Krankenkassen zahlen viele Zusatzleistungen

Fabian Peters

Gesetzliche Krankenkassen zahlen ungeahnt viele Zusatzleistungen

18.05.2011

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen mehr Leistungen, als die meisten Versicherten vermuten. Wie die Zeitschrift „Finanztest“ berichtet, zahlen die gesetzlichen Krankenkassen häufig auch Leistungen, bei denen die Versicherten annehmen, dass sie auf eigene Rechnung zu begleichen sind.

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Einige gesetzliche Krankenversicherungen übernehmen zum Beispiel die Kosten für Abnehmkurse, Rückentraining, Naturheilkunde Therapien, homöopathische Behandlungen beim Arzt, Reiseimpfungen und professionelle Zahnreinigungen. Den Versicherten ist dies indes häufig nicht bekannt und sie zahlen die entsprechenden Leistungen aus eigener Tasche, berichtet „Finanztest“. Doch Nachfragen lohnt sich, denn die Versicherten könnten bei manchen Krankenkassen mehrere 100 Euro im Jahr sparen, wenn sie die gewährten Zusatzleistungen einfordern würden.

Kostenübernahme für Zahnreinigungen und homöopathische Behandlungen
Die gesetzlichen Krankenversicherungen zahlen offenbar erheblich mehr Leistungen, als im allgemeinen vermutet wird. Die Zeitschrift „Finanztest“ der Stiftung Warentest hat das Angebot von 93 gesetzlichen Krankenkassen unter die Lupe genommen und dabei festgestellt, dass die Versicherungen für viele Leistungen zahlen, bei denen die Versicherten davon ausgehen, dass sie auf eigenen Rechnung zu übernehmen sind. So hätten zum Beispiel 40 der 93 getesteten Versicherungen die Kosten für ein bis zwei professionelle Zahnreinigungen pro Jahr ganz oder zumindest teilweise übernommen. Außerdem tragen 75 Prozent der gesetzlichen Versicherungen den Angaben der Zeitschrift „Finanztest“ zufolge auch die Kosten für homöopathische Behandlungen und Vorsorgeuntersuchungen. Des weiteren bieten einzelne Versicherungen besondere Leistungen wie Abnehmkurse oder Rückentraining und Kostenübernahme bei Reiseimpfungen an. Die meisten Versicherten wissen jedoch nichts von der Zahlungsbereitschaft ihrer Krankenkasse und übernehmen die Behandlung entweder auf eigene Rechnung oder verzichten ganz.

Versicherte zahlen 600 Euro jährlich für medizinische Zusatzleistungen
Da sie über die Leistungsbereitschaft der Krankenversicherungen nur ungenügend informiert sind, zahlen viele gesetzlich Versicherte erhebliche mehr für ihre Gesundheit dazu, als sie eigentlich müssten, berichtet die Zeitschrift „Finanztest“. So haben die Deutschen im vergangenen Jahr rund 600 Euro pro Kopf zusätzlich zu ihren Krankenkassenbeiträgen für medizinische Leistungen wie Vorsorgeuntersuchungen, Zahnersatz oder alternative Behandlungen ausgegeben. Zahlreiche der selber finanzierten Behandlungen, wären jedoch von den Krankenkassen übernommen worden, wenn die Versicherten sich mit ihren Forderungen bei ihnen gemeldet hätten, schreibt „Finanztest“. Gesetzlich Krankenversicherte sollten sich daher gründlich informieren und angebotene Zusatzleistungen einfordern, so das Fazit der Stiftung Warentest zu den Untersuchungen des Leistungsangebotes der Krankenkassen. Mitunter können die Versicherten mehrere hundert Euro Zusatzkosten pro Jahr einsparen, berichtet „Finanztest“. Die kompletten Ergebnisse der Krankenkassen-Untersuchung werden in der Juni-Ausgabe von „Finanztest“ veröffentlicht. (fp)