Komplikationen drohen: Immer mehr Frühgeburten in Deutschland

Sebastian
In Deutschland werden viele Babys zu früh geboren  Rund neun Prozent der Babys in Deutschland kommen zu früh zur Welt. Die Ursachen dafür sind vielfältig: unter anderem ein höheres Alter der Mutter oder künstliche Befruchtungen erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer Frühgeburt. Es drohen Komplikationen und Folgeschäden.

Mehr Frühgeburten in Deutschland  
Rund neun Prozent der Babys hierzulande starten zu früh ins Leben. Damit liegt Deutschland vor Ländern wie Schweden oder Frankreich, wo die Frühgeburtenrate bei sechs Prozent liegt. Professor Ekkehard Schleußner, Direktor der Universitätsfrauenklinik Jena, erklärte im Apothekenmagazin „Baby und Familie“ (4/2015), dass die Gründe für den höheren Frühgeburtenanteil in Deutschland vielfältig sind: „Nehmen wir das Beispiel Frankreich. Dort bekommen die Frauen im Durchschnitt mehr Kinder, und bei Mehrgebärenden sinkt das Risiko für Frühgeburten.“

Ältere Mütter und künstliche Befruchtungen als Ursachen  Außerdem seien hierzulande werdende Mütter durchschnittlich 31 Jahre alt und mit steigendem Alter werden Frühgeburten wahrscheinlicher. Ein weiterer Grund sei, dass es in Deutschland mehr künstliche Befruchtungen und Zwillingsgeburten gibt, was die Wahrscheinlichkeit, dass Babys zu früh geboren werden, ebenfalls erhöht. Als weitere Risikofaktoren gelten Übergewicht beziehungsweise Adipositas und Bluthochdruck. Weltweit prüfen Forscher aber auch noch weitere mögliche Einflüsse, wie etwa Armut, Stress, Ernährung oder Umweltverschmutzung.

Gefahr für Komplikationen und Folgeschäden
Grundsätzlich ist die Gefahr für Komplikationen und Folgeschäden umso höher, je früher ein Kind zur Welt kommt. Im vergangenen Jahr haben US-amerikanische Wissenschaftler berichtet, dass sie in einer Studie feststellten, dass mehr als jedes sechste Kind, das keine fünf Jahre alt wird, an Komplikationen und Folgen einer Frühgeburt stirbt. Weltweit sind dies mehr als 3.000 Kinder pro Tag. Die Experten schrieben damals, dass bei fast 1,1 Millionen der schätzungsweise 6,3 Millionen Kleinkinder, die 2013 starben, die zu frühe Geburt die Todesursache gewesen sei. Damit seien in diesem Jahr Frühgeburten die häufigste Todesursache für Kinder gewesen. (ad)

: N.Schmitz  / pixelio.de