Krebsforschung und -behandlung unter einem Dach

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NCT-Heidelberg: Zentrum für Krebsbehandlung

Krebsforschung und Krebstherapien unter einem Dach: NCT-Heidelberg: Zentrum zur Krebsbehandlung und -forschung eröffnet.

Medizin und Forschung unter einem Dach. In Heidelberg wurde heute das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) eröffnet. Die Deutsche Krebshilfe hatte den Neubau mit 29 Millionen Euro vorfinanziert, um die Krebsmedizin und Krebsforschungan einem Standort zu vereinen. „Unser Ziel ist es, dass Krebs-Patienten interdisziplinär und nach den neuesten medizinischen und wissenschaftlichen Erkenntnissen behandelt werden“, betonte Hans-Peter Krämer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe im Rahmen der Eröffnungsfeier.

Krebsforschung und Krebsbehandlung unter einem Dach
Das NCT ist die erste Einrichtung in Deutschland, die nach dem amerikanischen Vorbild der Comprehensive Cancer Centers sämtliche Bereiche der Krebsforschung, -diagnose und -behandlung unter einem Dach vereint. Dabei wurde die Einrichtung bereits 2004 vom Universitätsklinikum Heidelberg und dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) gemeinsam initiiert. Kurz darauf schlossen sich auch die Deutsche Krebshilfe und die Thoraxklinik Heidelberg der Kooperation an. Bisher war das NCT dabei in einer provisorischen Bleibe auf Gelände des Uniklinikums untergebracht, doch ab heute sind sämtliche Bereiche der Krebsforschung und der interdisziplinären medizinischen Patientenversorgung in einem extra hierfür errichteten Neubau unter einem Dach vereint. Über die Fertigstellung des Neubaus zeigte sich auch Professor Dr. Christof von Kalle, Sprecher des NCT-Direktoriums hoch erfreut: „Die Patienten und Mitarbeiter des NCT sind der Deutschen Krebshilfe und den Architekten zutiefst dankbar, dass nach fünf Jahren intensiver Entwicklung des Zentrums jetzt eine so patientenfreundliche, kommunikative und einladende Umgebung zur Verfügung steht“.

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Neue Maßstäbe in der Krebsmedizin
Diese Einrichtung sei "beispielgebend für die Versorgung krebskranker Menschen auf höchstem Niveau", betonte der Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) beim offiziellen Festakt zur Eröffnung des 29 Millionen Euro teuren Neubaus. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Medizin und Forschung können hier neue vielversprechende Forschungsergebnisse direkt in die klinische Praxis übertragen werden, so die Hoffnung der Initiatoren des Projekts. „Der Neubau des NCT bietet (…) den idealen Rahmen, um aktuelle Forschungsergebnisse in die Klinik zu übertragen“, erklärte zum Beispiel Professor Dr. Otmar Wiestler, Vorstandsvorsitzender des DKFZ.

Damit soll das NCT neue Maßstäbe bei der Krebsforschung und -behandlung setzen. Zudem ist die Art der Patientenversorgung ein wesentlicher Vorteil gegenüber herkömmlichen Einrichtungen. Den Krebspatienten steht direkt vor Ort ein interdisziplinäres Ärzteteam zur Verfügung, dass sie untersucht und behandelt, ohne das große Wege für die Betroffenen notwendig wären.

5.000 Krebspatienten jährlich
Die Fachleute rechnen mit rund 5.000 Patienten, die jährlich erstmals das NCT zur Behandlung aufsuchen. Die Devise „Alles unter einem Dach" bezieht sich dabei im NCT jedoch nicht nur auf die direkte Diagnose, Behandlung und Forschung im Bereich der Krebsmedizin, sondern bietet den Patienten vor Ort auch psychologische Beratung, Ernährungs- und Sozialberatung sowie ein ausgedehntes Sportprogramm an. Zudem widmen sich hier Krebsmediziner, Sportwissenschaftler und Physiotherapeuten auch dem Einfluss von Bewegung, Kraftaufbau und Entspannung auf die Lebensqualität und den Krankheitsverlauf bei Krebspatienten, um mit der Einrichtung des NCT auch der Krebsprävention Rechnung zu tragen. (fp, 02.11.2010)

Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg ist eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums, des Universitätsklinikums Heidelberg, der Thoraxklinik Heidelberg und der Deutschen Krebshilfe. Ziel des NCT ist die Verknüpfung von vielversprechenden Ansätzen aus der Krebsforschung mit der Versorgung der Patienten von der Diagnose über die Behandlung, die Nachsorge sowie der Prävention. Die interdisziplinäre Tumorambulanz ist das Herzstück des NCT. Hier profitieren die Patienten von einem individuellen Therapieplan, den fachübergreifende Expertenrunden, die sogenannten Tumorboards, zeitnah erstellen. Die Teilnahme an klinischen Studien eröffnet den Zugang zu innovativen Therapien. Das NCT ist somit eine richtungsweisende Plattform zur Übertragung neuer Forschungsergebnisse aus dem Labor in die Klinik.

Im NCT sind die interdisziplinäre medizinische Patientenversorgung und innovative Krebsforschung eng miteinander verzahnt. Vielversprechende Forschungsergebnisse können so rasch in die klinische Praxis übertragen werden. Das NCT wird getragen vom Universitätsklinikum Heidelberg, der Thoraxklinik Heidelberg, dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und der Deutschen Krebshilfe. Die Deutsche Krebshilfe ist Bauherrin des neuen Gebäudes für das NCT, das sich auf dem Campus des Universitätsklinikums Heidelberg befindet.