Krankenkasse übernimmt Kosten für Osteopathie

Fabian Peters

Alternative Behandlungsansätze erfreuen sich wachsender Beliebtheit

06.08.2012

Naturheilkundliche Behandlungsmethoden finden nicht nur bei den Patienten, sondern auch bei den gesetzlichen Krankenversicherungen immer mehr Anerkennung. Nun hat sich die BKK Mobil Oil dazu entschieden, fortan die Kosten für osteopathische Behandlungen zu übernehmen. Das sanfte Heilen mit den Händen verspricht Linderung bei einer Vielzahl von Erkrankungen.

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Mit der Aufnahme der Osteopathie in ihr Leistungsangebot wird die BKK Mobil Oil nach eigenen Angaben dem „weiter anhaltenden Interesse an alternativen Behandlungsmethoden“ gerecht. Seit dem 01. August übernimmt die Krankenkasse 80 Prozent der Kosten für bis zu sechs osteopathische Behandlungen im Jahr. Allerdings ist die Kostenübernahme an bestimmte Bedingungen gebunden.

Therapie mit den Händen
Osteopathie ist eine Behandlungsmethode der Alternativmedizin bei der ausschließlich mit den Händen therapiert wird. Dieses auch als Manuelle Medizin bezeichnete Verfahren wird dazu genutzt, Blockaden im Körper zu lösen und die Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Zurück geht die Osteopathie auf den US-amerikanischen Arzt Dr. Andrew Taylor Still, der vor rund 120 Jahren die erste Osteopathie-Schule (die American School of Osteopathy) gründete. Heute können sich in Deutschland Ärzte, Heilpraktiker und Physiotherapeuten eine osteopathische Zusatzausbildung aneignen. Bei den Patienten erfreut sich die Osteopathie einer wachsenden Beliebtheit, nicht zuletzt da die sanfte Behandlung mit den Händen in der Vergangenheit bei zahlreichen Beschwerden, wie beispielsweise Kopfschmerzen, Rückenschmerzen und anderen Leiden des Bewegungsapparats, beachtliche Erfolge erreicht hat. Ein weitere Vorteil der Osteopathie ist zudem der Verzicht auf Medikamente, da somit auch das Risiko von Nebenwirkung wegfällt.

80 Prozent der Kosten osteopathischer Behandlungen werden übernommen
Bislang ist die Osteopathie nicht Bestandteil des regulären Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenversicherungen. Obwohl die Patienten die Kosten für die Behandlung selber tragen müssen, sind die Terminkalender der Osteopathen jedoch gut gefüllt. Die Betriebskrankenkasse Mobil Oil hat den Bedarf bei den Versicherten erkannt und nun mit der Erweiterung ihres Leistungsangebots reagiert. Fortan übernimmt die Krankenkasse bis zu 80 Prozent der Kosten für insgesamt maximal sechs Behandlungen im Jahr. Zwar ist die Erstattung je Behandlung auf höchstens 60 Euro begrenzt, doch für die Versicherte können sich hier Kosteneinsparungen von bis zu 360 Euro pro Jahr ergeben. Die BKK Mobil Oil hat die Kostenübernahme allerdings an einige Bedingungen geknüpft.

Voraussetzungen für die Kostenübernahme der BKK Mobil Oil
Damit die BKK Mobil Oil sich an den Behandlungskosten beteiligt, bedarf es einer Verordnung der osteopathischen Therapie durch einen Arzt , wobei „entsprechend eine formlose ärztliche Bestätigung“ eingereicht werden muss, so die Mitteilung der Krankenkasse. Außerdem dürfe die Behandlung ausschließlich „durch einen Arzt mit Kassenzulassung und Zusatzqualifikation Osteopathie oder durch einen qualifizierten Physiotherapeuten erfolgen.“ Wird die osteopathische Behandlung durch einen Heilpraktiker durchgeführt, kann sich die Krankenkasse nach eigenen Angaben „aufgrund gesetzlicher Vorgaben nicht beteiligen.“ Die Abrechnung für die Behandlung erfolgt wie bei einem Privatpatienten. Die Patienten „begleichen die Rechnung vorerst selbst und reichen diese dann zusammen mit der ärztlichen Bescheinigung im Original und Informationen zu Ihrer Kontoverbindung“ bei der BKK Mobil Oil ein. Anschließend überweist die Krankenkasse den erstattungsfähigen Anteil des Rechnungsbetrages auf das Konto der Patienten.

Verbesserte Wettbewerbsposition durch Kostenbeteiligung bei der Osteopathie
Durch die Aufnahme der Osteopathie in ihren Leistungskatalog hat die BKK Mobil Oil auch die eigene Position im Wettbewerb mit den übrigen gesetzlichen Krankenversicherungen gestärkt. Da die Kassen in Bezug auf die Beitragssätze kaum Spielraum haben, ist die Qualität des Leistungsangebots ein entscheidender Marktfaktor. So erweitert Betriebskrankenkasse Mobil Oil ihr Leistungs- und Serviceangebot nicht nur durch die Kostenübernahme für die Osteopathie, sondern auch mit weiteren Maßnahmen, wie der Erhöhung des Bonusprogramms, der Erweiterung des Impfschutzes und dem Ausbau der Krebsvorsorge. Derzeit zählt die BKK Mobil Oil nach eigenen Angaben bei rund einer Million Mitgliedern „zu den finanz- und leistungsstärksten Trägern der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland.“ Mehrfach wurde die Krankenkasse für ihr gutes Leistungsangebot ausgezeichnet, unter anderem als „Beste Krankenkasse für Familien“. Zugang zur BKK Mobil Oil haben die Einwohner in Bayern, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Thüringen. Eine persönliche Betreuung erfolgt in den Geschäftsstellen Celle, Hamburg und Heusenstamm (Hessen). (fp)