Krebsregister im Kampf gegen Krebs

Astrid Goldmayer

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe plant bundesweites Krebsregister

07.02.2014

Das Bundesgesundheitsministerium plant die Einführung eines nationalen Krebsregisters. Hintergrund ist die stetige Zunahme von Krebserkrankungen. In Deutschland stirbt mittlerweile etwa jeder Vierte an Krebs. Um detaillierte Daten unter anderem zur Krebsart, dem Verlauf der Erkrankung und der Therapie zu sammeln und auszuwerten, sollen diese Angaben zukünftig für jeden bösartigen Tumor erfasst werden. Bis Mitte 2015 verfügten alle Bundesländer über die notwendigen rechtlichen Voraussetzungen für die klinischen Krebsregister, so Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe gegenüber der „Bild“. Weitere Maßnahmen im Kampf gegen Krebs sollen folgen.

Krebsregister soll Erkenntnisse zur Verbesserung von Krebstherapien liefern
Mit dem Krebsregister soll eine bundesweit einheitliche Datengrundlage geschaffen werden, die es ermöglicht, Auswertungen zu den Therapien zu machen. Daraus lassen sich Erkenntnisse ableiten, die zur Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten beitragen. In einigen Bundesländern bestehen zwar bereits Register, diese sind jedoch sehr unterschiedlich, so das eine einheitliche Datenerhebung bislang nicht gewährleistet ist. Mit einheitlichen Vorgaben für alle Bundesländer soll dieses Problem zukünftig gelöst werden. Auf diese Weise können beispielsweise Auswertungen über die Qualität der einzelnen Behandlungszentren durchgeführt werden und die erfolgreichsten Therapien identifiziert werden.

Das sogenannte Krebsfrüherkennungs- und Registergesetz (KFRG) regelt den Aufbau des nationalen Krebsregisters, das Teil des 2008 konzipierten nationalen Krebsplans ist. Damals hatten sich die Bundesregierung, die Deutsche Krebshilfe und Fachverbände zusammengeschlossen, um einen Maßnahmenplan im Kampf gegen Krebs zu erarbeiten.

Neben dem Krebsregister plant die Bundesregierung den Ausbau der Krebsvorsorge. Ähnlich wie bei der Brustkrebsvorsorge für Frauen sollen zukünftig auch für Darm- und Gebärmutterhalskrebs verbesserte Vorsorgesysteme eingeführt werden. Gröhe nennt in diesem Zusammenhang Einladeverfahren zu den Untersuchungen, die sich bei der Brustkrebsvorsorge bewährt hätten. „Je früher Krebs entdeckt wird, desto höher sind die Heilungschancen", betont der Bundesgesundheitsminister gegenüber der Nachrichtenagentur „AFP“.

Zahl der Krebserkrankungen steigt weiter an
Jüngst hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor einer dramatischen Zunahme der Krebserkrankungen gewarnt. Bis zum Jahr 2025 könnten jährlich 20 Millionen Neuerkrankungen auftreten, so das Ergebnis einer Auswertung der WHO. Das entspricht einem Anstieg von etwa 40 Prozent. In den kommenden zwei Jahrzehnten ist der WHO zufolge sogar ein Anstieg um bis zu 70 Prozent realistisch. Laut des am Montag veröffentlichten Krebs-Bericht 2014 kam es 2012 zu etwa 14 Millionen Neuerkrankungen weltweit. 8,2 Millionen Menschen überlebten den Krebs nicht.

In Deutschland nimmt Krebs Platz zwei der häufigsten Todesursachen hinter Herz-Kreislauf-Erkrankungen ein. Angaben des Statistischen Bundesamtes zufolge wurden 2010 mehr als 477.000 Neuerkrankungen diagnostiziert. Mehr als 218.000 Patienten starben im gleichen Zeitraum an Krebs. (ag)

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Bild: Rainer Sturm / pixelio.de