Krebs der Eltern erhöht das familiäre Risiko

Fabian Peters

Auch Krebserkrankung der Eltern im hohen Alter erhöhen das Krebsrisiko beim Nachwuchs

23.01.2013

Auch wenn Eltern erst im späten Lebensverlauf an Krebs erkranken, unterliegen ihre Kinder einem deutlich erhöhten Krebsrisiko, so die aktuelle Mitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg. Bisher gingen Mediziner davon aus, dass der Zusammenhang lediglich für Krebsfälle in jungen Jahren gilt, doch die Experten des DKFZ konnten nun nachweisen, das auch Krebserkrankungen im hohen Alter der Eltern mit einer wachsenden Wahrscheinlichkeit von Krebserkrankungen bei dem Nachwuchs einhergehen. Ihre Ergebnisse haben die Forscher im Fachmagazin „British Medical Journal“ (BMJ) veröffentlicht.

Laut Mitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg steigt mit dem Alter auch das Risiko einer Krebserkrankung. „Da Menschen immer länger leben, erkranken sie auch zunehmend häufiger an Krebs“, so das DKFZ weiter. Bislang galten jedoch lediglich Krebserkrankungen in frühen Jahren als deutliches Alarmsignal bezüglich eines erhöhten erblich bedingten Krebsrisikos. Das Erkrankungsrisiko der eigenen Kinder – als familiäres Risiko bezeichnet – steigt laut Angaben der DKFZ-Wissenschaftler jedoch auch, wenn die Eltern erst im hohen Alter an Krebs erkranken.

Acht Millionen Datensätze zur Ermittlung des Krebsrisikos ausgewertet
Die Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums haben in einer umfassenden Studie „knapp acht Millionen Einträge aus der schwedischen Familien-Krebs-Datenbank (SFCD)“ ausgewertet, um das familiäre Krebsrisiko zu überprüfen, berichtet das DKFZ. Die Daten stammten aus den Jahren 1961 bis 2008. Das Ergebnis der Forscher ist eindeutig: Selbst wenn Eltern „erst im Alter von 70 bis 89 Jahren an Krebs erkrankt“ sind, unterlagen die Kinder einem deutlich erhöhten Krebsrisiko. In Bezug auf Darmkrebs bedeute dies, dass bei einer Erkrankung eines Elternteils zwischen dem 70. und 79. Lebensjahr ein 1,9-fach erhöhtes Risiko für den Nachwuchs besteht, ebenfalls bis zum 60. Lebensjahr daran zu erkranken. Bei Brustkrebs ergebe „sich entsprechend ein 1,8-fach erhöhtes Risiko“, so die Wissenschaftler des DKFZ weiter. Selbst wenn die Eltern erst im Alter von über 90 Jahren erkranken, lasse sich für einige Krebsarten noch ein erhöhtes Risiko nachweisen.

Risikofaktoren meiden, Vorsorgeuntersuchungen nutzen
Bei besonders frühen Krebserkrankungen eines Elternteils (vor dem 40. Lebensjahr) ist die Risikoerhöhung beim Nachwuchs deutlich dramatischer. Für Darmkrebs steigt das Risiko einer Erkrankung in solchen Fällen um das 9,9-fache und für Brustkrebs um das 5,2-fache, so die Mitteilung des DKFZ. Die Wissenschaftler um Dr. Elham Kharazmi gehen davon aus, „dass genetische Faktoren die Grundlage für familiär gehäufte Krebsfälle sind“ und hoffen, dass ihre Erkenntnisse dazu beitragen, „das Wissen über die Genetik von Krebserkrankungen zu vertiefen.“ Auf diese Weise könnten „Familienangehörige mit einer genetischen Veranlagung für Krebs bewusst Risikofaktoren vermeiden und Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig nutzen“, so das Fazit des DKFZ. (fp)

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