Krebs kann die Knochen brüchig machen

Häufig bilden sich bei Krebserkrankungen Knochenmetastasen, die eine Schwächung der Knochenstruktur zur Folge haben. (Bild: fotoliaxrender/fotolia.com)
Fabian Peters
Knochenmetastasen häufige Folge bei Krebserkrankungen
Viele Krebspatienten entwickeln im Laufe der Erkrankung sogenannte Knochenmetastasen, die ihr Knochengerüst schwächen und weitere Beschwerden mit sich bringen können. Für die Betroffenen besteht heutzutage jedoch häufig die Möglichkeit einer therapeutischen Versorgung, bei der – anders als noch vor etwa 15 Jahren – auch eine Tumorfreiheit erzielt werden kann, berichtet das Universitätsklinikum Freiburg. Der Oberarzt an der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie des Freiburger Uniklinikums, Dr. Georg Herget, erklärt in einer aktuellen Pressemitteilung, welche Folgen Knochenmetastasen für die Betroffenen Patienten haben und welche Behandlungsmöglichkeiten bestehen.

Als Leiter der Spezialsprechstunde und des Tumorboards Knochenmetastasen am Universitätsklinikum Freiburg ist Dr. Herget das Beschwerdebild gut vertraut und er kann aus der Praxis von den Problemen der Betroffenen berichten. Der Oberarzt kennt auch die Behandlungsmöglichkeiten und weiß, dass heute den Patienten oftmals geholfen werden kann. Nicht selten lasse sich durch eine operative Entfernung der Metastasen wieder Tumorfreiheit erreichen und auch, wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist, können die Metastasen zumindest kontrolliert werden, um die Lebensqualität zu erhalten oder gegebenenfalls sogar zu verbessern, erläutert der Experte.

Häufig bilden sich bei Krebserkrankungen Knochenmetastasen, die eine Schwächung der Knochenstruktur zur Folge haben. (Bild: fotoliaxrender/fotolia.com)
Häufig bilden sich bei Krebserkrankungen Knochenmetastasen, die eine Schwächung der Knochenstruktur zur Folge haben. (Bild: fotoliaxrender/fotolia.com)

Knochenschmerzen können ein Hinweis sein
Bei rund jedem zweiten Patienten treten laut Mitteilung des Universitätsklinikums Freiburg im Laufe der Erkrankung Knochenmetastasen auf, beispielsweise als Absiedlungen von Brust-, Prostata- oder Lungentumoren. Grundsätzliche seien fast alle Tumore dazu in der Lage, Knochenmetastasen zu bilden, betont Dr. Herget. Entdeckt würden diese häufig bei routinemäßigen Untersuchungen auf Metastasen, die für alle Tumorpatienten vorgesehen sind. „Bei Menschen, bei denen in der Vergangenheit eine Krebs-Erkrankung festgestellt wurde, sind Knochenschmerzen ein möglicher Hinweis auf eine Metastase“, so Herget weiter. Dem Experten zufolge berichten Betroffene vielfach über Beschwerden in Hüfte oder Wirbelsäule. Im Gegensatz zu den Beschwerden bei den weitverbreiteten degenerativen Skeletterkrankungen wie Osteoporose seien die Beschwerden anfangs oft in Ruhestellung festzustellen und erst später auch unter Belastung vorhanden.

Knochenbrüche eine mögliche Folge
Zeigen sich bei Patienten mit Tumorerkrankung entsprechenden Schmerzen, sollte diese spätestens nach zwei bis drei Wochen andauernder Beschwerden ärztlich abgeklärt werden, mahnt Dr. Herget. Auch können Knochenbrüche unter Umständen ein Hinweis auf die Bildung der Knochenmetastasen sein, so der Experte weiter. Herget zufolge sind insbesondere Brüche, die ohne oder durch geringfügige Einwirkung entstehen, beispielsweise weil sich die Person gestoßen hat, verdächtig. Diese werden in der Fachwelt als sogenannten pathologischen Frakturen bezeichnet, erläutert der Mediziner. Durch den Abbau und Umbau der Knochensubstanz bei der Bildung von Metastasen entstehe eine Instabilität, die schließlich zu einem Bruch führen kann.

Diagnose der Knochenmetastasen
Kommen Patienten mit Verdacht auf Knochenmetastasen in die Untersuchung, werden in der Regel zunächst Röntgenaufnahmen oder eine Computertomografie durchgeführt. Auch eine sogenannte Skelettszintigrafie kann zur Diagnose genutzt werden. Bei dieser „reichert sich eine Substanz im Bereich des metastatisch befallenen Knochens an; auf einem Ganzkörperbild lassen sich dann mögliche Metastasen erkennen“, erläutert Dr. Herget. Als weitere Diagnosemethoden seien die Magnetresonanztomografie und Biopsien (Entnahme von Gewebeproben) möglich und darüber hinaus können auch andere Verfahren – abhängig von dem individuellen Beschwerdebild der Betroffenen – eingesetzt werden.

Therapie soll die Mobilität erhalten
Werden Kochenmetastasen festgestellt, ist eine operative Entfernung vorgesehen, die allerdings nicht bei allen Betroffenen durchgeführt werden kann. Ist eine Heilung auf diesem Wege nicht mehr möglich, bestehen laut Aussage des Experten dennoch viele Optionen, um die Lebensqualität der Betroffenen zu erhalten beziehungsweise wiederherzustellen. So lasse sich zum Beispiel durch eine präventive Operation einem Knochenbruch zuvorkommen oder die Metastasen können neben der medikamentösen Therapie auch durch Bestrahlung lokal kontrolliert werden, berichtet Dr. Herget. Im Sinne der Lebensqualität gelte es vor allem die Mobilität zu erhalten.

Lebensgestaltung nicht zwangsweise eingeschränkt
Dem Mediziner zufolge sind auch konservative Verfahren wie etwa ein Korsette, das die brüchigen Knochen stützen und schützen soll, unter Umständen hilfreich. Denn Patienten hätten damit weniger Angst vor körperlicher Aktivität. Nicht zuletzt bleibe festzustellen, dass neben schwerwiegenden Fällen auch Befunde auftreten, bei denen die Knochenmetastasen keine unmittelbare Konsequenz auf die Lebensgestaltung haben. Unternehmungen wie beispielsweise Radfahren und Wandern seien nach einer Aufklärung hierüber oft wieder angstfrei möglich, berichtet der Experte. (fp)

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