Kita wegen Hirnhautentzündungen geschlossen

Fabian Peters

Kita in Wasbek wegen Meningitis-Erkrankungen geschlossen

05.07.2013

Eine Kita im schleswig-holsteinischen Wasbek musste aufgrund mehrerer Fällen von Hirnhautentzündungen geschlossen werden. Bereits am Donnerstag wurde die Kita in Wasbek vorsorglich wegen der aufgetretenen Meningitis-Erkrankungen geschlossen, so die Mitteilung der Nachrichtenagentur „dpa“ unter Berufung auf die Aussage des Gesundheitsamtsleiters im Kreis Rendsburg-Eckernförde, Armin Kalmbach.

In der westlich von Neumünster gelegenen Gemeinde Wasbek und Umgebung sind den aktuellen Berichten zufolge bislang mindestens sieben Kinder und Erwachsene an einer Hirnhautentzündung erkrankt. Fünf Betroffene wurden im Krankenhaus versorgt. Die 150 Kinder, welche die Kita der Gemeinde besuchen, müssen aufgrund einer möglichen Ansteckungsgefahr seit Donnerstag zu Hause bleiben. Zwei Fälle sind laut Angaben des Gesundheitsamtsleiters direkt bei den Kindern der Kita aufgetreten und fünf weitere Erkrankungen im unmittelbaren Umfeld. Für zweieinhalb Wochen bleibt die Kita in Wasbek nun geschlossen, in der Hoffnung, dass bis dahin die Ursache der Erkrankungen ermittelt werden kann.

Bekannte Hirnhautentzündungen nur die Spitze des Eisberges?
Ende Juni war der erste Verdachtsfall einer Meningitis-Erkrankung in Wasbek aufgetreten. Seither wurden sechs weitere Erkrankungen bekannt, wobei die gemeldeten Fälle nach Einschätzung von Armin Kalmbach vermutlich nur die Spitze des Eisberges darstellen. Es sei davon auszugehen, dass die Erkrankung von den Betroffenen oftmals nicht erkannt beziehungsweise stattdessen als Sommergrippe wahrgenommen werde. Hervorgerufen werde die Hirnhautentzündung vermutlich durch Entero-Viren, hier seien allerdings noch weitere Analysen erforderlich, bevor eine verlässliche Aussage getroffen werden kann.

Viren mögliche Auslöser der Hirnhautentzündungen
Entero-Viren werden in der Regel auf fäkal-oralem Weg übertragen, wobei nicht selten eine mangelnde Hygiene nach dem Toilettengang eine Rolle spielt. Über die kontaminierten Hände gelangen die Erreger anschließend auch auf Alltagsgegenstände und können sich hier über längere Zeit halten. Möglich ist zudem eine Verbreitung über Schwimmbecken oder gar das Trinkwasser. Die viralen Hirnhautentzündungen sind allgemein nur eingeschränkt therapierbar. Der Körper muss die Erkrankung selbst überwinden und die Behandlung konzentriert sich meist auf eine Linderung der Symptome. „Das ist wie eine Grippe. Das müssen wir einfach aussitzen“, zitiert die „dpa“ den Leiter des Gesundheitsamts im Kreis Rendsburg-Eckernförde. Das Risiko von Komplikationen im Krankheitsverlauf ist dabei jedoch nicht zu unterschätzen.

Drohende schwerwiegende Gesundheitsschäden durch Meningitis
Beschwerden wie Kopfschmerzen, Fieber, Bewusstseinsbeeinträchtigungen, Übelkeit und Erbrechen zählen zu den typischen Symptomen einer Meningitis. Darüber hinaus können auch schwerwiegender Beeinträchtigungen auftreten, wobei ein krampfhaft steifer Nacken als kritisches Warnzeichen zu bewerten ist. Dieser steht häufig im Zusammenhang mit der Entwicklung sogenannter Hirnödeme, welche ihrerseits erhebliche weitere Beschwerden verursachen können. Es drohen neurologische Ausfallerscheinungen, wie Sehstörungen, eine Hörminderung, epileptische Anfälle oder Lähmungen. Schlimmstenfalls kann eine Hirnhautentzündung auch zum Tod der Betroffenen führen. (fp)

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Bild: Erich Westendarp / pixelio.de