Krankenhausreform ist laut Patientenschützern nicht demografie-sicher

Fabian Peters
Patientenschützer: Krankenhausreform ist nicht demografie-sicher
Die Krankenhausstrukturreform von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) müsse „demografie-sicher“ gemacht werden, fordern Patientenschützer. Sie kritisieren einen mangelnden Blick auf Senioren.

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Die Krankenhausreform wird den Anforderungen des demografischen Wandels nach Ansicht von Experten nicht gerecht. (Bild: Warakorn/fotolia.com)

Über die Hälfte der Patienten sind Senioren
Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, kritisieren Patientenschützer bei der Krankenhausstrukturreform von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) einen mangelnden Blick auf die Senioren. Eugen Brysch von der Deutschen Stiftung Patientenschutz forderte: „Die Versorgung muss demografie-sicher gemacht werden.“ Er erläuterte: „Schon heute sind etwa 50 Prozent der Patienten in Allgemeinkrankenhäusern über 60 Jahre alt. Mit steigendem Alter müssen Patienten häufiger und länger im Krankenhaus versorgt werden.“ So leide jeder Zweite über 65 Jahren an drei oder mehr chronischen Erkrankungen. Das stelle die Versorgung vor besondere Herausforderungen. „Bund und Ländern fehlt der Blick fürs Ganze.“

Krankheiten werden aus Kostengründen einzeln behandelt
„Kommunale Krankenhäuser müssen sich der Basisversorgung verschreiben“, so die Forderung von Brysch. Dort müssten insbesondere chronisch Kranke und alte Menschen ganzheitlich behandelt werden. Aus Kostengründen würden heute Krankheiten einzeln behandelt, um jede Therapie abrechnen zu können. Dies müsse geändert werden. Brysch kritisierte: „Solange das ungeklärt ist und ein Krankenhaus nur überleben kann mit viel Hochleistungs- und Spezialmedizin, werden wir weiter Spitzenreiter bei Operationen und unnötigen Eingriffen sein. Den Bedürfnissen der älter werdenden Generation werden wir damit überhaupt nicht gerecht.“

Zu viele unnötige Eingriffe in Deutschland
Die deutschen Verbraucherzentralen hatten bereits im vergangenen Jahr auf den von Brysch angesprochenen Punkt der unnötigen Eingriffe hingewiesen. So wurde unter anderem kritisiert, dass hierzulande zu viele Herz-OPs wegen finanziellen Interessen durchgeführt werden. Damals wurde an die Gesundheitspolitik appelliert, die finanziellen Anreize für Kliniken weg von großen, planbaren Operationen hin zu Notfall- und Grundversorgung zu verschieben. (ad)

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