Knochenschwund: Wie man Osteoporose vorbeugen kann

Alfred Domke

Ernährung und Bewegung: So Osteoporose richtig vorbeugen

Gesundheitsexperten zufolge leiden rund sechs Millionen Menschen in Deutschland an Osteoporose. Der Knochenschwund führt bei den Betroffenen zu einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität. Doch es gibt Mittel und Wege, der Erkrankung vorzubeugen. Darauf weisen Fachleute anlässlich des Welt-Osteoporose-Tages am 20. Oktober hin.

Eine der häufigsten Krankheiten weltweit

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehört Osteoporose zu den zehn häufigsten Krankheiten weltweit. Allein in Deutschland leiden rund sechs Millionen Menschen daran. Die Erkrankung betrifft überwiegend ältere Menschen, vor allem Frauen. Männer sind verhältnismäßig weniger vom Knochenschwund betroffen. Zum bevorstehenden Welt-Osteoporose-Tag am 20. Oktober weisen Experten auf Möglichkeiten hin, wie man sich vor Osteoporose schützen kann.

Rund sechs Millionen Menschen in Deutschland leiden an Osteoporose. Experten empfehlen regelmäßige Bewegung sowie eine ausreichende Zufuhr von Vitamin D und Kalzium, um dem Knochenschwund vorzubeugen. (Bild: ARochau/fotolia.com)

Knochen werden immer poröser

Bei Osteoporose handelt es sich um eine Stoffwechselerkrankung der Knochen, die zur Folge hat, dass sich Knochensubstanz abbaut.

„Wenn die Balance zwischen Knochenaufbau und -abbau nicht mehr stimmt und der Knochenabbau überwiegt, lässt die Belastbarkeit nach und der Knochen wird immer poröser“, erklärt der „Osteoporose Selbsthilfegruppen Dachverband e.V.“ (OSD) auf seiner Webseite.

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„Damit steigt das Risiko für Knochenbrüche – in der Fachsprache Frakturen genannt – stark an“, erläutern die Experten.

Die Krankheit wird unter anderem auch als „leise Epidemie des 21. Jahrhunderts“ beschrieben. Leise deshalb, weil brüchiger werdende Knochen selbst nicht schmerzen.

„Schmerzhaft wird es erst, wenn sich mit fortgeschrittenem Knochenschwund auch die ersten Frakturen einstellen“, so der OSD.

Viele Patienten warten lange auf die richtige Diagnose

Und selbst nach Brüchen erhalten viele Osteoporose-Patienten oft keine richtige Diagnose. Noch immer werden viel zu oft nur die Symptome und nicht die eigentliche Krankheit behandelt.

Wenn Hinweise auf Osteoporose vorliegen – etwa Knochenbrüche aus scheinbar geringem Anlass – sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, der eine Knochendichtemessung vornehmen kann.

Erst wenn diese Untersuchung Klarheit gebracht hat, können therapeutische Maßnahmen ergriffen werden. Auch ein geringer Vitamin-D-Spiegel kann Anlass zur Sorge sein.

Risikofaktoren vermeiden

Neben fortgeschrittenem Alter, familiärer Vorbelastung, Östrogenmangel, zu wenig Bewegung, dem übermäßigen Konsum von Tabak und Alkohol gehört auch Vitamin-D-Mangel zu den möglichen Osteoporose-Ursachen.

Auch bestimmte Medikamente, etwa welche, die bei Diabetes angewandt werden, können die Knochengesundheit schwächen.

Grundsätzlich empfehlenswert ist eine Osteoporose-Prävention bevor die Knochen schwinden. Der beste Schutz vor der Krankheit ist immer noch eine gesunde Lebensweise, die zumindest die beeinflussbaren Risikofaktoren vermeidet.

Vor allem drei Maßnahmen können dazu beitragen, den Knochenabbau zu verhindern oder zumindest zu verzögern: Eine kalziumreiche Ernährung, regelmäßige sportliche Betätigung und ausreichend Vitamin D.

Ausreichende Kalziumzufuhr

Um die Knochen zu stärken, ist es vor allem wichtig, ausreichend Kalzium zu sich zu nehmen – und dies bereits in jungen Jahren. Dieses Mineral findet sich in zahlreichen Lebensmitteln.

Oft werden Milchprodukte als gute Kalziumlieferanten hervorgehoben. Allerdings weist der OSD darauf hin, dass ein „hoher Eiweißanteil in der Nahrung zu Kalziumverlusten führt“.

Und: „Der häufige Verzehr von tierischen Eiweißen durch Milchprodukte, Eier und Fleisch führt zu einer chronischen Übersäuerung des Organismus“, so die Experten.

Daher sei es fraglich, ob Milchprodukte wirklich gesundheitlich zuträgliche und optimale Kalziumlieferanten sind.

Auch anderen Fachleuten zufolge sollte der wichtige Mineralstoff besser über Gemüse wie Brokkoli, Fenchel oder Grünkohl, Nüsse, Sojaprodukte oder auch kalziumhaltige Mineralwässer aufgenommen werden.

Hüten sollte man sich vor dem Kalziumräuber Phosphat. Dieser findet sich besonders in Wurstwaren, in Cola-Getränken oder in Konservierungsstoffe von Fertiggerichten.

Versorgung mit Vitamin D und regelmäßige Bewegung

Von herausragender Bedeutung zur Osteoporose-Vorbeugung ist auch Vitamin D.

Das sogenannte Sonnenvitamin wird zwar vom menschlichen Körper bei ausreichender Sonneneinstrahlung selbst gebildet, doch bei geringer Sonnenlichtexposition kann es nötig sein, Vitamin D künstlich zuzuführen.

Darüber hinaus darf die sportliche Betätigung nicht fehlen. Denn ausreichend Bewegung versetzt die Knochen in die Lage, optimal Kalzium einzulagern.

Gesundheitsexperten zufolge sollte allerdings darauf geachtet werden, eine Sportarten zu wählen, die Druck auf die Knochen ausüben.

Geeignet sind unter anderem leichte Gymnastik, Nordic Walking, Wandern, Langlaufen oder Radfahren.

Laut dem OSD ist Schwimmen zwar gut für die Ausdauer und das Herz und Kreislaufsystem, schont Bänder und Gelenke, belastet die Knochen aber nicht. Als Prophylaxe und zur Unterstützung der Osteoporose-Therapie ist es daher weniger geeignet.

Am Welt-Osteoporose-Tag, der 1996 von der National Osteoporosis Society (NOS) in England ins Leben gerufen und zwei Jahre später durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) anerkannt wurde, versuchen Experten in Dutzenden Ländern das gesellschaftliche Bewusstsein für die Knochengesundheit und die Prävention von Osteoporose zu fördern. (ad)