Krebshilfe warnt vor Hautkrebs durch Solarium

Astrid Goldmayer

Europaweit jährlich rund 800 Todesfälle von Solariumbesuchern wegen Hautkrebs

05.10.2012

Nach dem Strandurlaub im Sommer legen sich vor allem junge Frauen gerne auf die Sonnenbank, um ihre Bräune zu erhalten. Ärzte und Wissenschaftler warnen jedoch eindringlich vor der künstlichen Bräune. Das Risiko am aggressiven schwarzen Hautkrebs, dem sogenannten malignen Melanom, zu erkranken, verdoppele sich auf der Sonnenbank.

Schwarzer Hautkrebs ist besonders gefährlich
Etwa 800 Solariennutzer sterben jährlich europaweit an einem Melanom aufgrund zu häufigen Bräunens“, berichtet Hans-Peter Krämer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. „Daher ist es uns wichtig, insbesondere junge Menschen gezielt über diesen leicht vermeidbaren Krebsrisikofaktor aufzuklären.“ Insgesamt treten in Deutschland jährlich rund 224.000 Neuerkrankungen an Hautkrebs auf. In etwa 26.000 Fällen handelt es sich um den besonders gefährlichen schwarzen Hautkrebs. Laut der Deutschen Krebshilfe sterben jedes Jahr rund 3.000 Melanompatienten „an den Folgen ihres Tumorleidens“. Das maligne Melanom sei deshalb so gefährlich, weil es bereits in einem sehr frühen Stadium Tochtergeschwülste bilde und nur schwer heilbar sei. Immer mehr junge Menschen, vor allem junge Frauen, seien vom schwarzen Hautkrebs betroffen.

UV-Strahlung lässt die Haut altern und verursacht Hautkrebs
Laut der „Sun Study 2012“ sind 3.500 Melanom-Fälle von insgesamt knapp 64.000 Neuerkrankungen in 18 westeuropäischen Ländern direkt auf die Nutzung von Sonnenbänken zurückzuführen. Etwa 800 Todesfälle gehen jährlich in diesen Ländern auf das Konto von Solarien. „Der Aufklärungsbedarf in Deutschland zum Hautkrebsrisiko durch Solarien ist hoch ", erklärt Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. Besonders erschreckend sei, dass 167.000 der derzeitigen Solariennutzer noch nicht volljährig seien. Seit 2009 ist der Zutritt für Minderjährige nach geltendem Recht jedoch verboten. Die Deutsche Krebshilfe fordert deshalb strengere Kontrollen. „Junge Menschen hoffen, durch einen Solarienbesuch ihr Wohlbefinden und ihre Attraktivität zu steigern. Sie unterschätzen jedoch massiv die Hautkrebsgefahr, die von UV-Strahlen der Solariengeräte ausgeht“, berichtet Nettekoven. Speziell für junge Menschen hat die Deutsche Krebshilfe auf der Internetseite www.rosi-hat-schwein-gehabt.de Informationen rund das Thema Hautkrebs und Solarien zusammengestellt. Mittels einer App für Smartphones können die Nutzer ihre Freunde im Zeitraffer altern lassen und die zunehmende Hautalterung als sichtbare Folge von zu intensiver starker UV-Strahlen erleben. (ag)