Kommunikation mit Patienten im Wachkoma möglich?

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Kommunikation mit Patienten im Wachkoma möglich?

In Deutschland soll es etwa 10 000 Wachkoma- Patienten geben, die meist keinerlei äusserlich sichtbare emotionale Regung von sich geben. Britische und belgische Forscher haben in einer jetzt veröffentlichten Studie festgestellt, dass sie mit einem Wachkoma- Patienten kommunizieren konnten.

Die Wissenschaftler um Martin Monti von der Cognition and Brain Sciences Unit des Medical Research Council in Cambridge und die belgische Neuropsychologin Audrey Vanhaudenhuyse, von der Coma Science Group im belgischen Liège, veröffentlichten ihre Ergebnisse nun im renommierten us- amerikanischen Fachjournal „New England Journal of Medicine“ (NEJM) (10.1056/NEJMoa0905370).

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Sie untersuchten die Hirnaktivitäten von 59 Personen mithilfe eines funktionellen MRI Scanners. Es wurden den Betroffenen simple Fragen gestellt, auf die sie nur mit „Ja“ oder „Nein“ antworten konnten- beispielsweise, ob sie Geschwister haben. Dabei gaben die Forscher den Wachkoma- Patienten vor, bei einer Antwort sich eine motorische oder eine räumliche Aufgabe vorzustellen. Entweder sie stünden auf einem Tennisplatz und würden den Schläger schwingen, um den Ball zu jemanden zu spielen oder sie würden sich durch eine ihnen bekannte Stadt navigieren oder durch ihr Haus von Raum zu Raum laufen. Die Aufforderungen zu den Vorstellungen wurden jeweils als „Navigation“, „Tennis“ und das Ende als „Entspannung“ benannt.

Es waren nur 5 der Koma- Patienten, bei denen eine willkürliche Beeinflussung festgestellt werden konnte. Bei dreien wurden minimale Bewusstseinsanzeichen festgestellt und einer der Patienten konnte in Ansätzen kommunizieren. Dies jedoch nur mithilfe des funktionellen MRI. Für Aussenstehende wäre keinerlei Kommunikation möglich oder erkennbar gewesen. Die Forscher geben an, dass die Rate von Fehldiagnosen im Bereich der Wachkomapatienten bei ca. 40 Prozent liege. Deswegen sollten neue diagnostische Wege beschritten werden, um eventuell zukünftig die Patienten in die Wahl der Behandlung miteinzubeziehen und auch die Effektivität der bemühungen zu steigern. (Thorsten Fischer, Heilpraktiker Osteopathie, 05.02.2010)