Behörde warnt in Düren vor Legionellen

Heilpraxisnet

Im Kreis Düren sind gehäuft Infektionen mit Legionellen aufgetreten

20.09.2014

Wie der Kreis Düren mitteilt, mussten binnen weniger Wochen 42 Patienten „mit einer bestimmten Form der ambulant erworbenen Lungenentzündung" in Jülicher Krankenhaus behandelt werden. In fünf von neun untersuchten Fällen waren Legionellen die Ursache. Die Behörden forschen nun mit Hochdruck nach der Quelle der Krankheitserreger.

Gefahr durch Legionellen besteht vor allem für Menschen mit geschwächtem Immunsystem und Ältere
Legionella pneumophila heißt das Bakterium, das hohes Fieber und Lungenentzündungen hervorrufen kann, beispielsweise wenn belasteter Wasserdampf beim Duschen eingeatmet wird und auf diese Weise in die Lunge gelangt. Die Krankheitserreger vermehren sich normalerweise immer dann schnell, wenn Wasser zu lange in den Leitungen steht. Auch eine Ansteckung in Schwimmbädern ist möglich. Legionellen werden jedoch nicht von Mensch zu Mensch übertragen. Auch beim Essen und Trinken besteht keine Ansteckungsgefahr, teilt das Bayerische Landesamt für Gesundheit auf seiner Internetseite mit. Besonders gefährdet für einen schwere Krankheitsverlauf bei einer Infektion seien "Menschen mit geschwächtem Immunsystem, Ältere und Raucher".

Bei fünf von neun untersuchten Patienten wurden Legionellen entdeckt
Die Quelle der Legionellen im Kreis Düren ist bisher noch ungeklärt. Bisher wurden die Erreger in fünf Fälle bei speziellen mikrobiologischen Untersuchungen nachgewiesen, die das Gesundheitsamt durchgeführt hatte. Die Behörden reagierten damit auf eine Häufung von Lungenentzündungen in Jülich. Im Zeitraum vom 14. August bis 11. September wurden 42 Menschen wegen einer bestimmten Form der Lungenentzündung in Kliniken behandelt. Bei zwei der Betroffenen soll die Lungenentzündung mit zum Tod geführt haben. Allerdings wurden in diesen beiden Fällen keine Untersuchung auf Legionellen durchgeführt. Bei fünf von neun getesteten Personen bestätigte sich eine Legionellen-Infektion.

Suche nach der Quelle der Legionellen läuft auf Hochtouren
Wie der Kreis Düren weiter mitteilte, sei das Landeszentrum für Gesundheit (LGZ) NRW eingeschaltet. Derzeit werden die Patienten zu ihren Aufenthaltsorten befragt, um die Quelle der Krankheitserreger eingrenzen zu können. „Da die Inkubationszeit in aller Regel zwei bis zehn Tage beträgt, können erste Ansteckungen am 4. August stattgefunden haben. Die letzte Ansteckung dieser Fälle fand vor dem 10. September statt“, so eine Mitteilung des Kreises. „Ob künftig weitere Fälle auftreten können, kann nicht ausgeschlossen werden.“

Nachdem sich im vergangenen Jahr 160 Menschen in Warstein mit Legionellen angesteckt hätten, die vermutlich aus einer industrielle Kühlanlage stammten, habe der Kreis Düren eine Meldepflicht für alle Betreiber von Rückkühlwerken in der Stadt Jülich erlassen. (ag)

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