Krankheitskosten sind bei den Herz-Kreislauf-Leiden am höchsten

Fabian Peters
Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen über 46 Milliarden Euro Kosten
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland extrem weit verbreitet. Dies schlägt sich nicht nur in einer hohen Zahl der Todesfälle nieder, sondern führt auch zu massiven sogenannten Krankheitskosten. Das Statistische Bundesamt beziffert diese bei den Herz-Kreislauf-Erkrankungen in einer aktuellen Mitteilung mit 46,4 Milliarden Euro. Fast genauso hoch fielen mit 44,4 Milliarden Euro die Krankheitskosten bei den psychischen und Verhaltensstörungen aus.

Die Krankheitskosten pro Kopf lagen laut Angaben des Statistischen Bundesamtes insgesamt bei durchschnittlich 4.140 Euro. Ein erheblicher Anteil dieser Kosten ist dabei auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen und psychischen Störungen zurückzuführen, die gemeinsam mehr als ein Viertel der Krankheitskosten ausmachen. Weiterhin waren Krankheiten des Verdauungssystems sowie Muskel-Skelett-Erkrankungen ebenfalls von besonderer Bedeutung und rund die Hälfte der Kosten entfalle auf diese vier Krankheitsklassen, so die Mitteilung des Statistischen Bundesamtes.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen in Deutschland die höchsten Krankheitskosten, dicht gefolgt von den psychischen Störungen und Verhaltensstörungen. (Bild: hriana/fotolia.com)

Ökonomische Kosten der Krankheiten
In der Krankheitskostenrechnung werden die ökonomischen Folgen der Krankheiten für die deutsche Volkswirtschaft abgeschätzt, wobei neben den unmittelbaren Kosten der medizinischen Heilbehandlung auch Ausgaben für Präventions-, Rehabilitations- und Pflegemaßnahme eingerechnet werden. Jedoch seien Vergleiche zu früheren Ergebnissen aufgrund methodischer Veränderungen und neuer Datenquellen nur eingeschränkt möglich, so die Mitteilung des Statischen Bundesamtes.

338 Milliarden Euro Krankheitskosten insgesamt
Die Krankheitskosten durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen lagen der aktuellen Auswertung zufolge im Jahr 2015 bei 46,4 Milliarden Euro, was einen Anteil von 13,7 Prozent an den gesamten Krankheitskosten (338,2 Milliarden Euro) ausmacht. Bei den psychischen und Verhaltensstörungen sind mit 44,4 Milliarden Euro rund 13,1 Prozent der gesamten Krankheitskosten angefallen. Männern verzeichneten mit 600 Euro pro Kopf zudem höhere Kosten für Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Frauen (540 Euro). Ein umgekehrtes Bild habe sich bei Krankheiten der Psyche und den Verhaltensstörungen gezeigt, so die Mitteilung des Statistischen Bundesamtes. Hier seien die Krankheitskosten pro Kopf bei Frauen mit 670 Euro rund 1,6-mal so hoch ausgefallen wie bei den Männern (420 Euro).

Weitere Erkrankungen mit hohen Krankheitskosten
Von den Krankheitskosten durch Erkrankungen des Verdauungssystems (41,6 Milliarden Euro) entstand laut Angaben des Statistischen Bundesamtes ein Großteil durch zahnärztliche Leistungen und Zahnersatz. Dieser Bereich bildete damit den dritthöchsten Kostenfaktor. „An vierter Stelle folgten Muskel-Skelett-Erkrankungen mit einem Betrag von 34,2 Milliarden Euro“, berichtet das Statistische Bundesamt weiter. Zudem waren Neubildungen von Tumoren für rund 23 Milliarden Euro Krankheitskosten (6,8 Prozent der Gesamtkosten) verantwortlich, Verletzungen und Vergiftungen für knapp 18 Milliarden Euro (5,3 Prozent) und Krankheiten des Nervensystems für 17 Milliarden Euro (5,1 Prozent).

Unterschiedliche Krankheitskosten in den verschiedenen Altersgruppen
In der aktuellen Statistik sind auch deutliche Unterschiede bei den Krankheitskosten in den verschiedenen Altersgruppen festzustellen. So nehmen die Krankheitskosten mit fortschreitendem Alter erheblich zu. Etwa die Hälfte der Kosten entstand allein bei der Bevölkerung im Alter ab 65 Jahre, berichtet das Statistische Bundesamt. Bei den Personen im Alter ab 85 Jahre waren die Krankheitskosten mit 19.790 Euro fast fünfmal so hoch wie der Durchschnitt. In der Altersgruppe der 15- bis 29-Jährigen seien indes nur 1.670 Euro angefallen, was die geringsten Pro-Kopf Kosten bei den verschiedenen Altersgruppen waren. (fp)