Krebstherapie: Höhere Lebenserwartung und bessere Lebensqualität

Danke der verbesserten Behandlungsmöglichkeiten haben sich die Lebenserwartung und die Lebensqualität von Krebspatienten deutlich verbessert. (Bild: Photographee.eu/fotolia.com)
Fabian Peters
Deutliche Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten bei Krebs
Die Diagnose einer Krebserkrankung ist für die Betroffenen immer ein schwerer Schicksalsschlag, zumal die Behandlungsmöglichkeiten lange Zeit nur sehr begrenzt waren. Doch hat die Tumortherapie in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte erzielt und viele Krebserkrankungen sind heute relativ gut therapierbar. Laut einer aktuellen Mitteilung der Medizinischen Universität Wien (MedUni Wien) wurden durch innovative Ansätze in der Diagnostik und Therapie für Patientinnen und Patienten mit verschiedensten Krebsformen und -stadien entscheidende Verbesserungen der Lebenserwartung und Lebensqualität erreicht.

Die positive Entwicklung ist laut Angaben der Experten auch auf die jüngsten Erfolge mit der sogenannten immunologische Tumortherapien zurückzuführen. Dieser Therapieansatz beruhe „auf der Erkenntnis, dass Tumorzellen die Abwehr gegen sich selbst unterdrücken und sich so erfolgreich einer Zerstörung durch körpereigene Abwehrmechanismen entziehen können“, berichtet die MedUni Wien. Durch die neuen Immuntherapien werde das Immunsystem mit Hilfe einer Blockade dieser Mechanismen geschützt beziehungsweise erfolge einer Wiederaktivierung gegen den Tumor. „Die ersten zugelassenen Präparate bewähren sich bereits im klinischen Einsatz, vor allem bei fortgeschrittenen Stadien des Melanoms, des nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms sowie des Nierenzellkarzinoms“, betont Christoph Zielinski, Leiter der Universitätsklinik für Innere Medizin I der MedUni Wien/AKH Wien auf einer Pressekonferenz anlässlich des bevorstehenden Weltkrebstages.

Danke der verbesserten Behandlungsmöglichkeiten haben sich die Lebenserwartung und die Lebensqualität von Krebspatienten deutlich verbessert. (Bild: Photographee.eu/fotolia.com)
Danke der verbesserten Behandlungsmöglichkeiten haben sich die Lebenserwartung und die Lebensqualität von Krebspatienten deutlich verbessert. (Bild: Photographee.eu/fotolia.com)

Weitere Verbesserungen der Krebstherapie in Sicht
Auch für die nahe Zukunft ist mit weiteren Verbesserungen der Krebstherapie zu rechnen, da laut Zielinski bereits „viele neue Substanzen kurz vor der Marktreife“ stehen. Ein anderes wichtiges Forschungsfeld sei darüber hinaus „die Etablierung neuer Kombinationen von Medikamenten, welche die Funktion der Immunabwehr entweder verstärken oder deren Blockade aufheben.“ Des Weiteren würden parallel zu den Arbeiten auf dem Gebiet der Krebsimmuntherapie auch im Bereich der personalisierten Medizin intensive Forschungsaktivitäten geleistet, welche den Test neuer Medikamente in Studien, aber auch die Entwicklung neuer prädiktiver Biomarker zur Einschätzungen des individuellen Therapieerfolges umfassen. Ein großer Vorteil dieser zielgerichteten Therapien bestehe darin, dass sie im Allgemeinen sehr gut verträglich sind.

Revolutionäre Erfolge bei der Behandlung
In verschiedenen Bereichen der Krebstherapie konnten zuletzt revolutionäre Erfolge erzielt werden, wie beispielsweise bei der Behandlung von Leukämien, Lymphomen und dem Multiplen Myelom, so die Mitteilung der MedUni Wien. „Auf dem Gebiet der hämatologischen bösartigen Erkrankungen ist in den letzten zwei bis drei Jahren kein Stein auf dem anderen geblieben“, betont Ulrich Jäger von der Universitätsklinik für Innere Medizin I der MedUni Wien/AKH Wien. Bahnbrechende Fortschritte seien vor allem bei der akuten und der chronischen lymphatischen Leukämie, dem multiplen Myelom, der akuten myeloischen Leukämie und Morbus Hodgkin gelungen. Durch diese konnte bei bestimmten Patientengruppen auch in fortgeschrittenen Krankheitsstadien die Überlebensrate bzw. die Heilungschance drastisch erhöht werden, berichtet der Experte.

Völlig neuartige Therapieansätze entwickelt
Einige völlig neuartige Therapieansätze wurden laut Aussage der Mediziner in den letzten Jahren eingeführt. Hierzu zähle zum Beispiel die Behandlung von B-Zell-Tumoren auf Basis einer Zelltherapie mit CAR (Chimaric Antigen Receptor)-T-Zellen. „Dabei wird in normale T-Zellen eines Patienten bzw. einer Patientin mittels eines Virus ein CD19-Rezeptor eingeschleust, der bösartige B-Zellen erkennt“, erläutern die Experten der MedUni Wien. Bei Kindern mit akuter lymphatischer Leukämie, die bereits aufgegeben waren, seien mit dem Verfahren Remissionsraten von 100 Prozent realisierbar. „Bei Erwachsenen mit diffusen großzelligen B-Zell-Lymphomen kommt immerhin die Hälfte der PatientInnen in komplette Remission“, so die Mitteilung der MedUni. Auch bei weiteren stark verbreiteten Krebsarten wie beispielsweise Brustkrebs haben sich laut Aussage der Experten die Behandlungsmöglichkeiten und damit die Überlebenschancen der Betroffenen in den letzten Jahren deutlich verbessert. (fp)

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