Kleines Kind durch winzige Platzwunde mit fleischfressenden Bakterien infiziert

Alexander Stindt
Fleischfressende Bakterien versetzen kleinen Jungen in Lebensgefahr
In Großbritannien hat sich ein vier Jahre alter Junge mit fleischfressenden Bakterien infiziert, nachdem er eine kleine Platzwunde über seinem Auge erlitten hatte. Bereits wenige Stunden nach Behandlung der Verletzung begann der Junge sich zu übergeben und seine Augen schwollen stark an. Als die Mutter den Jungen in ein Krankenhaus brachte, wurde ihr mitgeteilt, dass ihr Sohn von einer gefährlichen bakteriellen Infektion befallen ist, welche das Gewebe der Haut so beeinflusst, dass freigesetzte Toxine beginnen das Fleisch wegzufressen.

Der kleine Rhys Pritchard fiel im Garten unglücklich auf seinen Kopf, wobei eine kleine Wunde am Auge entstand. Die Mutter des Jungen brachte ihn sofort in ein Krankenhaus, um dort die entstandene kleine Kopfwunde über dem Auge behandeln zu lassen. Der Schnitt wurde mit einigen Stichen genäht, doch weige Stunden später begann sich der Junge zu erbrechen und seine Augen schwollen an. Die Mutter fuhr darauf hin mit ihrem Sohn zurück ins Krankenhaus und die Mediziner diagnostizierten, dass der Junge an einer fleischfressenden bakteriellen Infektion mit der Bezeichnung nekrotisierende Fasziitis litt, berichten britische Medien.

Die gefährliche Infektion mit fleischfressenden Bakterien hat fast das Leben eines kleinen Jungen gekostet. Nur durch eine schnelle Behandlung konnten schwere Schäden oder gar der Tod des Kindes vermieden werden. (Bild: AntonioDiaz/fotolia.com)

Was ist nekrotisierende Fasziitis?
Diese Erkrankung ist eine äußerst seltene und sehr gefährliche bakterielle Infektion, bei der die Erreger im menschlichen Gewebe Toxine freisetzen, die dann das Fleisch der Betroffenen zersetzen, erläutern die Experten. Die nekrotisierende Fasziitis ist eine seltene, aber schwerwiegende bakterielle Infektion, die das Gewebe unter der Haut und die umgebenden Muskeln und Organe (Faszie) beeinflusst, erklärt hierzu der britische National Heatlh Service (NHS).

Temperatur des Kindes stieg plötzlich stark an
Es war eine schreckliche Situation für Mutter und Kind. „Rhys wirkte wie versteinert, ich versuchte möglichst ruhig zu bleiben und erklärte ihm, dass die Behandlung durch die Ärzte alles besser machen würde“, sagte die Mutter Keisha. Während der Körper des Jungen auf eine Infektion überprüft wurde, begann die Situation sich zuzuspitzen. Seine Temperatur stieg plötzlich drastisch an und der Junge litt unter starken Schmerzen. „Es war fürchterlich ihn in einem solchen Zustand zu sehen“, fügt die Mutter hinzu.

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Mediziner mussten chirurgisch eingreifen
Innerhalb der nächsten zwei Tagen bildeten sich mit Flüssigkeit gefüllte Schwellungen an den Augen des Jungen. Die Chirurgen waren letztlich dazu gezwungen, das infizierte Gewebe und die Haut seines Augenlids wegzuschneiden und die Flüssigkeit abfließen zu lassen. Der Junge wurde auf eine Isolierstation verlegt und alle Menschen, die ihn besuchen wollten, mussten spezielle Schutzanzüge tragen. Es war wirklich erschreckend, berichtet die Mutter.

Mediziner: Bereits einen Tag später wäre eine Behandlung zu spät gewesen
Auch zehn Monate nach der Behandlung ist Rhys immer noch nicht in der Lage, sein rechtes Auge vollständig zu schließen. Es seien weitere Operationen zur Korrektur nötig, ehe der vorherige Gesundheitszustand hoffentlich wiederhergestellt werden kann. Die Ärzte hatten der Mutter erklärt, dass wenn die Behandlung der gefährlichen Infektion nur einen Tag später begonnen hätte, dies bereits zu spät für den Jungen gewesen wäre.

Kind musste elf Tage in einem Krankenhaus verbringen
„Es war erschreckend zu hören, dass Rhys durch diese Erreger blind geworden wäre oder sogar an der Infektion versterben könnte und ich bin froh ins Krankenhaus gefahren zu sein, bevor es zu spät war“, erläutert die Mutter des Kindes. Rhys verbrachte insgesamt elf Tage am Universitätsklinikum Wales, bevor er zu seinen Eltern zurückkehren durfte. Weitere Eingriffe sind allerdings nötig, um beispielsweise sein rechtes Auge zu behandeln. (as)