Krebsforschung: Grelle Außenbeleuchtung steigert bei Frauen das Brustkrebs-Risiko

Alexander Stindt
Gibt es einen Zusammenhang zwischen nächtlicher Außenbeleuchtung und Brustkrebs?
Es gibt etliche Umwelteinflüsse, welche sich auf das Risiko zur Entwicklung von Brustkrebs auswirken. Forscher fanden jetzt heraus, dass in Gebieten mit einer nächtlich erhöhten Konzentration von Außenlicht Frauen ein gesteigertes Risiko für Brustkrebs aufweisen, verglichen mit Frauen aus Gebieten mit niedrigeren Niveaus von nächtlicher Außenbeleuchtung.

Die Wissenschaftler der international anerkannten Harvard T.H. Chan School of Public Health stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass eine erhöhte Konzentration von Außenbeleuchtung in der Nacht zu einem gesteigerten Risiko für Brustkrebs bei Frauen führt. Diese Verbindung war sogar noch stärker, wenn Frauen in der Nachtschicht arbeiteten. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „Environmental Health Perspectives“.

Mediziner fanden heraus, dass eine nächtliche Außenbeleuchtung erheblichen Einfluss auf das Risiko von Frauen für die Entwicklung von Brustkrebs haben kann. (Bild: Haz/fotolia.com)

Außenbeleuchtung während der Nacht Risikofaktor für die Entstehung von Brustkrebs
In unserer modernen industrialisierten Gesellschaft ist die künstliche Beleuchtung fast überpräsent. Die weit verbreitete Exposition gegenüber Außenbeleuchtung während der Nacht könne einen neuen Risikofaktor für Brustkrebs bilden, erklärt der Autor Professor Peter James vom Harvard Pilgrim Health Care Institute.

Nächtliche Außenbeleuchtung beeinflusst unsere innere Uhr
Bisher hatten die Ergebnisse von Studien vorgeschlagen, dass die Exposition gegenüber Licht in der Nacht zu einem verringerten Niveau des Hormons Melatonin führen kann. Dieser Effekt kann die sogenannten zirkadianen Rhythmen stören, welche auch als unser interne Uhr bezeichnet werden, sagen die Forscher. Durch unsere innere Uhr wird unsere Müdigkeit und die allgemeine Wachsamkeit beeinflusst, was wiederum zu einem erhöhten Risiko für Brustkrebs führen kann.

Wissenschaftler analysieren für ihre Studie die Daten von knapp 110.000 Frauen
Die neue Studie war die bisher umfassendste Untersuchung über mögliche Verbindungen zwischen Außenlicht bei Nacht und Brustkrebs, sagen die Autoren. Dafür betrachteten die Mediziner die Daten von fast 110.000 Frauen, welche Teil der sogenannten Nurses’ Health Study II waren, die zwischen dem Jahr 1989 und dem Jahr 2013 stattfand.

Forscher verwenden nächtliche Satellitenbilder von den Wohnorten der Teilnehmer
Die Forscher verknüpften für ihre Untersuchung die Daten mit den Aufzeichnungen von Satellitenbildern der Erde, welche in der Nacht an den Wohnadressen der Studienteilnehmer aufgenommen wurden. Die Experten untersuchten auch den Einfluss von Schichtarbeit in der Nacht. Die Studie hat außerdem ausführliche Informationen über eine Vielzahl von gesundheitlichen und sozioökonomischen Faktoren unter den Teilnehmern berücksichtigt, erläutern die Autoren.

Erhöhtes Brustkrebsrisiko lag bei einigen Frauen bei etwa 14 Prozent
Bei den Frauen, welche in der Nacht der höchsten Konzentration von Außenlicht ausgesetzt waren, lag ein um etwa 14 Prozent erhöhtes Risiko vor, dass die Betroffenen während des Zeitraums der Studie Brustkrebs entwickeln, verglichen mit Frauen im unteren Fünftel der Exposition durch nächtliches Außenlicht, sagen die Autoren in einer Pressemitteilung der Harvard T.H. Chan School of Public Health. Die Ergebnisse zeigen klar, dass wenn sich die Konzentration von Außenlicht in der Nacht erhöht, sich auch die Raten an Brustkrebs erhöhen, erklären die Wissenschaftler. (as)