Französischen Ärzten gelang wichtiger Durchbruch in der Prostatakrebstherapie

Alexander Stindt
Kombinierte Behandlung aus Medikamenten und Hormon-Therapie zeigt verbesserte Ergebnisse
Prostatakrebs bedroht die Gesundheit und das Leben von vielen Männern auf der ganzen Welt. Mediziner fanden jetzt heraus, dass die Verabreichung eines bestimmten Medikaments zusammen mit einer Standard-Hormon-Behandlung die Überlebenswahrscheinlichkeit von Männern mit sich ausgebreitetem Prostatakrebs erhöhen kann.

Die Wissenschaftler des Institut Gustave Roussy in Paris stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass Prostatakrebs, der sich bereits im Körper ausgebreitet hat, durch eine Kombination aus Medikamenten und einer Standard-Hormon-Behandlung therapieren lässt und so die Lebenserwartung der Betroffenen stark erhöht werden kann. Die Experten veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie bei der American Society of Clinical Oncology (ASCO) Jahrestagung in Chicago.

Prostatakrebs ist eine gefährliche Erkrankung, welche – wenn sie nicht frühzeitig erkannt wird – häufig zum Tod des Betroffenen führt. Mediziner stellten jetzt fest, dass eine kombinierte Behandlung aus Hormon-Therapie und speziellen Medikamenten bewirkt, dass Patienten mit bereits ausgebreitetem Prostatakrebs länger und schmerzfreier leben. (Bild: Henrie/fotolia.com)

Das Medikament Abirateron hilft effektiv Prostatakrebs zu behandeln
Wenn an Prostatakrebs erkrankte Männer frühzeitig das Medikament Abirateron einnahmen, konnte dadurch die Erkrankung mehr als doppelt so lange unter Kontrolle gehalten werden, erklären die Forscher. Es dauerte auch wesentlich länger, bis sich die durch den Krebs ausgelösten Schmerzen bei den Patienten verschlimmerten. Die Ergebnisse der aktuellen Studie zeigen, dass die gemeinsame Behandlung durch eine Hormontherapie und das Medikament Abirateron das Risiko des Todes bei Männern ausgebreitetem Prostatakrebs reduziert. Diese kombinierte Behandlung führte außerdem dazu, dass die Zeit, bevor die Krankheit sich massiv verschlechterte, mehr als verdoppelt wurde.

Abirateron führt bei den meisten Menschen zu keinen Nebenwirkungen
Die Vorteile der frühen Verwendung von Abirateron, die wir bei dieser Studie festgestellt haben, sind zumindest vergleichbar mit dem Nutzen der sogenannten Docetaxel-Chemotherapie, erläutern die Experten. Das Medikament Abirateron sei allerdings viel leichter für die Patienten zu tolerieren. Bei vielen Betroffenen führt das Medikament zu überhaupt keinen Nebenwirkungen, erklärt Autor Dr. Karim Fizazi vom Institut Gustave Roussy.

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Kombinierte Behandlung muss noch von der NHS genehmigt werden
Sollte eine kombinierte Behandlung von der NHS zugelassen werden, könnte diese Form der Behandlung die Lebensqualität für Tausende von erkrankten Männern verbessern, erläutern die Experten. Das Medikament Abirateron ist von der NHS für den Einsatz bei Männern zugelassen, deren Prostatakrebs bereits gegen eine Hormonbehandlung resistent geworden ist.

Wie wirkte sich die kombinierte Behandlung aus?
Die aktuelle Studie umfasste Männer mit Prostatakrebs, welcher sich zum Zeitpunkt der Diagnose bereits ausgebreitet hatte. Die Betroffenen hatten aber noch keine Hormonbehandlung erhalten. Die Wissenschaftler verglichen bei der Untersuchung Patienten, welche mit einer Standard-Hormon-Therapie behandelt wurden und Erkrankte, welche mit einer Hormon-Therapie plus Abirateron und dem Wirkstoff Prednison behandelt wurden. Nach einer durchschnittlichen Nachuntersuchung von zweieinhalb Jahren waren mehr mit Abirateron behandelte Männer noch am Leben, verglichen mit Patienten, welche ausschließlich eine Hormonbehandlung erhalten hatten.

Abirateron reduziert Rate schwerer Knochenkomplikationen
Die durchschnittliche Zeit, bis die Krankheit sich verschlechtert, lag bei den mit Abirateron behandelten Patienten bei etwa 14,8 Monaten. Bei einer kombinierter Behandlung lag dieser Zeitraum bei 33 Monaten. Eine weitere Untersuchung ergab, dass die Einnahme von Abirateron ,zusätzlich zur Hormontherapie, zu Beginn der Behandlung von Prostatakrebs das Überleben um 37 Prozent verbessert. Zusätzlich zu den Verbesserungen des Überlebens und der Zeit ohne Rückfall, reduzierte das Medikament die Rate der schweren Knochenkomplikationen, welche ein großes Problem bei mehr als der Hälfte aller Fälle von Prostatakrebs sind. (as)