Krankenkassen mit knapp 500 Millionen Euro Defizit im ersten Halbjahr 2015

Fabian Peters
Trotz Defizit im ersten Halbjahr15,3 Milliarden Euro Finanz-Reserven bei den Krankenkassen
Die gesetzlichen Krankenversicherungen hatten laut Mitteilung des Bundesgesundheitsministeriums im ersten Halbjahr 2015 einen Ausgabenüberhang von 492 Millionen zu verzeichnen.In den Monaten Juli bis September sei jedoch eine Überschuss von insgesamt 96 Millionen Euro erzielt worden, wodurch sich die Finanz-Reserven der Krankenkassen auf 15,3 Milliarden Euro erhöhten.

Das Defizit der Krankenkassen lasse sich im Wesentlichen durch den niedrigeren Zusatzbeitrag von durchschnittlich 0,83 Prozent (statt dem bisherigen Sonderbeitrag von 0,9 Prozent) erklären, über den Versicherungen ihre Mitglieder an den hohen Finanz-Reserven beteiligt haben, berichtet das Bundesgesundheitsministerium. Ohne dieses Vorgehen ergäbe sich für die 123 gesetzlichen Krankenkassen laut Mitteilung des Ministeriums „in den Monaten Januar bis September sogar ein Überschuss von ca. 0,2 Milliarden Euro.“

Stethoskop mit Gesundheitskarte auf Geldscheinen
Die gesetzlichen Krankenkassen hatten im ersten Halbjahr 2015 fast eine halbe Milliarde Defizit zu verzeichnen. (Bild: Zerbor/fotolia.com)

Fast 5 Milliarden Defizit im Gesundheitsfonds
Der Gesundheitsfonds wies bis Ende September einen Ausgabenüberhang von rund 4,95 Milliarden Euro auf, wobei aus diesem saisonbedingten Ausgabenüberhang allerdings keine Rückschlüsse auf eine ähnliche Entwicklung im letzten Quartal des Jahres gezogen werden können, berichtet das Bundesgesundheitsministerium. Zudem sei nach der Berechnung des Schätzerkreises davon auszugehen, dass die Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds zum Jahresende 2015 noch eine Höhe von mehr als zehn Milliarden Euro aufweisen werde.

Anstieg der Ausgaben abgeflacht
Zu der Kostenentwicklung berichtet das Bundesgesundheitsministerium, dass ein Ausgabenzuwachs von 3,7 Prozent je Versichertem im ersten bis dritten Quartal 2015 festzustellen war. Allerdings habe dieser im Gesamtjahr 2014 noch bei fünf Prozent gelegen. Zudem hätten sich die Ausgabensteigerungen im 3. Quartal 2015 weiter abgeflacht.Bei den Arzneimittelausgaben sei nach dem Anstieg um 9,4 Prozent je Mitglied im Jahr 2014 nun nur noch ein Anstieg um 4,4 Prozent je Versichertem festzustellen gewesen. (fp)