Krankenkassen mit 740 Millionen im Minus

Heilpraxisnet

Millionendefizit bei gesetzlichen Kassen

29.11.2014

Einem Medienbericht zufolge haben die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres ein Minus von 740 Millionen Euro angehäuft. Eine Expertin hatte schon in der ersten Jahreshälfte davon gesprochen, dass ein Defizit absehbar war.

Fast eine dreiviertel Milliarde Verluste
Einem Pressebericht zufolge geben die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland immer mehr Geld aus, als sie aus dem Gesundheitsfonds erstattet bekommen. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) in der Samstagsausgabe unter Berufung auf Angaben der Krankenkassen berichtet, hätten die 131 Kassen bis Ende September ein Defizit von 740 Millionen Euro angehäuft. Im Jahr zuvor hatten sie den Angaben zufolge zu diesem Zeitpunkt noch einen Überschuss von 1,5 Milliarden Euro ausgewiesen.

AOK und Knappschaft mit Überschüssen
Insgesamt fällt das Bild innerhalb des Kassenlagers sehr unterschiedlich aus. So weisen die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) und die Knappschaft Überschüsse von 350 und 118 Millionen Euro aus. Alle anderen hingegen schreiben rote Zahlen. Demnach kommen die Innungskassen in der ersten neun Monaten des Jahres auf ein Minus von 118 Millionen Euro, die Betriebskrankenkassen weisen ein Defizit von 257 Millionen Euro aus und die Ersatzkassen – der Marktführer – kommen sogar auf ein Minus von 830 Millionen Euro. Wie deren Verband dem Bericht zufolge mitteilte, seien darin Prämienausschüttungen über 424 Millionen Euro eingerechnet.

Defizit war absehbar
Änderungen im Finanzausgleich der Kassen sowie steigende Gesundheitskosten werden als Grund für die Finanzlage genannt. Wie die FAZ weiter schreibt, bestätige sich mit dem Defizit der sich seit Jahresanfang abzeichnende Trend zu einer angespannten Finanzlage. Die Krankenkassen hätten zuvor fünf Jahre lang Gewinne eingefahren und Reserven angelegt, von denen sie nun zehrten. Bereits als die Verluste des ersten Quartals bekannt gegeben worden waren, hatte Annelie Buntenbach, Vorstandsmitglied des DGB, die Regierung kritisiert und erklärt, dass das Defizit absehbar war, da der Gesetzgeber selbst dazu beigetragen habe, etwa in Form von Geschenken für niedergelassene Ärzte, dass die Ausgaben steigen. (ad)

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