Krebs-Früherkennung: Männer häufig Vorsorgemuffel

Heilpraxisnet

Männer gehen seltener zur Krebs-Vorsorge als Frauen

20.11.2014

Männer gehen nur selten zur Krebs-Vorsorge. Das ergab eine Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK). Demnach nutzt nur jeder vierte Mann über 45 Jahren (27 Prozent) die Möglichkeit der Krebs-Früherkennung. Männer haben ab diesem Alter jährlich Anspruch auf die Untersuchung. Dagegen gehen immerhin 60 Prozent der Frauen regelmäßig zu ihrem Frauenarzt.

Männer sollten regelmäßig zur Krebs-Früherkennung gehen
„Ich sollte besser auf meine Gesundheit achten“, hören Ärzte häufig, wenn Männer nach einigen Jahren das erste Mal wieder in der Praxis erscheinen. Meist sind die Beschwerden dann bereits sehr ausgeprägt. Im Fall ernsthafter Erkrankungen wie Krebs kann eine frühzeitige Diagnose jedoch über Leben und Tod entscheiden. Anlässlich des Internationalen Männertags weist die TK deshalb ausdrücklich auf die kostenlose Krebsvorsorge hin.

Im Rahmen einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der TK, für die 2001 deutschsprachige Menschen ab 18 Jahren befragt wurden, räumten 72 Prozent der Männer ein, mehr für ihre Gesundheit tun zu können. Lediglich 28 Prozent gaben an, eine ausreichende Gesundheitsvorsorge zu betreiben.

Im Jahr 2011 erklärten 61 Prozent der männlichen TK-Versicherten, die Krebs-Vorsorge zu meiden, weil sie nur zum Arzt gingen, wenn sie krank seien. 39 Prozent verzichteten auf die Früherkennung, da sie die Untersuchung als unangenehm empfinden. Jeder Dritte erklärte zudem, dass er sich nicht mit ernsthaften Erkrankungen beschäftigen möchte. 29 Prozent gaben an, sich bisher keine Gedanken über die Krebs-Vorsorge gemacht zu haben.

Frauen sind kritischer beim Arzt als Männer
Die meisten Frauen gehen zwar regelmäßig zur Krebs-Vorsorge, finden aber schwerer den Arzt ihres Vertrauen. „Frauen gehen achtsamer mit ihrer Gesundheit um und sind daher öfter beim Arzt als Männer. Entsprechend kritischer fühlen sie den Experten auf den Zahn", erläutert Heiko Schulz, Psychologe bei der TK. „Männer dagegen erwarten beim Arzt eine Dienstleistung, die schnell und zuverlässig erledigt werden soll – ähnlich der eines Handwerkers." (ag)

Bild: Tim Reckmann / pixelio.de