Kümmel: Heilpflanze 2016 lindert Blähbauch und Bauchweh

Fabian Peters
Kümmel kann mehr, als die Meisten denken
Kümmel ist vielen Menschen nur als Gewürz für Speisen und Kuchen bekannt. Doch Kümmel macht nicht nur Brot und Kohl bekömmlicher. Dieses Gewürz kann weitaus mehr. Kümmel gilt als eine der ältesten Arzneipflanzen in Europa. Schon in der Jungsteinzeit (etwa 3.000 vor Christus) wurde die Pflanze genutzt. Archäologen fanden Spuren in Überresten von Siedlungen aus dieser Zeit. Unsere Vorfahren setzten Kümmel auch als Heilpflanze ein.

Gegen Blähungen und Krämpfe im Magen-Darmbereich gilt Kümmel als das mit Abstand wirkungsvollste pflanzliche Mittel. Die Pflanze hat aber auch eine wissenschaftlich anerkannte, heilende Wirkung. Kümmelöl kann beispielsweise Magenkrämpfe lösen und Verdauungsbeschwerden verhindern. Jetzt wurde Kümmel zur Heilpflanze des Jahres 2016 gewählt.

Kümmel als Gewürz
In unserer Kultur zählt Kümmel zu den ältesten Gewürzen. Es gibt jedoch viele Menschen, die den Geschmack von Kümmel absolut nicht mögen. Der Grund hierfür könnte sein, dass Kümmel ein sehr intensives Aroma hat. Das Gewürz sollte immer richtig zubereitet werden, dabei ist zu empfehlen, den Kümmel möglichst klein zu mahlen. Dadurch bekommen Gerichte eine besonders milde Würze. Kümmel gilt als verdauungsfördernd, weshalb insbesondere schwerverdauliche Speisen oder aufblähende Gerichte mit Kümmel zubereitet werden. Kümmel hat jedoch noch andere gesundheitsfördernde Eigenschaften.

Kümmel ist seit Jahrhunderten als Heilpflanze bekannt. (Bild: Schlierner/fotolia.com)
Kümmel ist seit Jahrhunderten als Heilpflanze bekannt. (Bild: Schlierner/fotolia.com)

Kümmel als Medizin
Für Kümmel bestehen sehr viele verschiedene Einsatzmöglichkeiten. Samen von Kümmel und die vorhandenen ätherischen Öle sind reich an Flavonoiden. Diese wirken antioxidativ. Flavonoide schützen unseren Körper vor freien Radikalen und deren schädigender Wirkung auf unsere Zellen. Kümmelöl ist in der Lage, Entzündungen einzudämmen. Das Öl hemmt die Aktivität von speziellen Enzymen. Diese sogenannten „Myeloperoxidase“ können Entzündungen in unserem Körper auslösen. Kümmelöl kann sogar vor Darmkrebs schützen. Ein Studie aus dem Jahr 2011 zeigte, dass sich durch die Verabreichung des Kümmelöls deutlich weniger anomale Drüsen in der Darmschleimhaut bildeten. Diese gelten als Vorstufe von Polypen und Darmkrebs. Kümmel wird in der Naturheilkunde außerdem gegen Zahnschmerz, Spannungskopfschmerz und Migräne eingesetzt. Das Öl kann äußerlich aufgetragen werden. Bei Massagen mit Kümmelöl werden Wirkstoffe direkt durch die Haut aufgenommen. Hierbei ist zu beachten, dass die Tinktur mit beispielsweise Olivenöl gemischt werden sollte. Selbst Kümmel als Badezusatz hat eine erfrischende und belebende Wirkung. Das Kauen von Körnern der Pflanze soll schlechten Mundgeruch verhindern.

Weitere Studien zur heilenden Wirkung von Kümmel
Darüber hinaus gilt als erwiesen, dass Kümmel bei Bluthochdruck hilft. Andere Studien belegten, dass die Pflanze harntreibende Eigenschaften besitzt. Bei der Vielzahl positiver Auswirkungen auf unsere Gesundheit ist es berechtigt, dass echter Kümmel (Carum carvi) nun zur Arzneipflanze des Jahres 2016 gewählt wurde. Die Universität Würzburg wählt jedes Jahr eine andere anerkannte Pflanze mit heilenden Eigenschaften. Kümmel zählt zu den Doldenblütlern (Apiaceae) und ist in Europa weitverbreitet.

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Einsatz von Kümmel
Bei Kümmel gilt es jedoch zu beachten, dass konzentriertes Kümmelöl nicht in der Stillzeit oder Schwangerschaft eingesetzt werden sollte. In hohen Dosen über einen langen Zeitraum kann Kümmelöl außerdem zu Leber- und Nierenschäden führen. Grundsätzlich sollte Kümmel nicht selber gesammelt werden. Denn die Früchte der Pflanze sehen den giftigen Schierlingsfrüchten sehr ähnlich. Menschen mit Asthma sollten die ätherischen Öle von Kümmel nicht inhalieren, da dies einen Asthmaanfall auslösen kann. (as)

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