Krankenkasse IKK stufte Giftpilz als essbar ein

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Krankenkasse IKK stufte Giftpilz "Grünling" als essbar ein.

Die gesetzliche Krankenkasse IKK beging einen peinlichen Fehler. In ihrem Mitgliederblatt „Aktiv und Gesund“ hatte sie einen giftigen Waldpilz als essbar eingestuft und aufgeführt. Das berichtete die Zeitung „Westfalen-Blatt“ in ihrer aktuellen Ausgabe am Wochenende.

Solche Fehler dürfen nicht passieren und können die Gesundheit von Menschen gefährden: Die Krankenkasse IKK stufte in der Ausgabe 03/2010 ihrer Mitgliederzeitschrift „Aktiv und Gesund“ einen giftigen Pilz als essbar ein. Dabei handelte es sich um den Grünling (Blätterpilz). Der Pilz wurde als in einem Beitrag „Der Herbst bittet zu Tisch“ als essbar eingestuft. Der Blätterpilz kann bei einigen Menschen zu heftigen Symptomen führen. Als mögliche Beschwerden führt die Giftzentrale auf: Müdigkeit, Muskelschwäche, Muskelschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sowie starke Schweißausbrüche. Sollten Pilzsammler solche Symptome bemerken, so ist unverzüglich ein Arzt einzuschalten.

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Die Krankenkasse hat bereits reagiert und eine Richtigstellung dazu veröffentlicht. Darin heißt es: „Unserer externen Agentur ist ein bedeutsamer Fehler unterlaufen, der Gefahren für Leib und Leben bedeuten kann. Wir bitten Sie dringend, den Grünling nicht zu sammeln und nicht zu verzehren“.

Der Pilz ist auch deshalb so gefährlich, da er auch mit dem Kegelförmigen Knollenblätterpilz verwechselt werden kann. Der Knollenblätterpilz ist hoch giftig und kann zu schweren Leberschäden und schließlich zum Tod des Patienten führen. Die Giftzentrale Nord berichtete in der vergangenen Woche, dass sich durch das gute Pilzwetter die Anfragen zu möglichen Pilzvergiftungen nahezu verdoppelt haben. Aus diesem Grund ist es ratsam, sich vor dem Verzehr gesammelter Pilze umfassend zu informieren. Sollten nach dem Genuss von selbst gesammelten Pilzen Beschwerden auftauchen, muss sofort ein Notarzt informiert werden. Denn nur eine schnelle Behandlung gegen Vergiftungen kann eine erfolgreiche Linderung verschaffen.

Das Mitgliederblatt könnte von rund 1,6 Millionen Menschen gelesen worden sein. Denn genau so viele Menschen sind in der IKK krankenversichert. (sb, 26.09.2010)

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Bildnachweis: Matthias Renner, Beschreibung: Grünling Pilz.