Krebstherapie: Chemo- und Strahlentherapie verringern Rate der Neubildung von Metastasen

Alfred Domke

Krebsforschung: Neue Erkenntnisse zur Wirkung von Chemo- und Strahlentherapie

Experten zufolge erkranken weltweit jedes Jahr rund 14 Millionen Menschen an Krebs, über acht Millionen Personen versterben daran. Beim Kampf gegen die schwere Krankheit wird vor allem auf Operationen, Chemotherapie und Bestrahlung gesetzt. Deutsche Forscher haben nun neue Erkenntnisse zu Chemotherapeutika und Strahlentherapie gewonnen.

Zahl der Krebserkrankungen steigt

Laut dem Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert-Koch-Institut (RKI) erkranken derzeit weltweit „jährlich etwa 14,1 Millionen Menschen an einer Krebserkrankung (ohne weißen Hautkrebs) und ca. 8,2 Millionen Menschen versterben daran“. Auch hierzulande gibt es immer mehr Krebsneuerkrankungen. Die Zahl der Neudiagnosen hat sich in Deutschland seit 1970 fast verdoppelt. Behandelt werden Patienten meist mithilfe von Operationen, Chemotherapie und/oder Bestrahlung. Deutsche Forscher haben nun neue Erkenntnisse zu Chemotherapeutika und Strahlentherapie gewonnen.

Forscher konnten nun nachweisen, dass Chemotherapeutika und Strahlentherapie nicht nur die Größe von Tumoren verändert, sondern auch die Geometrie der Blutgefäße. Diese Änderung wiederum verringert in den meisten Fällen die Rate der Neubildung von Metastasen. (Bild: auremar/fotolia.com)

In den meisten Fällen führt nicht der Primärtumor zum Tod

Wie der „Informationsdienst Wissenschaft“ (idw) berichtet, konnten Forscher der Hochschule Stralsund um Prof. Dr. Gero Wedemann zusammen mit Ärzten des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf nachweisen, dass Chemotherapeutika und Strahlentherapie nicht nur die Größe von Tumoren verändert, sondern auch die Geometrie der Blutgefäße.

Diese Änderung wiederum verringert in den meisten Fällen die Rate der Neubildung von Metastasen.

Bei Krebserkrankungen führt in 90 Prozent der Fälle nicht der Primärtumor sondern die Metastasen zum Tod.

Neue Ansätze in der Entwicklung neuer Behandlungsmöglichkeiten

Wie die Streuung von Metastasen genau geschieht und wie sie mit Behandlungen beeinflusst werden kann, ist jedoch zum großen Teil noch unbekannt.

Die gewonnene Erkenntnis führt zu neuen Ansätzen in der Entwicklung neuer Behandlungsmöglichkeiten. Um dies herauszufinden, verknüpften die Forscher Experimente mit Mäusen und Computersimulationen.

Die Ergebnisse wurden vor kurzem im Fachjournal „PLOS ONE“ unter dem Titel „Radiotherapy and chemotherapy change vessel tree geometry and metastatic spread in a small cell lung cancer xenograft mouse tumor model“ veröffentlicht. (ad)