Konstruktive Kritik- Wie sie am besten ankommt

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Konstruktive Kritik- Wie sie am besten bei m Gegenüber ankommt

13.08.2013

Den richtigen Ton finden ist oft gar nicht so einfach. Schnell kann der gut gemeinte Ratschlag zur Demütigung werden. Konstruktive Kritik lässt sich aber lernen.

Als Paradebeispiel für „falsche Kritik üben“ dient Heidi Klums Casting-Show “Germanys Next Topmodel". Dort zeigt die Moderatorin wenig Gnade mit den Kandidatinnen. "Du bist wie eine mäßige Mahlzeit. Ganz lecker, aber ziemlich fad."entgegnete Sie einer Teilnehmerin. Erfüllt eine von Ihnen nicht die gewünschten Leistungen nicht , übt sie sehr schnell Kritik. Konstruktiv ist Sie dabei selten.

Negatives Feedback hat für die meisten von uns nichts im Job verloren. Wer wirklich möchte, dass sein Mitarbeiter oder Kollege ein störendes Verhalten abstellt, kommt mit solchen Ansagen schwerlich zum Ziel. Feedback dient unter anderem auch dazu, Menschen zusammen zu führen.

Der Ton macht die Musik
Mit einem Ton, der als unverschämt empfunden wird, kränkt man seinen Gegenüber in seinem Selbstwertgefühl. Viele schalten in so einer Situationen die Ohren einfach auf Durchzug. Wie lässt sich also Kritik äußern, die bei der betroffenen Person einen positiven Eindruck hinterlässt?

Für Jana Völkel-Kitzmann ist das wichtigste, dass die kritisierte Person nicht vor anderen bloß gestellt wird."Damit negatives Feedback angenommen werden kann, ist das Wichtigste, dass der Kritisierte sein Gesicht wahren kann", erklärt Sie.

In Seminaren bringt sie Führungskräften bei, wie sie konstruktiv Kritik üben. Wem das gelingt, der kann viel Negatives sagen, ohne das es ihm der Gegenüber krumm nimmt. Im Gegenteil der andere wird sich bemühen, den bemängelten Zustand zu ändern. Wann ein Gesichtsverlust drohen kann, lässt sich relativ einfach und schnell herausfinden.

Man muss sich nur in den Kritisierten hineinversetzen und sich fragen, ob man selbst das negative Feedback in der vorgetragenen Form akzeptieren könnte.

Nicht spontan handeln
Wer konstruktiv Kritik üben will, sollte deshalb nie spontan handeln, empfiehlt die Karriereberaterin Svenja Hofert. Bei ärgerlichen Situationen empfiehlt es sich die ganze Situation erst einmal zu überschlafen, um so wenig wie möglich negative Emotionen mit dem Feedback zu transportieren. Am nächsten Tag könnten die meisten dann schon sachlicher und besser strukturiert ausdrücken. Außerdem sollte Kritik angekündigt werden, empfiehlt Hofert. Das gibt demjenigen Zeit sich auf das Gespräch vorbereiten zu können.

Vermieden werden sollte auch sprachliche Vorhaltungen à la "Immer machen Sie" . Das werde beim anderen nur Ablehnung provozieren, sieht Völkel-Kitzmann. Stattdessen besser Ich-Botschaften formulieren und sagen: "Ich habe viel Arbeit, weil Sie…". Mindestens genauso wichtig wie die Ich-Botschaften ist es, die Kritik möglichst konkret zu machen und sie mit vielen Beispielen zu illustrieren.

Oft reagieren wir dünnhäutig
Bei negativen Rückmeldungen reagierten viele dünnhäutig und legten jedes Wort auf die Goldwaage. Irritation können vermieden werden, in dem der Feedback-Geber seine Worte mit mehr Bedacht wählt. Die Stimme sollte außerdem bestimmt und ruhig klingen – auf keinen Fall donnernd oder schrill. Sonst kann sich der andere schnell wieder angegriffen fühlen. Eine ganz wichtige Regel lautet: Negatives Feedback sollte immer nur unter vier Augen gegeben werden.

Damit den Worten Taten folgen, sollte am Ende jedes Feedback-Gesprächs eine Zielvereinbarung stehen. Darin wird festgelegt, bis wann und wie das kritisierte Verhalten abgestellt werden soll

Einige Regeln für ein gelingendes Feedback
1. Feedback zeitnah geben
2. direkt an den Betroffenen wenden
3. Einverständnis einholen
4. Ich -Botschaften formulieren; die Situation aus der Ich – Sicht bewerten
5. mit konkreten Beispielen arbeiten; die Situation beschreiben (Zahlen-Daten-Fakten)
6. Keine Verallgemeinerungen
7. ausgewogen positiv wie negativ geben (evtl. 2:1 – Regel)
8. evtl. Verhaltensvorschlag oder Wunsch einbringen. (fr)

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Bild: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de