Knochenmarkspende für Martin Mitterer gesucht

Fabian Peters

Knochenmarkspende: Hunderte folgen Typisierungsaktion für Martin Mitterer

28.02.2011

Hunderte Freiwillige folgten dem gemeinsamen Aufruf des Vaters von Martin Mitterer und der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB). 736 Freiwillige haben sich im Rathaus von Inzell durch eine Blutabgabe als potenzielle Knochenmark- oder Stammzellenspender für den an Leukämie erkrankten Arzt typisieren lassen.

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Knochenmerkspende: 736 Freiwillige lassen sich typisieren
Die Unterstützung der Typisierungsaktion sei überwältigend gewesen, freute sich der Vater des Betroffenen, Johann Mitterer, die Koordinatorin der AKB, Manuela Ortmann, der AKB-Geschäftsleiter Dr. Hans Knabe und der Bereitschaftsleiter des BRK, Hubert Pointner über den Andrang im Rathaus. Knapp 50 Prozent der Spender seien dabei aus Inzell und Weißbach (Heimatort der jungen Arztes) gekommen, allerdings waren auch Spender anderen Gemeinden im Landkreisen Traunstein, Berchtesgadener Land und Rosenheim anwesend, berichteten die Verantwortlichen. Die Beteiligten der AKB zeigten sich beeindruckt von der exzellenten Vorarbeit, die von der Familie des Betroffenen gemeinsam mit vielen Freunden und Helfern geleistet wurde. Positiv bewerteten die Verantwortlichen der AKB auch das Durchschnittsalter der potenziellen Spender, das bei rund 30 Jahren lag – hier komme das große Verantwortungsbewusstsein der jungen Menschen zum Ausdruck.

Junger Arzt bereits 2006 an Leukämie erkrankt
Der junge Arzt Martin Mitterer war bereits im Jahr 2006 zum ersten Mal an einem „Non-Hodgin-Lymphom“ (Tumor in der Lymphbahn) erkrankt. Damals konnte jedoch mit Hilfe einer intensiven Chemotherapie der Krebs vorerst erfolgreich behandelt werden. Nun muss Martin Mitterer jedoch erneut gegen der Krebs ankämpfen, wobei eine Knochenmark- beziehungsweise Stammzellenspende für seine Chancen auf Heilung dringend erforderlich wäre. Daher haben die Angehörigen und Freunde gemeinsam mit der AKB die jetzige Typisierungsaktion gestartet. Die Koordinatorin der AKB, Manuela Ortmann, erklärte anschließend, dass die Auswertung der genommenen Blutproben nun etwa sechs bis acht Wochen dauern werde, bis fest steht, ob ein geeigneter Spender unter den Freiwilligen war. Allerdings gehe es Martin Mitterer momentan nach einer Antibiotika-Behandlung und einer Blutübertragung relativ gut, so dass die Wartezeit keine größeren Probleme mit sich bringen sollte, betonte der Vater. Der junge Mediziner sei aus der Klinik entlassen worden und hoffe nun, dass sein verhältnismäßig stabiler Zustand anhält, bis ein Spender gefunden ist und eine erneute Chemotherapie begonnen werden kann.

Vorbildliches Engagement bei Typisierungsaktion
Insgesamt waren elf Mitarbeiter der AKB, 25 Helfer der BRK-Bereitschaft Inzell sowie einige Arzthelferinnen aus Inzell und Umgebung an der Erfassung der Spenderdaten und den Blutabnahmen beteiligt, erklärte die Koordinatorin der AKB. Freunde und Verwandte von Martin Mitterer sorgten außerdem für die Verköstigung der Spender und standen an den Parkplätzen zur Einweisung bereit. Wobei neben selbstgebackenen Kuchen die Getränke und Brotzeiten von Betrieben aus Inzell und der näheren Umgebung kostenfrei zur Verfügung gestellt wurden. Alles in allem war das Engagement vorbildlich, so das Fazit der Verantwortlichen. Auch der Vater, Johann Mitterer, bedankte sich im Namen seines Sohnes und seiner Familie bei allen Spendern, den Bürgermeistern Martin Hobmaier aus Inzell und Klaus Bauregger aus Schneizlreuth und den Helfern, die sich in irgend einer Weise an der Typisierungsaktion beteiligt haben. Zur Deckung der Kosten von rund 40 Euro je Typisierung wurden während der Aktion am Samstag 6.238 Euro gespendet. Angesichts der umfassenden Unterstützung zeigte sich Johann Mitterer zuversichtlich, bald einen möglichen Spender für seien Sohn zu finden.

Überzeugungsarbeit für Knochenmark- und Stammzellenspenden
Der AKB-Geschäftsleiter Dr. Hans Knabe betonten im Rahmen der aktuellen Typisierungsaktion, dass bundesweit bisher nur zehn Prozent (vier Millionen) der potentiellen Spender in den 30 verschiedenen Spenderdateien erfasst seien. Viel zu wenig, wie Dr. Knabe unterstrich. Zwar hätten sich allein in Bayern bis dato 240.000 Menschen typisieren lassen, doch um alle Bedürftigen mit entsprechenden Knochenmark- bzw. Stammzellenspenden zu versorgen, reicht dies nach Aussage des Experten bisher bei weitem nicht aus. Hier muss in Zukunft noch viel Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit geleistet werden, betonte Dr. Knabe. (fp)

Bild: Herbert Käfer / pixelio.de