Kostenlose Untersuchung: Gesundheitsministerin wirbt für Darmkrebs-Früherkennung

Alfred Domke
Zweithäufigste Krebserkrankung: Darmkrebs-Früherkennung kann Leben retten
In Deutschland haben gesetzlich Krankenversicherte ab 55 Jahren einen Anspruch auf eine Darmspiegelung zur Früherkennung von Darmkrebs. Leider wird dieser häufig nicht wahrgenommen. Bayerns Gesundheitsministerin Huml wirbt nun anlässlich des Darmkrebsmonates für die Vorsorgeuntersuchung.

Früherkennung kann Leben retten
Experten zufolge sterben in Deutschland jährlich etwa 26.000 Menschen an Darmkrebs. Um sich zu schützen, sollte man ab einem gewissen Alter regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch nehmen. Dies ist besonders wichtig, wenn es in der Familie bereits zu Darmkrebsfällen gekommen ist. Die Früherkennung kann Leben retten, denn ein Tumor im Dick- oder Enddarm wächst langsam heran und verursacht bei den meisten Betroffenen lange Zeit keine Probleme.

Bayerns Gesundheitsministerin Huml wirbt anlässlich des Darmkrebsmonates für die Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchung. Die Früherkennung kann Leben retten. (Bild: Wolfilser/fotolia.com)

Zweithäufigste Krebserkrankung in Bayern
Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml wirbt anlässlich des Starts des „Darmkrebsmonates März“ dafür, die Möglichkeiten zur Darmkrebs-Früherkennung wahrzunehmen.

„Darmkrebs ist bei Frauen und Männern im Freistaat die zweithäufigste Krebserkrankung. Jährlich erkranken daran etwa 9.000 Menschen in Bayern – und mehr als 3.000 sterben“, erklärte die Ministerin.

„Aber Darmkrebs kann geheilt werden, wenn er rechtzeitig erkannt wird. Deshalb sollten die Früherkennungs-Angebote der Krankenkassen genutzt werden.“

Kostenlose Vorsorge-Untersuchungen werden zu selten genutzt
„Bisher nutzen nur etwa 38 Prozent der Frauen und 33 Prozent der Männer im Alter zwischen 55 und 75 Jahren die kostenlosen Untersuchungen zur Darmkrebs-Früherkennung. Deshalb müssen noch mehr Menschen dazu bewegt werden, diese wichtige Früherkennungs-Chance in Anspruch zu nehmen“, so die Politikerin.

Sehr erfreulich sei laut der Ministerin, „dass in Bayern tendenziell immer weniger Menschen an Krebs erkranken und sterben. Besonders deutlich ist dieser Rückgang bei Darmkrebs.“

Sie erklärte: „Während im Jahr 2003 in Bayern noch 10.194 Menschen an Darmkrebs erkrankten, waren es 2013 nur noch 9.040. Im Jahr 2013 sind zudem 3.602 Frauen und Männer im Freistaat an Darmkrebs gestorben, 2003 waren es noch 4.187.“

Gesunder Lebensstil zur Darmkrebsvorsorge
„Darmkrebs-Früherkennungsuntersuchungen können Frauen und Männer ab dem 50. Lebensjahr kostenlos in Anspruch nehmen. Die Darmspiegelungen sind ab dem 55. Lebensjahr und zehn Jahre später ein zweites Mal im Leistungsumfang der gesetzlichen Kassen enthalten“, erklärte Huml.

„Diese ‚Koloskopie‘ gilt als derzeit zuverlässigste Methode, um Darmkrebs frühzeitig zu erkennen. Dabei können Krebsvorstufen, sogenannte Polypen, entfernt werden.“

Manche Experten meinen, man sollte die Altersgrenze senken und schon ab 50 zur Darmspiegelung.

Neben der Koloskopie trägt auch ein gesunder Lebensstil zur Darmkrebsvorsorge bei. Wichtig sind dabei unter anderem eine vollwertige Ernährung, regelmäßige Bewegung sowie ein Tabakverzicht. (ad)