Klinik hat 200 Patienten irrtümlich tot gemeldet

Heilpraxisnet

Australien: Fehler im IT-System des Krankenhauses erklärt 200 Patienten für tot

14.08.2014

Ein Krankenhaus im australischen Melbourne hat zahlreichen Hausärzten aus Versehen falsche Mitteilungen über den Tod ihrer Patienten gefaxt. Obwohl der Irrtum schnell aufgedeckt wurde, erreichte die schockierende Nachricht in mindestens einem Fall die Angehörigen. Ein Fehler im Entlassungsformular der Klinik hatte dazu geführt, dass 200 Patienten, die nach ihrer Behandlung entlassen werden sollten, versehentlich für tot erklärt wurden.

Patienten für tot erklärt wegen IT-Panne
In Australien werden die Hausärzte von Patienten, die aus dem Krankenhaus entlassen werden, automatisch mittels Formular informiert. Dabei trat im Austin-Health-Krankenhaus in Heidelberg, Melbourne, ein folgenschwerer Fehler auf. Statt über die Entlassung wurden die Hausärzte von insgesamt 200 Patienten aus Versehen über deren Tod informiert. Wie die Klinik berichtet sei menschliches Versagen Ursache der IT-Panne. In den Benachrichtigungen über Todesfälle seien Änderungen vorgenommen worden, die unbeabsichtigt im Formular für Entlassungen gespeichert worden seien, erklärt die Krankenhaussprecherin Taryn Sheehy gegenüber der Zeitung „Herald Sun“. Hausärzte, die das Schreiben erhielten, seien aber binnen weniger Stunden über den Fehler informiert worden. „Wir entschuldigen uns bei allen betroffenen Praxen. Die meisten haben sehr verständnisvoll reagiert,“ so Sheehy.

Der Präsident der Australian Medical Association, Dr. Tony Bartone, erklärte gegenüber der Zeitung, dass der Fehler inakzeptabel sei. „Viele dieser Ärzte haben lange Beziehungen zu ihren Patienten und deren Familien“, betonte er. „Es wäre schockierend, ein solches Fax zu erhalten, vor allem im Zusammenhang mit dem unerwarteten Tod von Kindern und Jugendlichen."

Das Austin-Health-Krankenhaus ist eine Klinik mit fast 1.000 Betten und vielen Spezialabteilungen. Ein funktionierendes IT-System ist einem derart großen Haus unabdingbar, um die Fülle an Patientendaten zu speichern und zu verwalten. Ob das System nach dieser folgenschweren Panne umgestellt wird, teilte die Klinik bisher nicht mit. In mindestens einem Fall hatte ein betroffener Hausarzt bereits die Angehörigen informiert. (ag)

Bild: NicoLeHe / pixelio.de