Kopfschmerzen- Was gegen Clusterschmerz und Migräne helfen kann

Dr. Utz Anhalt
Wer unter Migräne und Clusterkopfschmerzen leidet, wird sich einfaches Kopfweh zurückwünschen. Es gibt zwar Medikamente, vor allem müssen die Patienten jedoch lernen, sich an die Schmerzen zu gewöhnen.

Mehr als 360 verschiedene Kopfschmerzen
Kopfschmerz ist nicht gleich Kopfschmerz, laut Prof. Hartmut Göbel von der Schmerzklinik in Kiel gibt es über 360 verschiedene Formen von Kopfschmerzen.

Es gibt 360 verschiedene Arten von Kopfschmerzen. (Marijus/fotolia.com)

Wie ein Donnerschlag
Ein mysteriöser Kopfschmerz trifft die Betroffenen wie ein Donnerschlag, und deshalb heißt er
primärer Donnerschlagkopfschmerz. Bis heute ist die Ursache unbekannt. Der Arzt muss vor allem eine ernste Krankheit ausschließen, denn gefährliche Leiden zeigen ähnliche Symptome. Dazu gehören Hirnblutungen und Tumore.

Sekundäre Kopfschmerzen
Die selteneren Kopfschmerzen sind sekundäre Kopfschmerzen. Hier ist das Kopfweh Symptom eines anderen körperlichen Leidens. Ursache können Organschäden, Genussmittel oder Medikamente sein. Der berüchtige Kater nach dem Alkoholrausch ist zum Beispiel ein sekundärer Kopfschmerz.

Primäre Kopfschmerzen
Häufiger sind die „echten“ Kopfschmerzen, in der Medizin als primäre Kopfschmerzen bekannt. Hier ist der Kopfschmerz vor allem Kopfschmerz und selbst die Erkrankung.

Der schlafgebundene Kopfschmerz
Zu diesen primären Kopfschmerzen gehört der schlafgebundene Kopfschmerz. Hier treten die Kopfschmerzen in Attacken während des Schlafes auf.

Migräne
Auch Migräne ist ein primärer Kopfschmerz. Jeder fünfte Mensch ist davon betroffen. Die Schmerzen sind einseitig, behindern die Betroffenen enorm, hämmern und erfordern Bettruhe.

Wie verläuft ein Migräneschub?
Den Betroffenen ist übel, sie erbrechen sich und werden extrem sensibel gegenüber Licht, Lärm und Gerüchen. Solche Attacken können von wenigen Stunden bis zu drei Tagen dauern.

Trigger
Bestimmte Auslöser können einen Migräneschub auslösen, unter anderem Stress, Licht, Musik oder Alkohol. Auch wechselndes Wetter kann ein Trigger sein.

Vorbeugen?
Gegen Migräne hilft wenig. Vorbeugen können Sie aber in Maßen durch einen strukturierten Tagesablauf. Dazu gehört Essen zu den immer gleichen Zeiten, ausreichender Schlaf und Ruhepausen. Auch Sportarten wie Fahrradfahren, Wandern oder Schwimmen halten die Schmerzen in Schach.

Spannungskopfschmerzen
Diese Schmerzen nahmen die Betroffenen als drückend wahr. Im Unterschied zur Migräne treten sie oft beidseitig au. Sie heißen Spannungskopfschmerzen, weil sie aus einer Anspannung der Muskeln und Nerven entstehen. Typisch sind zum Beispiel beidseitig drückende Kopfschmerzen, nachdem wir den Tag vor dem Laptop verbrachten.

Was tun?
Spannungskopfschmerzen lassen sich durch Massage, Bewegung und frische Luft gut vorbeugen und oft sogar beheben. Um ihnen vorzubeugen, bauen Sie Entspannungsübungen, Rumpfbeugen und Übungen aus dem Kraftstudio in den Tagesplan ein. Gehen Sie spazieren und atmen Sie die frische Luft ein.

Clusterkopfschmerz
Diese Schmerzen sind sehr selten, aber dafür extrem unangenehm. Prof. Göbel vergleicht das Gefühl mit einem Messer, das durch ein Auge in den Kopf gestochen wird.

Wie lange dauert ein Clusterkopfschmerz?
Ein solcher Clusterkopfschmerz dauert zwischen 15 Minuten und 3 Stunden und tritt bis zu achtmal am Tag auf – daher der Begriff Cluster (Haufen).

Was sind die Symptome?
Beim Clusterkopfschmerzen hängt oft ein Augenlid herab, das Auge tränt und die Nase läuft. Die Attacken sind einseitig an Auge, Stirn und Schläfe. Hinzu kommen gerötete Augen, Schwitzen im Gesicht, verengte Pupillen, geschwollene Augenlider, körperliche Unruhe.

Wie wird Clusterkopfschmerz behandelt?
Die Patienten bekommen Triptanen oder Sauerstoff. Zur Vorbeugung dient Cortison. (Dr. Utz Anhalt)