Science: Krebs-Immuntherapie Top-Entdeckung 2013

Alfred Domke

Jahreswechsel: „Science“ kürt Krebs-Immuntherapie zur Top-Entdeckung 2013

21.12.2013

Nach Einschätzung des Fachmagazins „Science“ ist der Fortschritt bei der Krebs-Immuntherapie die wissenschaftliche Top-Entdeckung des Jahres 2013. In diesem Jahr habe die Strategie, an der seit Jahrzehnten geforscht wird, endlich ihr volles Potential gezeigt.

Endlich volles Potential gezeigt
Das Fachmagazin „Science“ hat die Fortschritte bei der Krebs-Immuntherapie gewürdigt und sie zur wissenschaftlichen Top-Entdeckung 2013 gekürt. Die Herausgeber begründeten ihre Entscheidung in einer Mitteilung damit, dass die Strategie, an der seit Jahrzehnten geforscht wird, in diesem Jahr endlich ihr volles Potential gezeigt habe. „Ein neues Kapitel der Krebsforschung und -behandlung hat begonnen.“

An wenigen Krebsarten getestet
Bei der Krebs-Immuntherapie steht nicht der Tumor im Vordergrund, sondern vielmehr das Immunsystem. Mit der Methode sollen Immunzellen dazu gebracht werden, den Krebs zu bekämpfen. Bislang ist sie jedoch nur an wenigen Krebsarten und auch noch nicht ausgiebig getestet worden.

Schlaf zur Sanierung und Reparatur
Unter den neun weiteren Entdeckungen, die es auf die jährlich veröffentlichte Liste des „Science“-Magazins schafften, ist auch die Entdeckung zu finden, dass sich das menschliche Gehirn selbst im Schlaf reinigt und repariert. Forscher wiesen mit Experimenten an Mäusen nach, dass das Gehirn im Schlaf Kanäle zwischen Neuronen erweitert, so dass mehr Hirnflüssigkeit durchfließen kann. Den Wissenschaftlern zufolge spreche dies dafür, dass Sanierung und Reparatur mit zu den wichtigsten Gründen gehören, warum Menschen schlafen.

Im Labor gezüchtete Mini-Organe
Des weiteren teilten die „Science“-Herausgeber mit, dass auch der Fortschritt an im Labor gezüchteten Mini-Organen in diesem Jahr bemerkenswert gewesen sei. Unter anderem seien so kleine Lebern, Nieren und Gehirne erschaffen worden, die unter Umständen eines Tages weit besser für Versuchszwecke benutzt werden könnten als Versuchstiere. Auch der Durchbruch bei der Erforschung der unzähligen im Körper lebenden Mikroben wurde gewürdigt. In der Mitteilung des Fachmagazins heißt es, es sei deutlich geworden, wie wichtig diese Mini-Lebewesen für den Menschen sind. So könnten Darmbakterien etwa zu einer schweren Form von Mangelernährung beitragen. Die Mikroben eines Menschen müssten von der Medizin künftig stärker in die Behandlung einbezogen werden.

Stammzellen aus menschlichen Klon-Embryonen
2013 war zudem das Jahr, in dem es US-Forschern erstmals gelang, menschliche Klon-Embryonen herzustellen und daraus Stammzellen zu gewinnen. Dafür nutzten sie eine Methode, die auch zum sogenannten Klonschaf Dolly führte. Sie wollten aber ausdrücklich keine Klonmenschen erschaffen. Die Wissenschaftler nutzten für ihr umstrittenes Verfahren eine koffeinhaltige Lösung.

Neue Methode lässt Gehirngewebe durchsichtig erscheinen
Ebenfalls vertreten auf der Liste der Top-Entdeckungen des Jahres ist die „CRISPR“-Struktur. Die Entdeckung der Abschnitte sich wiederholender DNA hätten mehr als ein Dutzend Forscherteams dazu benutzt, das Genom von Pflanzen, Tieren und menschlichen Zellen zu verändern. Inzwischen werde die Struktur als ein Skalpell für die Manipulation einzelner Gene angesehen. Ebenfalls lobend erwähnt wurde eine neue Technik, Gehirngewebe darzustellen. Wie die „Science“-Herausgeber mitteilten, habe die Methode, die das Gewebe durchsichtig erscheinen lässt, so dass Gehirnzellen deutlich zu sehen sind, „die Art und Weise, wie Forscher dieses komplexe Organ betrachten, verändert.“

Neue Zutat gegen Kinderkrankheit gekürt
In die Liste mit aufgenommen wurde zudem eine neue Zutat, die eine Kinderkrankheit effektiv bekämpft sowie neues Material für Solarzellen, welches sie einfacher und günstiger herstellbar macht. Darüber hinaus schaffte es auch eine Entdeckung aus der Astronomie auf die Liste. So haben Wissenschaftler 2013 erstmals die bereits seit Jahrzehnten bestehende Vermutung bewiesen, dass kosmische Strahlung aus dem Staub von explodierenden Sternen entstehen kann. Im vergangen Jahr hatten die Herausgeber von „Science“ die wahrscheinliche Entdeckung des Higgs-Teilchens zum wissenschaftlichen Durchbruch des Jahres gekürt. (ad)

Bild: Tim Reckmann / pixelio.de