Konservierungsmittel in Augentropfen

Fabian Peters

Konservierungsmittel in Augentropfen können Schädigungen der Augen bedingen

11.01.2013

Augentropfen versprechen bei trockenen, juckenden oder gereizten Augen auf unkomplizierte Weise Linderung. Doch können die Konservierungsmittel in den Präparaten schlimmstenfalls das Auge zusätzlich schädigen, berichtet die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG). Insbesondere bei häufiger Anwendung sollten daher Augentropfen ohne Konservierungszusatz verwendet werden.

Als Beispiel für mögliche Schädigungen des Auges durch die Konservierungsstoffe in den Augentropfen nennen die DOG-Experten chronische Entzündungen der Augenoberfläche durch „das in der Augenheilkunde gängige Benzalkoniumchlorid.“ Den Angaben der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft zufolge sollten daher „Patienten mit trockenem Auge, Glaukom oder Kontaktlinsenträger konservierungsmittelfreie Augentropfen bevorzugen.“

Konservierungsmittel sollen Ausbreitung von Krankheitserregern verhindern
Die Konservierungsmittel in den Augentropfen sollen verhindern, dass über die Tropfen Keime in das Auge gelangen. Sie sind seit 1978 in allen Augentropfen gesetzlich vorgeschrieben, die länger als 24 Stunden angewendet werden, berichtet die DOG. Denn ohne den Konservierungszusatz könnten sich in „Mehrdosisbehältnissen Bakterien oder Pilze vermehren.“ Zudem erleichtern einige Konservierungsmittel das Eindringen der Wirkstoffe ins Auge. Doch auch die Konservierungsmittel bieten keinen absoluten Schutz vor der Ausbreitung von Krankheitserregern, denn bei oft benutzten Augentropfen lassen sich in einem Drittel der konservierten Präparate nach 15 Tagen ebenfalls Bakterien nachweisen, so die Mitteilung der DOG. Schon aus diesem Grund ist der Nutzen der Konservierungszusätze umstritten. Hinzu kommt, dass „vor allem das häufig verwendete Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid (BAC) sich negativ auf den Tränenfilm und die Augenoberfläche auswirkt,“ betonte DOG-Präsidiumsmitglied Dr. Elisabeth Messmer aus München. Auf diese Weise könnten die Augentropfen „zum Trockenen Auge führen oder den Zustand eines Trockenen Auges verschlechtern“, anstatt einen positiven Effekt zu erzielen, so die Ausführungen in der DOG-Pressemitteilung. Hier seien Patienten mit chronischen Augenleiden wie beispielsweise einem Glaukom, die täglich auf Augentropfen angewiesen sind, besonders gefährdet.

Augentropfen ohne Konservierungsmittel bei chronischen Erkrankungen empfohlen
Heute sind Augentropfen mit Konservierungsmitteln, wie beispielsweise Polyquad erhältlich, „das die Oberfläche deutlich weniger schädigt als BAC, oder Natriumperborat und Oxychloro-Komplex, doch völlig risikofrei sind auch diese Substanzen nicht. Zwar vertragen laut Angaben von Dr. Elisabeth Messmer „die meisten Patienten diese Konservierungsmittel besser“, doch gänzlich ausschließen lasse sich eine Reizung auch hier nicht. Die sicherste Wahl seien daher Augentropfen ohne Konservierungszusatz, berichtet die DOG. Angeboten würden die konservierungsmittelfreien Augentropfen heute in speziellen Behältnissen, von denen „einige mit versilberten Stahlventilen ausgestattet“ sind. Durch die Ventile werde verhindert, dass Keime eindringen. Eine andere Variante seien Flaschen bei denen ein Filter den Konservierungsstoff vor dem Kontakt mit dem Auge aufsaugt. Am gängigsten seien unkonservierte Augentropfen jedoch in sogenannten Einmalophtiolen. Generell ist laut Angaben der Experten heute ein Wechsel auf alternative Konservierungsmittel oder konservierungsmittelfreie Augentropfen möglich. Allerdings müssen die Vor- und Nachteile im Einzelfall abgewogen werden, so die Mitteilung der Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft. Für Patienten mit trockenem Auge, Glaukom oder Kontaktlinsenträger gilt die Empfehlung zu einem allgemeinen Konservierungsmittel-Verzicht. „Bei Patienten mit chronischen Erkrankungen wie Trockenem Auge und Glaukom oder einer gesicherten Konservierungsmittelallergie sollten konservierungsmittelfreie Augentropfen verordnet werden“, erläuterte Dr. Messmer. Lediglich bei kurzfristiger und seltener Anwendung seien konservierungsstoffhaltige Augentropfen unbedenklich. (fp)

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