschmutzung bei kleinen Kindern?
Kleine Kinder sind wegen ihrer unreifen und sich noch entwickelnden Systeme und wegen des geringeren Körpergewichts weitaus anfälliger für die Gefahren durch eine Verschmutzung der Luft als beispielsweise Erwachsene, sagt Dr. Prashant Kumar von der University of Surrey

Der Weg zur Schule birgt Risiken für die Gesundheit der Kinder
Die Ergebnisse der Untersuchung sollten Familien dabei helfen, dass sie einen besseren Einblick über eventuelle negative Auswirkungen des Fußwegs zur Schule oder zum Kindergarten bekommen, erläutern die Wissenschaftler. Für unseren Nachwuchs ist dieser Weg besonders riskant, weil die Kinder gefährliche und besonders schädliche Stoffe einatmen können.

Schaffen Sie eine Barriere zwischen Kind und Abgasemissionen
Was können Eltern dagegen tun, dass ihre Kinder der Luftverschmutzung ausgesetzt sind? Eine der einfachsten Möglichkeiten zum Schutz der Kinder ist, eine Barriere zwischen den Kindern und den Abgasemissionen zu nutzen, sagen die Mediziner. Dafür können Eltern beispielsweise einfach die Kinderwagen-Abdeckungen nutzen.

Gerade an Straßenkreuzungen ist die Luftverschmutzung besonders stark
Diese Form des Schutzes sollte vor allem an sogenannten Hotspots der Luftverschmutzung angewendet werden. Zu solchen Hotspots gehören beispielsweise Straßenkreuzungen. Wenn möglich, sollten Eltern genau an solchen besonders verschmutzten Punkten Abdeckungen auf ihren Kinderwagen nutzen, weil hier die Gefahr besonders groß ist, erklärt Dr. Kumar.

Morgens sind ist die Luftverschmutzung besonders stark
Für ihre Untersuchung platzierten die Wissenschaftler Detektoren in Kinderwagen. Insgesamt wurden 64 Schulwege durch den Einsatz der Detektoren analysiert. Der Zeitpunkt der Messungen waren typische Absetz- oder Abholzeiten in Schulen und Kindergärten, erläutern die Forscher. Die Werte zeigten, dass die Grade der Verschmutzung in der Stoßzeit am Morgen besonders hoch waren.

Vorsichtsmaßnahmen sollen die auftretende Exposition entlang von belebten Straßen reduzieren
Feinstaubpartikel führen zu größeren gesundheitlichen Auswirkungen bei Kindern im jungen Alter, verglichen mit älteren Kindern. Junge Kinder sind einfach anfälliger für die bei der Luftverschmutzung auftretenden Partikel, erläutern die Forscher. Dieser Effekt bewirke, dass eine deutliche Notwendigkeit für Vorsichtsmaßnahmen besteht, um eine auftretende Exposition während der Beförderung im Kinderwagen entlang von belebten Straßen zu begrenzen.

570.000 Kinder unter fünf Jahren sterben im Jahr an den Auswirkungen der Luftverschmutzung
Laut einem aktuellen Bericht der Weltgesundheitsorganisation WHO sterben jährlich etwa 570.000 Kinder im Alter von unter fünf Jahren an Krankheiten, welche mit der Luftverschmutzung verbunden zu sein scheinen.

Bushaltestellen und Ampeln sind ebenfalls besonders stark verschmutzt
Die Wissenschaftler warnten davor, dass Punkte wie beispielsweise Bushaltestellen und Ampeln besonders durch die Luftverschmutzung betroffen sind. Die winzigen Partikel aus Abgasen und Reifen können dort schnell in den Blutkreislauf gelangen. Alleine in Großbritannien verursache die Verunreinigung durch solche Partikel schätzungsweise 29.000 frühzeitige Todesfälle bei Erwachsenen pro Jahr, erklären die Experten. (as)