Krebs durch Übergewicht: Stetige Gewichtszunahme bei Erwachsenen erhöht das Krebsrisiko deutlich

Es ist schon lange bekannt, dass Übergewicht und Fettleibigkeit zu verschiedenen gesundheitlichen Problemen führen kann. Mediziner stellten fest, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen der Entstehung von Krebs und einem zu hohen BMI gibt. (Bild: Kurhan/fotolia.com)
Alexander Stindt
Übergewicht und Fettleibigkeit führen zu stark erhöhter Krebswahrscheinlichkeit
Im Alter entwickeln viele Menschen irgendwann Probleme mit ihrem Gewicht. Forscher stellten jetzt fest, dass die Gewichtszunahme bei Erwachsenen das Krebsrisiko erhöht. Aus diesem Grund ist es mit zunehmenden Alter besonders wichtig, dass Erwachsene auf ein gesundes Körpergewicht achten.

Die Wissenschaftler der University of Manchester und des Health eResearch Centre stellten bei einer Untersuchung fest, dass eine Gewichtszunahme bei Erwachsenen das Krebsrisiko erhöht. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie bei der National Cancer Research Institute’s (NCRI) Cancer Conference in Liverpool.

Es ist schon lange bekannt, dass Übergewicht und Fettleibigkeit zu verschiedenen gesundheitlichen Problemen führen können. Mediziner stellten jetzt fest, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen der Entstehung von Krebs und einem zu hohen BMI gibt. (Bild: Kurhan/fotolia.com)
Es ist schon lange bekannt, dass Übergewicht und Fettleibigkeit zu verschiedenen gesundheitlichen Problemen führen können. Mediziner stellten jetzt fest, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen der Entstehung von Krebs und einem zu hohen BMI gibt. (Bild: Kurhan/fotolia.com)

Fettleibigkeit erhöht bei Männern das Krebsrisiko um 50 Prozent
Eine erhebliche Gewichtszunahme im Laufe über die Jahre führt oft zu Fettleibigkeit. Diese wirkt sich erheblich auf das Risiko der Entwicklung von Krebs aus. Bei Männern mit einem starken Anstieg des BMI erhöht sich das Krebsrisiko um mehr als 50 Prozent, bei Frauen dieser Grupe stieg die Krebswahrscheinlichkeit um fast 20 Prozent erhöht, erklären die Wissenschaftler.

Große Studie untersucht 300.000 erwachsene Amerikaner
Die aktuelle Untersuchung führt zu einer neuen Betrachtung über die langfristigen Auswirkungen von Fettleibigkeit und deren Verbindung zur Entwicklung von Krebs, erläutern die Autoren. Für ihre Studie untersuchten die Wissenschaftler die Daten von knapp 300.000 Menschen in Amerika. Zu diesen gehörten 177.500 Männer und 111.500 Frauen. Die Mediziner betrachteten die Veränderungen des BMI im Alter zwischen 18 und 65 Jahren.

Probanden wurden über einen Zeitraum von 15 Jahren medizinisch überwacht
Einige der Teilnehmer nahmen etwas an Gewicht zu, andere Probanden wurden krankhaft fettleibig. Die Forscher unterteilten die Probanden abhängig vom Anstieg des BMI in verschiedene Gruppen und beobachteten sie durchschnittlich über einen Zeitraum von 15 Jahren. So sollte festgestellt werden, ob die betroffenen Menschen im Laufe der Zeit Krebs entwickeln, erklären die Wissenschaftler.

Ein zu hoher BMI wirkt sich massiv auf das Krebsrisiko aus
Männer mit einem BMI einem starken Anstieg des BMI hatten ein drastisch erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Krebs, verglichen mit Männern mit Normalgewicht. Wenn Männer durch die Gewichtzunahme krankhaft fettleibig wurden, stieg das Krebsrisiko um 53 Prozent, sagen die Mediziner.

Viele Probanden mit zu hohem BMI litten im Alter nach 65 Jahren unter Krebs
Frauen starken Anstieg des BMI hatten ein um 17 Prozent erhöhtes Krebsrisiko, verglichen mit Frauen mit gesunden Körpergewicht, erläutern die Autoren. Von den 300.000 Menschen in der Studie wurde bei etwa 9.400 Frauen und 5.500 Männern im Alter ab 65 Jahren eine Krebserkrankung diagnostiziert, die mit Fettleibigkeit im Zusammenhang stand, berichten die Forscher.

Ergebnisse ermöglichen besseres Verständnis über die Entwicklung von Krebs
Die aktuelle Forschung zeigt, wie wichtig die Überwachung der Gewichtszunahme einer Person im Laufe des Lebens ist. Dadurch wird es möglich, dass eine klares Bild des Krebsrisikos im Zusammenhang mit dem BMI zu erstellen, erklärt Dr. Hannah Lennon von der University of Manchester.

Studie könnte helfen, Menschen mit erhöhtem Krebsrisiko schneller zu identifizieren
Diese Studie könnte wirklich nützlich für die öffentlichen Gesundheit sein. Sie könnte dabei helfen, dass die Menschen mit einem erhöhten Krebsrisiko identifiziert werden, sagen die Autoren. So können die Betroffenen dann ihr Gewicht kontrollieren, bevor irgendwelche gesundheitliche Probleme entstehen.

Besseres Verständnis der schädliche Effekte der Gewichtszunahme
Die neue Forschung sei eine interessante Weise, die Krebsgefahr zu betrachten, die im Laufe des Lebens durch Übergewicht entsteht, erläutern die Wissenschaftler. Dadurch können die schädlichen Effekte der Gewichtszunahme über längere Zeiträume besser verstanden werden, so die Experten weiter.

Kleine Änderungen der Ernährung führen auf lange Sicht zu gesundem Körpergewicht
Es ist wichtig die Menschen über ihre Möglichkeiten zu informieren, ihr Risiko für die Entstehung von Krebs zu reduzieren, erklären die Forscher. Natürlich gebe es keine Garantien dafür, ob Krebs bei Menschen auftritt. Trotzdem könne ein gesundes Körpergewicht die Wahrscheinlichkeit für die Erkrankung verringern und zusätzlich viele andere gesundheitliche Vorteile mit sich bringen, sagen die Mediziner. Schon kleine Änderungen der Ernährung können auf lange Sicht zu einem gesunden Körpergewicht beitragen.

Ergebnisse ermöglichen bessere Einschätzung des Krebsrisikos
Diese Studie bietet ein tieferes Verständnis der gesundheitlichen Auswirkungen durch die Adipositas-Epidemie. Die Ergebnisse zeigen, dass sich das Risiko für Krebs im Laufe der Zeit durch Übergewicht deutlich vergrößern kann. Diese Erkenntnis könnte es jedoch auch ermöglichen, das Risiko für eine Krebserkrankung eines Individuums besser einzuschätzen. (as)

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