Krankenkassen: Studenten zahlen 21 Prozent mehr

Sebastian

Krankenkassen: Studenten zahlen 21 Prozent mehr: Zum Jahreswechsel müssen sich Studenten auf wesentlich höhere Krankenkassenbeiträge gefasst machen. Zum Sommersemester 2011 steigen die Kassenbeiträge für Studierende um 21 Prozent.

22.12.2010

Studenten müssen sich ab 2011 auf wesentlich höhere Krankenkassenbeiträge gefasst machen. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums steigen die Beiträge der gesetzlichen Krankenversicherung um 21 Prozent. Ab dem ersten Januar 2011 zahlen Studenten 55,55 Euro im Monat. Ab dem Sommersemester ist eine Erhöhung des Beitrages auf 64,77 Euro geplant. Der bisherige Beitrag eines Studenten lag bislang bei 53,40 Euro im Monat. Durch die stufenweise Erhöhung wird quasi die gerade eben beschlossene Bafög-Erhöhung durch höhere Kassenbeiträge wieder ausgehebelt. Die Freude über eine höhere

Mehr zum Thema:

Für Studenten, die das 14 Fachsemester oder das 30 Lebensjahr vollendet haben, gilt ab 2011 ein einheitlicher Beitragssatz bei den gesetzlichen Krankenkassen. Der Beitrag orientiert sich am regulären Beitragssatz der Krankenkassen. Der Satz der gesetzlichen Krankenkassen erhöht sich zum Jahreswechsel von 14,9 auf 15,5 Prozent. Im Zuge der Erhöhung werden auch die Beiträge für Studierende angehoben.

Höhere Krankenkassenbeiträge hebeln Bafög-Erhöhung aus
Nach langem Ringen im Bundesrat nach einer Erhöhung der Bafög-Sätze wurde für das Wintersemester beschlossen, den Bafög-Höchstsatz auf 670 Euro pro Monat anzuheben. Je nachdem, wie hoch der Förderungsbetrag liegt, wird auch ab Jahresbeginn der Krankenkassenbeitrag ermittelt. Im Durchschnitt wurde der Bafög-Satz um 13 Euro im Monat je Studenten angehoben. Dieser Zugewinn an Förderung wird den Studenten ab dem Sommersemester im April 2011 durch den höheren Kassenbeitrag wieder abgenommen. Wer also ab kommendes Jahr mehr Bafög erhält, muss demnach auch mehr in die Krankenversicherung einzahlen.

Vor allem ältere Studenten zahlen höhere Kassenbeiträge
Betroffen von der Erhöhung sind vor allem ältere Studenten. Die meisten Studierenden sind zwischen 25 und 30 Jahre alt. Wer jünger ist, wird zumeist über die Familienmitversicherung der Eltern krankenversichert. Ist ein Student älter als 30 Jahre und hat bereits schon mehr als 14 Semester studiert, darf die Krankenversicherung speziell für Studenten nicht mehr wählen. Hiernach ist für die Betroffenen eine freiwillige Versicherung bei den Krankenkassen oder eine Private Krankenversicherung möglich. Der Mindestsatz einer freiwilligen Krankenversicherung der gesetzlichen Krankenkassen kostet ab 2011 126,90 Euro im Monat. (sb)

Bild: Barney O´Fair / pixelio.de