Kurios: Samenspender erhalten Geld für neues iPhone

Fabian Peters
Samenbank lockt: Neues iPhone 6S für 17 Milliliter Ejakulat
Eine chinesische Samenbank hat sich eine ganz besondere Aktion einfallen lassen, um ihre Bestände wieder „aufzufüllen“: Sie verweist potentielle Spender darauf, dass sie sich für ihr Ejakulat ein neues iPhone anschaffen können. In der Vergangenheit hatte ein Jugendlicher ein Organ für eines der beliebten Telefone verkauft.

Niere für iPhone verkauft
Wie abhängig manche Menschen von ihrem Handy sind, zeigte unter anderem ein dramatischer Fall aus den USA: Dort hatte eine 12-Jährige mehrmals versucht, ihre Mutter wegen Handy-Entzug zu vergiften. Doch auch in anderen Gegenden der Welt sind – vor allem junge – Leute nicht weniger fanatisch, wenn es um Smartphones geht. So hatte im Jahr 2011 ein 17-jähriger Junge aus der chinesischen Provinz Hunan eine seiner Nieren für ein iPhone und iPad verkauft. Darauf beziehen sich jetzt offenbar auch Samenbanken in China und werben mit Slogans wie: „Du musst keine Niere verkaufen – es gibt einen viel einfacheren Weg, ein iPhone 6S zu bekommen.“ Und zwar durch eine Samenspende.

Ein iPhone für die Samenspende? (Bild: Tatiana Shepeleva/fotolia.com)
Ein iPhone für die Samenspende? (Bild: Tatiana Shepeleva/fotolia.com)

820 Euro für 17 Milliliter Ejakulat
Wie verschiedene Online-Medien berichten, bietet das Renji-Krankenhaus in Schanghai 6.000 Yuan (rund 820 Euro) für Spermaspenden von insgesamt 17 Milliliter Ejakulat. Für diesen Betrag kann man sich in China das neue iPhone 6S kaufen. Die Spender müssen dafür aber auch entsprechende Voraussetzungen mitbringen. Der Spender muss mindestens 1,64 Meter groß sein und auch ein College-, Uni- oder Hochschulabschluss wird von den Spendern gefordert. Und natürlich muss vorab ein medizinischer Test bestanden werden.

Zwei bis sechs Milliliter pro „Sitzung“
In einem digitalen Flyer weist die Klinik auf die Möglichkeit hin, mit dem gebotenen Geld ein iPhone 6S mit 16GB erwerben zu können. Die Männer haben dafür insgesamt sechs Monate Zeit, die sie sicher oft auch nötig haben, da durchschnittlich pro „Sitzung“ zwischen zwei und sechs Milliliter abgegeben werden. Andere Einrichtungen wie eine Samenbank in der Provinz Hubei werben noch aggressiver um potentielle Spender. Sie verweisen mit genannten Sprüchen wie dass man „für ein iPhone keine Niere spenden“ müsse, indirekt auf vergangene Vorfälle in denen Chinesen Organe illegal spendeten oder dies versuchten, um das Geld dafür zusammenzubringen.

Samenspende in Deutschland steuerfrei
Auch in Deutschland erhält der Spender für eine Samenprobe eine „Aufwandsentschädigung“. Diese fällt je nach Anfahrtsweg, Häufigkeit von Spendermerkmalen und Bedarf unterschiedlich aus und beträgt oft um die 100 Euro. In der Regel erhält man hierzulande jedoch nicht nach jeder „Leistung“ die Auszahlung in voller Höhe, sondern muss über einen gewissen Zeitraum mehrere Proben abgeben. Wie auch beim Blutspenden gilt für den Lohn als Samenspender Steuerfreiheit in Deutschland. (ad)