Kurz nach Wiesn-Start erste „Bierleiche“

Alfred Domke

Alkoholvergiftung auf Münchner Oktoberfest: Kurz nach Wiesn-Start erste „Bierleiche“

22.09.2013

Bereits eineinhalb Stunden nach dem Beginn des Oktoberfestes in München war die erste Patientin mit Alkoholvergiftung in der Sanitätsstation gelandet. In den Vorjahren kamen die Patienten sogar noch früher.

Nach eineinhalb Stunden Alkoholvergiftung
Am gestrigen Samstag wurde das 180. Münchner Oktoberfest eröffnet. Gegen 13.30 Uhr, rund eineinhalb Stunden nach Beginn des Volksfestes, wurde bereits eine junge Frau mit einer Alkoholvergiftung von ihrem Freund zu den Helfern des Münchner Roten Kreuzes in der Wiesn-Sanitätsstation gebracht. Der Leiter der Station, Frithjof Wagner, erläuterte, die Frau habe nur eine einzige Maß (ein Liter) Bier getrunken. Er warnte jedoch: „Das Wiesnbier hat einen höheren Alkoholgehalt als das gängige Flaschenbier.“ Und weiter: „Die Wirkung entfaltet sich vor allem wenn man nichts im Magen hat, bei höheren Temperaturen und bei hastigem Genuss deutlich schneller als gewohnt.“

Bierleichen vor dem Start
In den Vorjahren gab es solche „Bierleichen“, wie die Alkoholopfer auch umgangssprachlich genannt werden, oft schon Stunden vor Eröffnung des Münchner Festes. Bier wird zwar erst nach dem Anstich um 12.00 Uhr verkauft, aber viele Besucher würden schon „vorglühen“. Ein älterer Wiesnbesucher wurde dieses Jahr bereits vor dem Start am Vormittag wegen Herzrhythmusstörungen ins Krankenhaus gebracht.

Alkohol ein Zellgift
Im vergangenen Jahr mussten die Mediziner während des Oktoberfestes 739 Besucher wegen Alkoholvergiftung behandeln. Insgesamt mussten auf der BRK-Sanitätsstation rund 8.160 Menschen versorgt werden. Die Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA), Prof. Dr. Elisabeth Pott, warnte schon vor Jahren, dass sich viele Menschen nicht bewusst machen oder vernachlässigen, dass „Alkohol ein Zellgift“ ist, welches „fast alle Organe im Körper schädigen und zum Beispiel Herzmuskel- und Krebserkrankungen verursachen kann.“ (ad)

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Bild: Manfred Walker / pixelio.de