Krankenhauskeime: Wette zum Antibiotika-Einsatz in der Landwirtschaft

Fabian Peters
Gefährliche Keime durch Antibiotika in der Landwirtschaft? Wette läuft
In Kliniken kommt es immer häufiger zu Infektionen mit gefährlichen multiresistenten Keimen. Diese MRSA genannten Erreger werden für den Tod von bis zu 15.000 Menschen pro Jahr verantwortlich gemacht. Die Zunahme der Resistenzen wird unter anderem auf den massiven Einsatz von Antibiotika in der Landwirtschaft zurückgeführt. In diesem Zusammenhang läuft nun in Norddeutschland eine Wette.

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Die Wette läuft: Landwirte behaupten, sie seien nicht stärker mit multiresistenten Keimen belastet, als der Durchschnitt der Bevölkerung. (Bild: puhhha/fotolia.com)

Krankenhauskeime sind weit verbreitet
Insbesondere in Kliniken, Reha-Einrichtungen und Pflegeheimen sind die MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) relativ weit verbreitet und hier zugleich ein erhebliches Problem. Die auch als Krankenhauskeime bezeichneten Erreger sind gegen mehrere oder alle Antibiotika resistent. Eine Infektion kann bei Patienten verschiedene Symptome wie unter anderem Entzündungen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen oder eine Blutvergiftung auslösen. Besonders für Menschen mit geschwächtem Immunsystem und für Ältere stellen MRSA eine erhöhte Gefahr dar. Allein in Deutschland werden die gefährlichen Keime für den Tod von jährlich bis 15.000 Menschen verantwortlich gemacht. Für die Zunahme der Resistenzen wird unter anderem der massive Einsatz von Antibiotika in der Landwirtschaft verantwortlich gemacht. Zu diesem Thema läuft nun eine Wette in Norddeutschland.

Sind Landwirte öfter Träger von gefährlichen Keimen?
Einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa zufolge wetten die Landwirte einer Erzeugergemeinschaft im Emsland, dass sie nicht öfter Träger des Krankenhauskeims MRSA sind als andere Menschen. Die Wette richtet sich an eine Anwohnerinitiative gegen neue Tierställe. Den Angaben zufolge haben 355 Genossenschaftsmitglieder vor gut zwei Wochen Proben von ihrer Nasenschleimhaut nehmen lassen, die von einem Labor untersucht werden. Diesen Mittwoch sollen die Ergebnisse der Untersuchung vorliegen. Zwar genügt diese Untersuchung wissenschaftlichen Kriterien nicht, doch der Geschäftsführer der Erzeugergenossenschaft Hümmling, Bernd Terhalle, will mit der Wette die Öffentlichkeit auf den Unterschied zwischen Krankenhauskeimen (HA-MRSA) und einem MRSA-Typ, der in Nutztierbeständen vorkommt (LA-MRSA) aufmerksam machen. Laut der Agenturmeldung sagen Wissenschaftler jedoch, dass Landwirte und andere Berufsgruppen, die viel mit Tieren zusammenarbeiten, auch von LA-MRSA besiedelt sind. (ad)