Krebstherapie: Sport steigert das Wohlbefinden

Heilpraxisnet

Krebstherapie: Sport steigert das Wohlbefinden

07.01.2015

Nicht nur die Krebserkrankung selbst, sondern auch die Therapie schwächt den Körper enorm. Experten zufolge können Patienten dem mit Hilfe von Sport entgegensteuern. Auch wenn Erschöpfung und Müdigkeit die Motivation erschweren: Bewegung während der Krebstherapie kann positiven Einfluss auf das Wohlbefinden haben.

Bewegung wirkt sich positiv auf das Wohlbefinden aus
Nicht nur Krebs selbst, sondern auch seine Therapie schwächt den Körper. Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, können Patienten dem mit Sport gegensteuern. Allerdings ist dies gar nicht so leicht, wenn Erschöpfung und Müdigkeit die Motivation erschweren. Experten zufolge kann sich Bewegung während einer Krebstherapie positiv auf das Wohlbefinden auswirken. Man kann damit das Immunsystem stärken, die Herz-Lungen-Funktion verbessern und das Selbstwertgefühl steigern. Durch körperliche Aktivitäten können zudem Krankheits- und therapiebedingte Begleiterscheinungen wie Fatigue, Schlafstörungen und Depressionen reduziert werden. Darauf weist die Deutsche Krebshilfe in ihrem Ratgeber „Schritt für Schritt. Mehr Bewegung, weniger Krebsrisiko“ hin.

Durch Sport den körperlichen Abbau verringern
Außerdem kann Sport gleichzeitig den körperlichen Abbau verringern, der Patienten als Folge von Krankheit und Therapie zu schaffen macht. Muskelzellen bekommen durch die Krebserkrankung und die Therapie nicht mehr genügend Sauerstoff. Infolgedessen kann es zu Blutarmut, Muskelveränderungen und Schmerzen, Veränderungen an den Blutgefäßen sowie einer verringerten Lungenfunktion kommen. Dies vermindert nicht nur die Leistungsfähigkeit, sondern kann auch die Psyche negativ beeinflussen. Da viele Krebspatienten jedoch gleichzeitig unter starker Erschöpfung leiden, bewegen sie sich fast gar nicht mehr und deshalb verschlechtert sich ihr Zustand noch zusätzlich.

Krafttraining für Brustkrebspatientinnen
Daher ist es bei der Wahl der Sportart am wichtigsten, dass sie Spaß macht. Denn damit werden die Patienten motiviert, sich zu bewegen. Es gibt keine pauschale Empfehlung, welche Sportart besonders gut ist, Betroffene besprechen sich am besten mit ihren Ärzten und Therapeuten. Bei der Wahl der Sportart spielen Faktoren wie Diagnose, Stadium der Erkrankung, Behandlungsphase, Nebenwirkungen und Begleiterkrankungen eine Rolle. Für Brustkrebspatientinnen ist Krafttraining eine gute Möglichkeit, um die meist mit der Erkrankung und der Therapie einhergehende bleierne Müdigkeit und Erschöpfung (Fatigue) zu lindern oder sogar zu vermeiden, wie das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg unter Berufung auf eine Studie vor einigen Monaten empfohlen hatte.

Spezielle Sportkurse für Krebspatienten
In manchen Krankenhäusern ist Bewegung für die Patienten bereits Teil der Behandlung geworden. So setzt etwa das Zentrum für Prävention und Sportmedizin am Klinikum rechts der Isar in München auf den positiven Effekt sportlicher Betätigungen im Kampf gegen Krebs. Dort werden spezielle Sportkurse für Patienten mit onkologischen Erkrankungen angeboten. Der Leiter des Zentrums, Professor Martin Halle, erläuterte im vergangene Jahr gegenüber der dpa, dass Patienten, die während einer Chemotherapie Sport treiben, die Therapie besser tolerieren. Vor allem Nebenwirkungen wie chronische Müdigkeit und Übelkeit würden besser überwunden. (ad)

Bild: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de