Krebs: Achtjähriges Mädchen ereilt frühe Diagnose Brustkrebs

Fabian Peters
Junges Mädchen in den USA erkrankt an seltener Form von Brustkrebs
Ein 8-jähriges Kind mit der Diagnose Brustkrebs? Was unglaublich klingt, ist für ein kleines Mädchen in den USA zur bitteren Realität geworden. Wie der Nachrichtensender „FoxNews“ berichtet, war vor wenigen Wochen bei Chrissy Turner aus Centerville im US-Bundesstaat Utah das sehr selten vorkommende „sekretorische Karzinom“ diagnostiziert worden. Damit sei das Mädchen die jüngste bekannte Patientin mit dieser speziellen Krebsart.
Brustuntersuchung
Brustkrebs betrifft normalerweise keine jungen Mädchen, doch in den USA ist eine Achtjährige erkrankt. (Bild: underdogstudios/fotolia.com)

Mädchen entdeckt Knoten in der Brust
Die Geschichte der kleinen Chrissy Turner aus Utah in den USA sorgt derzeit für große Betroffenheit und Anteilnahme. Denn das achtjährige Mädchen gilt als eine der weltweit jüngsten Patientinnen mit Brustkrebs, berichtet der US TV-Sender „Good4Utah“. Die Erkrankung war erst wenige Wochen zuvor erkannt worden, nachdem das Mädchen selbst eine Veränderung in ihrer Brust entdeckt hatte. „Es war ungefähr Mitte Oktober als sie zu uns kam mit einem Knoten in der Brust und sie hatte Angst“, so der Vater des Kindes, Troy Turner, gegenüber dem Sender.

Dabei handelt es sich um eine sehr seltene Form des Brustkrebses, ergänzt die Mutter der kleinen Chrissy. „Es nennt sich sekretorisches Karzinom und wird in nur einem von einer Million Fällen diagnostiziert. Sie ist die jüngste Patientin, der die Ärzte jemals mit dieser besonderen Art von Brustkrebs über den Weg gelaufen sind. Ich brach zusammen. Es ist ein täglicher Kampf mit der Sorge um meine Familie, meinen Mann und jetzt auch noch um mein kleines Mädchen“, so Annette Turner.

Schon Mutter und Vater waren an Krebs erkrankt
Denn die Situation ist für die Turners nicht neu. Demnach war Annette bereits an Gebärmutterhalskrebs erkrankt, bei ihrem Mann Troy wurde ein Non-Hodgkin-Lymphom diagnostiziert, als Chrissy noch ein Baby war. „Sie war unsere Therapie, als er durch die Chemotherapie ging“, erklärt Annette weiter. Dementsprechend wüssten sowohl Chrissy als auch ihre Eltern, dass sie einen schwierigen Kampf vor sich haben. „Ich ich das erste Mal davon erfuhr, hatte ich Angst“, so die Achtjährige. „Aber ich wusste, dass ich es bekämpfen kann und ich hoffe, dass ich es bekämpfe.“

Freunde sammeln über Facebook Spenden für die Behandlung
Am Anfang des Kampfes stehe laut dem Bericht nun eine Operation am Huntsman Cancer Institute in Utah, bei welcher dem Kind die Brustdrüse entfernt werde (Mastektomie). Die Unterstützung und Anteilnahme ist dabei groß, allein über die Spendenkampagne „Chrissy’s Alliance“ auf Facebook konnten die Freunde der Familie bereits mehr als 50.000 US-Dollar (ca. 47.000 Euro) für die Behandlung sammeln. „Wir sind dabei, weiter zu kämpfen“, sagte Annette Turner. „Wir tun alles, was wir können, um jeden Tag zu lächeln und zu lachen und jeden Tag unseren Kopf hoch zu halten und unser Bestes zu tun, um all das zu überwinden.“

Krebsform tritt normalerweise bei Frauen zwischen 15 und 30 Jahren auf
Auch aus Sicht hiesiger Experten ist die Krebserkrankung des kleinen Mädchens sehr außergewöhnlich. „Aus den vergangenen 35 Jahren ist mir aus Deutschland nur ein einziger Fall bekannt, in dem ein 15-jähriges Mädchen an Brustkrebs erkrankte“, erklärte Stefan Pfister, Leiter der Pädiatrischen Neuroonkologie am Deutschen Krebsforschungsinstitut Heidelberg, gegenüber der „dpa“. Da jedoch beide Eltern von Krebs betroffen waren, seien hier vermutlich genetische Faktoren für die Krebsentstehung verantwortlich, ergänzt Pfister. Im Normalfall würde das seltene sekretorische Karzinom bei Frauen im Alter von etwa 15 bis 30 Jahren auftreten, dementsprechend passe Chrissy absolut nicht in das typische Raster. Jedes Jahr würden hierzulande rund 2000 neue Fälle von Krebs bei Kindern unter 18 Jahren diagnostiziert, wobei unter anderem Leukämie und Hirntumore zu den häufigsten Arten zählen. Vererbt seien davon dem Experten nach jedoch nur rund zehn Prozent, bei den restlichen Tumoren bliebe die Ursache unbekannt. (nr)